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Mindelheim

16.10.2019

Wo könnte man beim Freibad sparen?

Am meisten, nämlich 767.000 Euro, könnte die Stadt bei der Sanierung des Mindelheimer Freibads sparen, wenn sie auf die geplante neue Sprunganlage verzichten würde. Davon wollten jedoch weder die Stadträte noch Bürgermeister Stephan Winter etwas wissen.

Plus Sinkende Steuereinnahmen führten im Rathaus zu Überlegungen, ob sich die acht Millionen Euro teure Sanierung des Freibades nicht billiger machen ließe.

Geht es auch etwas günstiger? Seit die Steuereinnahmen in Mindelheim nicht mehr so üppig sprudeln wie in den Jahren zuvor, sind im Rathaus Überlegungen angestellt worden, bei der Sanierung des Freibades eventuell moderat den Rotstift anzusetzen.

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Die Planer Hofmann und Dietz aus Irsee hatten vor eineinhalb Jahren die Umbaupläne für das Mindelheimer Freibad im Stadtrat vorgelegt. Demnach soll die Sanierung rund acht Millionen Euro kosten. Jetzt machten sich die Stadträte noch einmal Gedanken, wo eventuell Verzicht geübt werden könnte. Richtig viel ließe sich einsparen, würde die Stadt auf eine eigene Sprunganlage verzichten. Die Verwaltung bezifferte das auf 767.000 Euro. Davon allerdings wollten die Stadträte und Bürgermeister Stephan Winter nichts wissen. Der Rathauschef sagte: Ein Sprungturm gehöre einfach dazu. Der Verzicht wäre auch eine Milchmädchenrechnung, weil dann das Schwimmbecken stärker erwärmt werden müsste. „Wir zahlen das dann jedes Jahr über erhöhte Energiekosten“, argumentierte Winter.

Statt wegzufliegen den Urlaub im Mindelheimer Freibad genießen

Die Stadt wolle das Bad zeitgemäß mit Attraktionen herrichten. Wasserspiele und Rutschen gehörten dazu. Hermann Schröther von der Bauverwaltung meinte, ein attraktives Freibad ermögliche es Familien, Urlaub vor Ort zu machen.

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197.000 Euro ließen sich einsparen, wenn auf Wärmepumpe und Photovoltaikanlage verzichtet werden würde. Auch das verwarfen die Stadträte als nicht sinnvoll. Auch auf die 85.000 Euro teure Rutsche wollte niemand verzichten ebenso wenig auf die 63.000 Euro teuren Massagedüsen, Wasserspeier und den Wasserpilz mit Schaukelbucht im Nichtschwimmerbecken. Ebenso von der Streichliste wieder gestrichen wurden auch die 44.000 Euro für zusätzliche Umkleidekabinen.

Ausgiebig debattiert wurde, ob auf eine Dauergastronomie verzichtet werden kann und ob nicht ein Kiosk ausreichen würde. Damit ließen sich 270.000 Euro sparen. Mehmet Yesil (SPD) meinte, man solle überhaupt auf nichts verzichten. Seit Jahren habe die Stadt Geld für das Freibad zurückgelegt. „Wir wussten, dass das acht Millionen Euro kosten wird.“ Das Freibad soll eine gute Alternative für all jene Familien sein, die ihren Urlaub daheim verbringen wollen. Ähnlich argumentierte Parteifreund Georg Pfeifer. Das sei eine Investition für die nächsten 40, 50 Jahre.

An der Gaststätte wollen die meisten nicht sparen

Josef Doll (Grüne) dagegen sprach sich gegen eine Dauergastronomie aus. Sein Hauptargument: Es werde sich niemals ein Pächter finden, der dort eine hochwertige Gastronomie aufbauen kann. Kämmerer Wolfgang Heimpel sagte, eine kostendeckende Pacht sei hier niemals zu erwirtschaften. „Das ist eine politische Entscheidung: Wenn wir eine Gaststätte wollen, kostet das.“

Wolfgang Streitel (CSU) glaubt, dass es leichter sei, einen Betreiber einer Dauergastronomie zu finden als einen für einen Kiosk, der nur ein paar Monate während der Badesaison geöffnet hat. Uli Manlig (SPD) meinte, „wir rüsten das Bad auf und würden dann an der Gaststätte sparen“. In ein paar Jahren „würden wir das bedauern“.

Einen allzu großen Spardruck vermochte die Mehrheit im Stadtrat auch nicht zu erkennen. Immerhin winken der Stadt eine Million Euro an Zuschüssen durch den Freistaat Bayern. Das hatte Bauminister Hans Reichhart bei einem Besuch in Mindelheim indirekt in Aussicht gestellt. Er sagte, Mindelheim stehe auf Platz eins bei einem vom Freistaat aufgelegten Förderprogramm.

In den Jahren 2018 und 2019 hat die Stadt jeweils 1,775 Millionen Euro angespart. Letztlich fehlen noch rund 2,2 Millionen Euro, sagte der Bürgermeister. Diese Summe müsse in den Haushalten 2020 und 2021 bereitgestellt werden. Mit anderen Worten: Die Stadt kann sich das Bad leisten. Im Dezember 2020 soll mit den Bauarbeiten begonnen werden.

Am Ende der Debatte schmolz die Streichliste auf einen einzigen Punkt zusammen, auf den die Mehrheit der Stadträte tatsächlich verzichten will: auf die Überdachung und Einhausung einer Tischtennisanlage. 59.000 Euro der gut acht Millionen Euro lassen sich so sparen.

Der Freistaat Bayern will das Mindelheimer Bad finanziell fördern:

Mindelheimer Freibad freut sich über Geldsegen

Sparideen hatten es auch in der Vergangenheit nicht leicht:

Freibad-Sanierung: Versprochen ist versprochen

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