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Bad Wörishofen

25.11.2020

Wörishofer müssen mehr für ihr Trinkwasser bezahlen

In Bad Wörishofen wird pro Kopf mehr als doppelt so viel Wasser verbraucht, wie im Bundesdurchschnitt. Die Einwohner müssen für ihr Trinkwasser ab Januar mehr bezahlen. Auch die Grundgebühren steigen.
Foto: Alexander Kaya

Plus Stadtrat genehmigt Preiserhöhung. Auch die Grundgebühren steigen. Wörishofer verbrauchen mehr als doppelt so viel Wasser wie der Bundesdurchschnitt.

Wasser ist in der Hauptstadt der Wasserkur immer ein besonderes Thema. Nun steht fest, dass die Bad Wörishofer für ihr Trinkwasser künftig mehr bezahlen müssen als bisher. Der Stadtrat hat einer Gebührenerhöhung zugestimmt, die ab Januar 2021 gelten wird. Auch die Grundgebühren steigen.

Die Stadtwerke Bad Wörishofen versorgen nicht nur das Stadtgebiet von Bad Wörishofen und die Stadtteile mit Trinkwasser. Aus den Anlagen Altensteig und Dorschhausen beliefert das Werk nach eigenen Angaben seit 1979 die Gemeinde Altensteig sowie seit 1980 auch Dirlewang samt Helchenried. Seit dem Jahr 2009 kommt auch in Teilen der Gemeinde Baisweil Wasser der Stadtwerke Bad Wörishofen aus dem Hahn.

Ab Januar 2021 müssen Kunden der Stadtwerke für ihr Trinkwasser mehr bezahlen als bisher. Aktuell beträgt die Gebühr 63 Cent netto für den Kubikmeter Trinkwasser. Dieser Betrag steigt auf 79 Cent netto. Zudem steigen die Grundgebühren für die Zähler. Stadtwerke-Chef Peter Humboldt nahm als Beispiel den am häufigsten eingebauten Wasserzähler. Dieser kostet bislang 18,41 Euro Grundgebühr pro Jahr. Künftig werden dafür 32 Euro Grundgebühr pro Jahr fällig.

Was die Erhöhung in Bad Wörishofen tatsächlich an Mehrkosten pro Jahr verursacht

Konrad Hölzle (CSU) sagte, es handele sich um eine Preissteigerung von 25 Prozent beim Wasserpreis. „Das ist nicht immer schön, aber wir haben hier gutes Wasser“, sagte Hölzle. „Das ist uns etwas wert.“ Peter Humboldt sagte auf Nachfrage Hölzles, ein Haushalt mit einem durchschnittlichen Wasserverbrauch von 200 Kubikmetern pro Jahr müsse ab 2021 etwa 46 Euro mehr pro Jahr fürs Trinkwasser bezahlen.

Werkreferent Josef Kunder (CSU) betonte, die Stadtwerke müssten zum Erhalt der Infrastruktur „auch ein bisschen Gewinn“ machen. Es stünden bereits die nächsten größeren Investitionen an, die mehr als eine Million Euro verschlingen würden. Werkleiter Humboldt ergänzte, dass die Stadtwerke beim Wasserpreis kostendeckend kalkulieren. Gewinne würden an dieser Stelle nicht gemacht. Werkreferent Kunder empfahl, der Erhöhung zuzustimmen. Im Vergleich zu anderen Gemeinden liege man beim Wasserpreis „sehr sehr niedrig“. Dies strich auch Joachim Nägele (FW) heraus. „Türkheim verlangt fast den doppelten Preis“, sagte er in der Sitzung. Ein größer gefasster Preisvergleich ist nicht ganz einfach. Es gebe dazu keine Zahlensammlung, teilte das Landratsamt Unterallgäu am Dienstag mit. Türkheim hatte den Kubikmeterpreis zuletzt auf 1,53 Euro erhöht. In Wiedergeltingen kostete ein Kubikmeter Trinkwasser zuletzt 61 Cent, in Rammingen 70 Cent und in Amberg nur 45 Cent. Mindelheim verlangte zuletzt 1,32 Euro für die 1000 Liter, in Buchloe lag der Preis im Frühjahr noch bei einem Euro.

Das sind die genannten Gründe für den höheren Wasserpreis in Bad Wörishofen

Als Grund für die Erhöhung der Gebühren nannte Werkleiter Humboldt die jüngsten Investitionen ins Wassernetz, etwa die Sanierung der Quelle Eggenthal, sowie die anstehenden Investitionen. Zudem führte Humboldt unter anderem „hohe Entschädigungszahlungen für Landwirte im Wasserschutzgebiet“ an. Die Stadtwerke gewinnen das Wasser aus den Brunnen Kaufbeurer Straße und Altensteig, außerdem aus der Quelle Eggenthal. Es gibt zwei Hochbehälter, in Dorschhausen und Hartenthal. Beide zusammen fassen 3175 Kubikmeter. Das Wasser der Stadtwerke besteht nach eigenen Angaben aus über 60 Prozent reinem Quellwasser. Der bundesweite Durchschnitt für diesen Wert liege bei 9,2 Prozent.

Der durchschnittliche Wasserverbrauch beträgt in Bad Wörishofen 280 Liter pro Einwohner und Tag. Damit verbrauchen die Wörishofer mehr als doppelt so viel Wasser wie in Deutschland üblich. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 124 Litern pro Tag. Das liegt laut Stadtwerke am „verbrauchsstarken Kurbetrieb in der Kneippstadt“.

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