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Jahresbilanz

06.04.2019

„Wir erwarten nichts Unerwartetes“

Anton Jall, Walter Eberhard, Manfred Rockenfeller, René Schinke, Erwin Schilling, Helmut Graf, Franz-Josef Mayer, Josef Linder und Wolfgang Bertl (von links) präsentierten die Geschäftszahlen der Genossenschaftsbanken im Unterallgäu.
Bild: Stoll

Warum sich die Genossenschaftsbanken auch 2019 gut im Geschäft sehen

Kundennähe zahlt sich aus: Die sechs Kreditgenossenschaften im Unterallgäu und der Stadt Memmingen haben das Jahr 2018 mit einer sehr guten Geschäftsentwicklung abgeschlossen. Das sagte der Kreisverbandsvorsitzende Anton Jall auf der Jahrespressekonferenz in Erkheim.

Das Unterallgäu als Wirtschaftsraum steht nach wie vor glänzend da. Es herrscht Vollbeschäftigung und den meisten Firmen geht es sehr gut. Auch die ersten drei Monate des neuen Jahres seien nur geringfügig unter dem Niveau des sehr guten Jahres 2018 verlaufen, sagte Jall. Das Tempo werde nach Einschätzung der Bankfachleute im Laufe des Jahres aber wohl etwas nachlassen. „Wir erwarten nichts Unerwartetes“, formulierte Manfred Rockenfeller von der Genossenschaftsbank Unterallgäu.

Die sechs Banken der Raiffeisengruppe werden von über 62 000 Mitgliedern getragen. Sie sind aber auch besonders enge Partner des Mittelstandes. Und hier ist die wirtschaftliche Lage nach wie vor sehr gut. Hier drückt nicht die Auftragslage, sondern der Fachkräftemangel, sagte Jall. Traditionell sind die Genossenschaftsbanken auch eng mit der Landwirtschaft verbunden. Hier sei die Stimmung nach dem Volksentscheid zum Artenschutz spürbar schlechter als die tatsächliche Lage.

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Ungebrochen hoch ist die Kreditnachfrage. Allein bezogen auf das Gebiet des Unterallgäus stieg das Volumen um 7,64 Prozent auf 1958 Millionen Euro. Bei der Genossenschaftsbank spielt die private Wohnbaufinanzierung eine bedeutende Rolle. Drei Viertel des Bankengeschäfts gingen im Vorjahr auf diese Sparte zurück. Bei anderen Genossenschaftsbanken ist es etwa die Hälfte.

Die Höhe der betreuten Kundengelder kletterte um 3,35 Prozent auf 4139 Millionen Euro. Wenn Banken bei der Europäischen Zentralbank Kundengelder parken, müssen sie Strafzins bezahlen. Die sechs Banken im Unterallgäu werden dennoch auch in Zukunft beim Normalsparer keine Strafzinsen erheben. Rockenfeller sagte: „Das wäre das Allerletzte, was wir tun würden.“ Wer allerdings mehr als 250 000 Euro aufs Konto legt, dem werden 0,4 Prozent der Summe in Rechnung gestellt.

Das historisch niedrige Zinsniveau wird sich nach Einschätzung von Anton Jall auch in den nächsten Jahren kaum ändern. Für die Banken sind damit sinkende Margen verbunden. Laufende Kreditlinien werden zu deutlich niedrigeren Konditionen verlängert. Den Vorteil hat der Kunde.

Dem Kunden wollen alle sechs Banken sowohl im persönlichen Beratungsgespräch zur Verfügung stehen wie online. Dazu halten die sechs Banken 71 Filialen bereit, 41 davon im Unterallgäu. Geschlossen hat die VR-Bank Memmingen drei Standorte (Illerbeuren, Buxheim und in Memmingen) und die Raiffeisenbank Pfaffenhausen die Filiale in Salgen. Der Digitalbereich werde weiter ausgebaut, so Jall. So ist jetzt schon möglich, online ein Konto oder ein Wertpapierdepot zu eröffnen, ergänzte Rockenfeller.

Die Offensive im Digitalbereich führt dazu, dass die Aufgaben von weniger Mitarbeitern bewältigt werden. Im Vorjahr sank die Zahl von 967 auf 931.

Die Genossenschaftsbanken unterstützen traditionell auch die Vereine in der Region. Rund 306 000 Euro sind dafür an Vereine im Landkreis gegangen. Dieser Betrag entspricht in etwa dem des vorangegangenen Jahres. An Steuern zahlten sie zwölf Millionen Euro. Fünf Millionen gingen als Gewerbesteuer an die Kommunen.

Als Gesellschafter sind die sechs Banken auch am Warengeschäft beteiligt. Dabei waren die beiden Gesellschaften aus dem Unterallgäu bayernweit am erfolgreichsten. Die Raiffeisen Ware Schwaben Allgäu ist im Vorjahr aus dem Zusammenschluss der Unterallgäuer und von Iller-Roth-Günz hervorgegangen. Der Umsatz lag bei 72,8 Millionen Euro. Die Ware Grönenbach schloss mit 11,7 Millionen ab. Der Umsatz stieg um 5,1 Prozent. Allein 50 000 Tonnen Getreide und Ölsaaten wurden umgeschlagen.

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