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Bad Wörishofen

20.11.2019

Zoff um den richtigen Umgang mit Gesundheitskursen

Auch Yoga gehört zu den Angeboten, die Bad Wörishofen in Sachen Gesundheitswochenkursen macht.
Bild: Britta Pedersen/dpa/Symbolfoto

Plus Im Kurausschuss kommt ein Thema auf die Tagesordnung, das nicht eingeplant war. Debattiert wird teils lautstark.

Der Blick auf die Übernachtungszahlen gibt in Bad Wörishofen regelmäßig Grund zur Sorge; zuletzt auch bedingt durch gleich zwölf Betriebsschließungen. „Was ist der Grund, warum wir permanent und linear Übernachtungen verlieren?“, wollte Wirtschaftsreferent Alwin Götzfried von der FW-Fraktion im Kurausschuss wissen. „Was wird dagegen gemacht?“ So könne es jedenfalls nicht mehr weitergehen, kritisierte Götzfried.

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Der Ausschuss folgte dem Antrag von Baureferent Wilfried Schreiber (FW), der das Thema Wochenkurse umgehend auf die Tagesordnung bringen und dem ehemaligen Ratsmitglied Ludwig Scharpf (CSU) ein Rederecht geben wollte. Gegen den Einwand von Bürgermeister Paul Gruschka (FW), der Antrag sei zu spät eingegangen, beschloss der Ausschuss, dass dieses Thema sofort zu behandeln ist. „Moment, Herr Bürgermeister, so geht es nicht“, hatte zuvor SPD-Fraktionssprecher Stefan Ibel den Rathauschef ermahnt. Es habe genug Zeit bestanden, den Antrag auf die Tagesordnung zu nehmen.

Gruschka wiederum ermahnte den früheren Krankenkassen-Mitarbeiter und Stamm-Kneipp-Vereins-Vorsitzenden Scharpf, von Attacken auf Beschäftigte der Stadt abzusehen.

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Scharpf hatte den Kurbetrieb mehrfach kritisiert, weil sich dieser Gesundheitswochenkursen verschließe oder nicht richtig konzipiere und umsetze.

Kurdirektorin Petra Nocker habe sich dieses Themas aber angenommen, betonte Gruschka. Scharpf wiederum erinnerte daran, dass es bei den Wochenkursen um einen Antrag gebe, den er selbst noch in seiner aktiven Zeit als Stadtrat gestellt habe, also vor etwa sechs Jahren. Scharpf will so Wochengäste für Bad Wörishofen gewinnen. „Alle von mir befragten Krankenkassen bestätigten, dass sie generell alle zertifizierten Präventionskurse anerkennen und bezuschussen“, berichtete Scharpf. Es geht dabei um Zuschüsse von bis zu 75 pro Kurs oder Vorteile durch betriebliche Gesundheitsvorsorge über den Arbeitgeber. Mit diesem „Zuckerl“ will Scharpf die Kurse attraktiver für Gesundheitsurlauber machen.

Unterschiedliche Auffassungen von Petra Nocker und Ludwig Scharpf

Während Nocker schilderte, dass es trotz hoher Anforderungen an die Zertifizierung gelungen sei, gemeinsam mit externen Anbietern Kurse auf die Beine zu stellen und zu bewerben, kritisierte Scharpf deren Ausgestaltung und Vermarktung und zudem fehlende Reflexionen und Diskussionen, wie sie der touristische Masterplan 2021 eigentlich vorsehe. Während Scharpf gerne monatlich einen neuen Kurs anbieten würde, setzt Nocker auf das Prinzip weniger ist mehr, weil damit die Kurse auch ausgelastet seien. Ansonsten kann es passieren, dass Kurse mangels Mindestteilnehmerzahl gar nicht zustande kommen, so ist es auch Bad Wörishofen ergangen. Zuletzt gab es deshalb gar keine Kurse.

Nocker rechnet damit, dass man fünf Jahre Geduld haben müsse, bis sich dieses „Nischenprodukt“ (Nocker) am Markt etabliert habe. „Wir sehen, dass das Interesse steigt.“ Die Kurse seien eine Bereicherung.

Scharpf dauert das schon jetzt zu lange. Er kritisierte einen „Gemischtwarenladen“ und einen „stiefmütterlichen Umgang“ mit dem Thema. Man müsse zudem zielgruppenorientierte Angebote unterbreiten. Auch hier gingen die Meinungen Scharpfs und Nockers auseinander.

Bürgermeister Gruschka unterbrach Scharpf immer wieder und wies ihn zurecht, teils lautstark, etwa, weil Scharpf Nockers Vortrag unterbrach. Das wiederum wollte Stefan Ibel nicht hinnehmen und maßregelte seinerseits den Bürgermeister, dieser möge „das Geschrei“ beenden.

Wirtschaftsreferent Götzfried wies darauf hin, dass Bad Wörishofen im Sommer „riesige Verluste“ verzeichne, im Winter aber Zuwächse.

Kurdirektorin Nocker wiederum sagte, Bad Wörishofen habe im Winter nicht so viele Gäste wie im Sommer. „Ich weiß, Sie wollen das immer anders, aber das gibt die Statistik nicht her“, sagte sie zu Götzfried.

Der Tagesordnungspunkt endete ohne Beschluss.

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