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  3. Überschwemmung: Hochwasser zu Pfingsten vor 25 Jahren - weiter kein Schutz

Bad Wörishofen
19.05.2024

Pfingsthochwasser vor 25 Jahren: Der Kernstadt fehlt bis heute der Schutz

Die Wertach bei Bad Wörishofen glich zu Pfingsten 1999 einem reißenden Strom.
Foto: Feuerwehr Bad Wörishofen

Zu Pfingsten 1999 sorgten Wassermassen auch in Bad Wörishofen für arge Probleme. Beim Hochwasserschutz für Bad Wörishofens Innenstadt tut sich nun wieder etwas.

Pfingsten 1999 ist vielen Menschen in Bad Wörishofen noch in Erinnerung - damals hielt ein bis dato kaum für möglich gehaltenes Hochwasser die Rettungskräfte in Atem. Bei der Feuerwehr Bad Wörishofen sind für dieses Pfingstwochenende vor 25 Jahren insgesamt 64 Einsätze dokumentiert. Ein besserer Hochwasserschutz sollte in der Folgezeit her, vor allem, weil es in Bad Wörishofen schon 2002 erneut "Land unter" hieß. Doch einen Hochwasserschutz für Bad Wörishofens Kernstadt gibt es bis heute nicht. Nun soll wieder Bewegung in das Vorhaben kommen. "Bei dem Thema Hochwasser zeigt sich erneut die Diskrepanz zwischen den im Haushalt geplanten Vorhaben und der tatsächlichen Umsetzung der Projekte", kritisiert Christin Huber, die Sprecherin der Generation Fortschritt. 

In Bad Wörishofen ging es am Freitag vor Pfingsten 1999 los, am 21. Mai um 13 Uhr. Das geht aus Aufzeichnungen der damaligen Einsatzkräfte hervor. Bis Mitternacht waren schon 38 Einsätze dokumentiert. "Südlich von Bad Wörishofen drohte der Waldsee überzulaufen und das Stadtgebiet von Bad Wörishofen zu überschwemmen", berichtete der Kreisfeuerwehrverband. Am Pfingstsamstag waren es über den ganzen Tag 22 Einsätze. Am Pfingstsonntag ließ die Intensität dann nach, vier Einsätze wurden damals notiert. Keller liefen voll und mussten ausgepumpt werden, Straßen waren überflutet und mussten gesichert werden. Sandsäcke waren damals ein wichtiges Mittel im Kampf gegen die Wassermassen. Manche gerieten in bedrohliche Situationen. In Bad Wörishofen musste ein Auto aus einer überfluteten Unterführung geborgen werden. Andernorts waren die Folgen noch drastischer. In Dirlewang kam ein Mensch ums Leben. Von einem "sehr wichtigen Thema" spricht jetzt der CSU-Fraktionsvorsitzende Tobias Kotonski, wenn es um die Frage geht, wie es um den Hochwasserschutz für die Kernstadt steht. Unsere Redaktion hatte alle Stadtratsfraktionen um eine Einschätzung gebeten. "Das Thema Hochwasserschutz wurde in den vergangenen Jahren leider nicht bearbeitet", kritisiert Kotonski. Für 2024 sei der Hochwasserschutz der Innenstadt wieder auf der Agenda und auch im aktuellen Haushalt mit 80.000 Euro eingeplant. "Daher ist es aus meiner Sicht wichtig, das Projekt auf jeden Fall noch dieses Jahr anzustoßen, da Planung und Umsetzung sicherlich mehrere Jahre in Anspruch nehmen werden", betont Kotonski. 

Hochwasserschutz für Bad Wörishofens Innenstadt "eine zunehmend dringliche Aufgabe"

"Der Hochwasserschutz für die Stadt Bad Wörishofen ist eine zunehmend dringliche Aufgabe", findet auch Christin Huber, die Vorsitzende der Fraktion Generation Fortschritt. Extreme Wetterereignisse könnten auch in neuen Gebieten auftreten, sagt Huber mit Bezug auf Daten des Deutschen Wetterdienstes und des Extremwetterkongresses in Hamburg. "Insbesondere nach den verheerenden Ereignissen im Ahrtal 2021 haben wir uns intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt und uns in den Haushaltsbesprechungen ausdrücklich dafür ausgesprochen, das Thema Hochwasserschutz prioritär anzugehen." Im Jahr 2025 solle nach der aktuellen Planung die Umsetzung des Hochwasserschutzes mit einem Budget von etwa einer Million Euro erfolgen. "Derzeit liegen dem Stadtrat noch keine konkreten Konzepte oder Pläne vor. Welche Planungsarbeiten bereits erfolgt sind, ist aktuell unklar."

