Newsticker
Söder: Müssen auf Dauer über "Sonderoptionen" für Geimpfte reden
  1. Startseite
  2. Lokales (Mindelheim)
  3. Wohnungen in Wörishofen für Mieter, die den Euro zweimal umdrehen müssen

Bad Wörishofen

03.10.2020

Wohnungen in Wörishofen für Mieter, die den Euro zweimal umdrehen müssen

Symbolischer Spatenstich für bezahlbaren Wohnraum in Bad Wörishofen. Auf dem Foto (von links): Peter Leinsle (Aufsichtsrat WoGe Bad Wörishofen), Christine Ritter (Architektin), Andreas Krämer (Architekt), Jürgen Weikmann (Vorstand WoGe BW), Florian Schuster (Geschäftsführer WoGe Mindelheim), Franz Anwander (Geschäftsführer WoGe MN), Josef Kunder (AR WoGe BW), Stefan Welzel (Bürgermeister BW)), Erwin Putz (Vorstand WoGe BW), Norbert Schöffel (Jakob Maier Bauunternehmung), Markus Maurer (Jakob Maier Bauunternehmung) und Wilhelm Lehner (Vorstand WoGe MN).
Bild: Alf Geiger

Plus Die Wohnungsbaugesellschaften aus Bad Wörishofen und Mindelheim kooperieren erstmalig und schaffen in Bad Wörishofen bezahlbaren Wohnraum. Damit das funktioniert, ist der Quadratmeterpreis festgeschrieben.

Es ist dem Projekt zu wünschen, dass alles genauso schnell und reibungslos von der Hand geht wie der symbolische Spatenstich, mit dem gestern der Startschuss für den Bau von 51 Wohnungen in sechs Mehrfamilienhäusern an der Hahnenfeldstraße gegeben wurde. Schnell die Spaten verteilt, ein paar angedeutete Schaufelversuche – und schon war der Fototermin auch wieder vorbei.

Dabei handelt es sich um ein durchaus bedeutendes Projekt für die Kneippstadt, das durchaus auch ein paar wegweisende Worte der Anwesenden verdient gehabt hätte. Immerhin soll dadurch der brodelnde Immobilienmarkt in Bad Wörishofen zumindest etwas beruhigt und tatsächlich bezahlbarerer Wohnraum geschaffen werden. Erstmals suchen dafür die Wohnungsgenossenschaft Bad Wörishofen eG und die Wohnungsgenossenschaft Mindelheim eG den Schulterschluss und kooperieren, um auf dem fast 7000 Quadratmeter großen Grundstück an der Ecke Hahnenfeldstraße/ Gärtnerweg in Bad Wörishofen 51 bezahlbare Wohnungen in sechs Mehrfamilienhäusern zu errichten. Begrenzt wird das Grundstück im Norden von einer zweireihigen Lindenallee, die dem Wohnpark dann auch den Namen geben wird.

So kam die Zusammenarbeit der Genossenschaften von Mindelheim und Bad Wörishofen zustande

Zustande kam die Kooperation der beiden Genossenschaften durch die Entscheidung der Stadt Bad Wörishofen, die Grundstücke nur unter der Bedingung zu verkaufen, dass hier Wohnungen gebaut werden, die die Bezeichnung „bezahlbar“ auch wirklich verdienen.

Denn in der Kneippstadt suchen gerade junge Familien ebenso händeringend wie meist auch vergeblich nach einer Wohnung, die auch mit einem Durchschnittseinkommen bezahlt werden kann. Entsprechend freute sich dann auch Bürgermeister Stefan Welzel auf Anfrage der MZ: „Mit diesem Projekt und der damit einhergehenden Zusammenarbeit mit den Wohnungsgenossenschaften aus Bad Wörishofen und Mindelheim setzt die Stadt ein Zeichen für bezahlbaren Mietwohnraum. „Wir freuen uns, mit den lokalen Wohnungsgenossenschaften Partner gefunden zu haben, die diesen Gedanken ebenfalls deutlich in den Mittelpunkt ihrer Tätigkeit gestellt haben“, so Welzel. In Bad Wörishofen habe man nach wie vor Bedarf an Immobilienangeboten in diesem Bereich: „Sowohl junge Familien aber gerade auch Senioren müssen oft den Euro zweimal umdrehen. Wenn die Miete dann ein tragbarer Kostenfaktor bleibt, hat dies auch viel mit einem ausgewogenen sozialen Miteinander zu tun. Das wollen wir als Stadt auch weiter fördern“.

Nahwärmeversorgung für das gesamte Baugebiet in Bad Wörishofen

Beim symbolischen Spatenstich strahlten dann auch die geladenen Gäste mit der Spätsommersonne um die Wette: Die ausführende Baufirma ist die Jakob Maier Bauunternehmung aus Türkheim, geplant wurden die Häuser vom Architekturbüro Krämer aus Landsberg am Lech und der WBG Mindelheim. Die Wohnungen sollen barrierefrei werden und erhalten zwei Tiefgaragen.

Das gesamte Baugebiet soll zudem eine regenerative Nahwärmeversorgung im Energie-Contracting-Modell durch die WBG Mindelheim erhalten. Jürgen Weikmann von der Wohnbaugesellschaft Bad Wörishofen und Florian Schuster von der Wohnbaugesellschaft Mindelheim lobten die Entscheidung der Stadt Bad Wörishofen: „Mit ihrem ‚Modell für bezahlbares Wohnen‘ ist Bad Wörishofen Vorreiter“, so Schuster.

Dieses Modell sehe eine Mietobergrenze der Nettokaltmiete von 7,50 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche vor.

Aufgrund des gewählten energetischen Standards würden für alle vom Mieter zu tragenden Betriebs- und Heizkosten im Durchschnitt nur etwa 2,20 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche entstehen.

Damit sei ein Quadratmeter Wohnfläche in dem Neubau der Genossenschaften im Schnitt mindestens um 2,50 Euro günstiger als die ortsüblichen Vergleichsmieten bei Neubauten in Bad Wörishofen.

Schon am kommenden Montag werden die Bagger anfangen zu graben.

Zunächst soll im ersten Schritt das Bauvorhaben der Wörishofer Genossenschaft baulich umgesetzt werden.

Die WBG Mindelheim errichtet den Bau für die Wörishofer Genossenschaft schlüsselfertig. Die beiden Genossenschaften wollen mit ihrer Kooperation zeigen, dass sie „trotz aller Auflagen und Regulierungen bezahlbare Wohnungen für alle schaffen“ können. (mit mz)

Lesen Sie auch:

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren