Bequeme Schuhe aus Bad Wörishofen – dafür steht der Name Hoeltzhaus. Nun wurde das Unternehmen verkauft, an die Klingel-Gruppe. Das Bundeskartellamt hat das Geschäft genehmigt (Aktenzeichen: B2-115/15). Käufer ist die K-Mail Order GmbH & Co. KG. Für die Belegschaft sind die Auswirkungen der Übernahme offenbar enorm. Aus informierten Kreisen verlautete, dass bis auf wenige Ausnahmen alle Mitarbeiter die Kündigung erhalten hätten. Diese würden zu unterschiedlichen Zeitpunkten im Sommer dieses Jahres wirksam. Zuletzt hatte Hoeltzhaus etwa 40 Mitarbeiter beschäftigt.
Bei Klingel reagierte man zunächst wortkarg auf mehrmalige Anfragen unserer Zeitung. Noch zur Wochenmitte erklärte der neue Geschäftsführer Fritz Koob, er werde keine Stellungnahme abgeben. Auch die langjährige Geschäftsführerin Martina Satzger äußerte sich nicht. Am Freitag bezog Klingel dann am späten Nachmittag doch noch schriftlich Stellung zur Zukunft von Hoeltzhaus. Man werde den Ladenverkauf in Bad Wörishofen weiterführen, teilte K-Mail-Order-Geschäftsführer Armin Bischof mit. Die acht Mitarbeiter am Verkaufsstandort Messerschmittstraße würden übernommen. Was aus dem Rest der Belegschaft wird, teilte das Unternehmen auch auf Nachfrage nicht mit. Gleiches gilt für die Frage nach dem künftigen Standort der Hoeltzhaus GmbH.
Die Klingel-Gruppe wolle den Erhalt der Bequem-Schuhmarke durch „Synergie-Effekte im Bereich Werbung, Logistik und Administration sichern“, heißt es in der schriftlichen Mitteilung nur. Angaben zu den Konditionen der Übernahme macht das Pforzheimer Familienunternehmen nicht. Auch zu den Hintergründen der Übernahme wurde bislang öffentlich nichts bekannt. Unter dem Dach der Klingel-Gruppe würden zehn Spezialversender agieren, Zielgruppe: „Best Ager“. Die „qualitativ sehr hochwertigen Hoeltzhaus Bequem-Schuhe passen daher perfekt in unser Markenportfolio“, begründet Bischoff die Übernahme.
Hoeltzhaus verschickt seine Produkte bisher von Bad Wörishofen aus, bestellen kann man via Internet oder aus dem Katalog. Hoeltzhaus unterhält am Standort im Gewerbegebiet aber auch ein Ladengeschäft.
Wolfgang Hoeltz hatte den Versandhandel 1971 in Schorndorf bei Stuttgart gegründet. Nach einem Kuraufenthalt in Bad Wörishofen verlegte er 1987 sowohl den Wohn- als auch den Firmensitz in die Kneippstadt. 1997 starb Hoeltz unerwartet im Alter von 70 Jahren. Seither führt Martina Satzger die Geschäfte. Klingel wiederum hatte erst im Januar dieses Jahres Arshabitandi geschlossen, einen Versandhändler für Designartikel.
Klingel ist nach eigenen Angaben Deutschlands drittgrößtes Versandhaus und beschäftigt rund 2000 Mitarbeiter.
Hoeltzhaus war nicht der einzige Händler auf der Klingel-Einkaufsliste. Das Kartellamt hat zwischenzeitlich auch den Kauf von Alba Moda genehmigt, einem Händler für Textilien und Schuhe.