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Kirchenkonzert

30.05.2015

Zarte Klänge einer einzelnen Gitarre

Auch einen Gong integrierte Stefan Barcsay in sein Konzert.
Bild: Schmid

Stefan Barcsay versteht es, die Zuhörer mit seiner Musik zu fesseln

Es sind die leisen Töne, die durch den Kirchenraum der Stadtpfarrkirche St. Justina schweben. Zarte Klänge einer einzelnen Gitarre, virtuos gespielt von Stefan Barcsay. Zu diesem besonderen Konzert mit dem Titel „Nacht und Träume“ hatte der Förderverein für Kirchenmusik eingeladen.

Dass Stefan Barcsay sein Instrument beherrscht, zeigte sich nicht nur in den klassischen Werken von Fernando Sor (1778-1839) mit seinem stimmigen und atmosphärisch dichten Gebet „Mouvement de prière religieuse“ und der „Fantasia elegiaque op. 59“, ebenfalls von Sor. Dieses sehr romantische Werk hat er auf den Tod der Schülerin Charlotte Beslay hin geschrieben. Die Hauptwerke, die Stefan Barcsay bei diesem Konzert hören ließ, waren moderne Kompositionen. Dazu gehörte im Besonderen die den Gedichten „Nacht und Träume“ von Matthäus von Collin (1779-1824), von Franz Schubert vertont. Klaus Hinrich Stahmer (*1941) lehnte seine Komposition diesen Liedern an.

Es sei vor allem das Gedicht „Nachtfeier“, das ihn inspirierte, so Barcsay, in dem es heißt: „Heil’ge Nacht, du sinkest nieder; Nieder wallen auch die Träume – Wie dein Mondlicht durch die Räume, durch der Menschen stille Brust. Die belauschen sie mit Lust; Rufen, wenn der Tag erwacht: Kehre wieder, heil’ge Nacht! Holde Träume, kehret wieder!“ Die Sehnsuchtseufzer aber auch das Aufkeimen von leichten Albträumen waren deutlich, wenn auch abstrakt, zu erkennen. Bei dem Werk von Stephan Marc Schneider (*1970) klang alles „genauso wie die anderen“. Ein Werk für Gitarre Solo in fünf Sätzen. Es sei wohl so entstanden, dass der kleine Sohn des Komponisten ihn mit abgehackten und nur in Bruchstücken gespielten Klavierübungen beim Schreiben störte. Er machte aber „unbeirrt“, wie der vierte Satz heißt, weiter. Es ist eine lebendig gewordene, fast alltägliche Situation, in Noten umgesetzt. Stefan Blum (*1963) ist ein Schlagzeuger, der für Stefan Barcsay die „Shikantaza“ schrieb. Dass da auch Schlaginstrumente mit eingebaut sind, verwundert demnach nicht. Die Gitarre wird unterstützt oder ihre Klänge unterbrochen von Schlägen auf den Holzbock, dem leichten Anschlagen kleiner Klangschalen und dem sanften und dunklen Ton eines „Tamtam“, eines Gongs. Dieses meditative Stück erinnert an den Zen-Buddhismus, nach einer Weile lauscht man fasziniert. Die beiden letzten Stücke von Heitor Villa-Lobos (1887-1959) entführten die Gäste zurück in die klassische Gitarrenmusik. Ein Walzer und eine Mazurka entspannten und verbreiteten ein Lächeln auf die Gesichter des Publikums. Auf reichlichen Applaus folgt eine zauberhaft sanfte Zugabe. (sid)

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