Die Schäden für Bad Wörishofens Innenstadt durch ein Hochwasser würden 16 Millionen Euro betragen, hieß es damals

"Der Hochwasserschutz für die Kernstadt Bad Wörishofens ist bis heute eine unerledigte Aufgabe", kritisiert auch Paul Gruschka (FW). "Erste Studien zur Verbesserung des Hochwasserschutzes datierten vom Mai 2003. Immerhin wurde mit dem Hochwasserrückhaltebecken der Hochwasserschutz in Kirchdorf 2015 abgeschlossen." Gruschka erinnert sich an seine Amtszeit als Bürgermeister von Bad Wörishofen. "Der Wörthbach war fast bis zur Oberkante der Brücken voll und schon ein weiterer Regentag hätte wohl gereicht, ihn zum Überlaufen zu bringen. Am Waldsee stand das Wasser fast bis zur Dammoberkante. Wir hatten Glück, dass der Wörthbach in seinem Bett blieb und auch der Damm am Waldsee standhielt." 2016 ließ Gruschka eine Simulationsrechnung im Stadtrat vorstellen. Ergebnis: Ein Hochwasser hätte für die Kernstadt von Bad Wörishofen verheerende Folgen. 16 Millionen Euro würde der Schaden eines sogenannten hundertjährigen Hochwassers betragen, hieß es damals. Mehrere Lösungen für Schutzmaßnahmen wurden damals vorgestellt, zwischen 1,7 und 3,7 Millionen Euro teuer, wie Gruschka sagt. Aktuell werde mit einer Million Euro für 2025 und einer weiteren Million für 2026 gerechnet. Förderungen soll es in zwei Schritten geben, insgesamt 1,3 Millionen Euro. "Ob allerdings der Hochwasserschutz des Stadtgebietes wirklich bis 2026 abgeschlossen werden kann, erscheint mir zweifelhaft", so Gruschka. "Die beiden Hochwasserrückhaltebecken der Alternative drei im Norden von Bad Wörishofen lägen im Bereich vieler kleiner Grundstücke, was wohl auch die Einbeziehung und Zustimmung vieler Grundstückseigentümer erforderlich machen dürfte." 

Der Waldsee spielt beim geplanten Hochwasserschutz für Bad Wörishofen eine wichtige Rolle

Bürgermeister Stefan Welzel (CSU) gibt sich zuversichtlich. Da Bauamt der Stadt sei seit über einem Jahr "hinsichtlich des Waldsees im Planungsaustausch mit den beteiligten Stellen". Konkret gehe es dabei darum, den Ablaufdamm, die sogenannte Überlaufscharte, zu verstärken und zu verbessern. "Neben Gesprächen, die ich mit dem Eigentümer des Waldsees und dem Wasserwirtschaftsamt geführt habe, sind die Planungen inzwischen so weit vorangekommen, dass wir in 2024 auch die Umsetzung des Projekts angehen können", so Welzel. Die Hochwasser-Absicherung des Wörthbachs sei dann der nächste Arbeitsschritt. "Hier soll mit den eingestellten Planungskosten eine Lösung gefunden werden, die vor einem so genannten HQ 100, also das einhundertjährige Hochwasser, wirksam schützt", so Welzel. "Gleichzeitig soll eine möglichst landschaftsschonende Geländemodellierung der notwendigen Hochwasserschutzdämme gefunden werden. Das ist uns der südliche Grüngürtel unserer Stadt wert." Er selbst habe deshalb um Prüfung gebeten, ob "das Abschlagsbauwerk südlich von Hartenthal hierzu ertüchtigt werden kann. Das hätte gegebenenfalls den Vorteil, dass die Dammbauwerke etwas kleiner ausfallen könnten. Dazu brauchen wir zunächst den Input der Planungsingenieure." 

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Das konkrete Ziel sei es, die Arbeiten am Waldsee, für die 200.000 Euro veranschlagt sind, heuer auch abzuschließen. Die Hochwasser-Sicherung des Wörthbachs sei für 2027 anvisiert. 

Hochwasserschutz immer wieder verschoben oder nicht umgesetzt

Dass sich der Posten "Hochwasserschutz Bad Wörishofen" seit mindestens 2017 in der Investitionsliste des städtischen Haushalts findet und "seither immer wieder verschoben oder nicht umgesetzt" wurde, merkt Doris Hofer an, die Fraktionsvorsitzende der Grünen. "Seither war der Stadtrat nicht mehr wesentlich mit dem Thema befasst. Inwieweit mittlerweile Grundstücksverhandlungen oder andere vorbereitende Schritte stattgefunden haben, entzieht sich meiner Kenntnis." Auch Jürgen Thiemann (SPD) merkt an, dass "wir immer wieder mehr oder weniger hohe Beträge in den Haushalt eingestellt haben, ohne dass etwas passiert ist." Die zwischenzeitlich parteilose Alexandra Wiedemann ruft in Erinnerung, dass die "Herausforderungen des Hochwasserschutzes besonders für die Kernstadt Bad Wörishofen seit dem Jahrhundert-Hochwasser im August 2002 bekannt" seien und jetzt "im wahrsten Sinne des Wortes wieder hochgespült" würden. "Es stellt sich nun angesichts der offensichtlich teils heftigeren Niederschlagsmengen die Frage: Würde zum Beispiel die Auffangkapazität des Waldsees bei einem erneuten Hochwasser oder möglichen Jahrhundert-Hochwassers und die dafür erforderlichen Ableitungsmengen in Richtung und durch das Zentrum der Kernstadt noch ausreichen?“ Aus ihrer Sicht werde über den Hochwasserschutz für die Kernstadt viel zu wenig diskutiert. "Angesichts der diversen Investitionsvorhaben im Rahmen der aktuellen Haushaltsplanung stellt sich wohl die Frage, welche Priorität gerade dem Hochwasserschutz für die Infrastruktur und daraus eventuell Betroffenen in der Kernstadt zeitnah einzuräumen wäre", so Wiedemann. 

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