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Memmingen
24.01.2023

Wenn das Memminger Schülergericht tagt

Im Teen Court, dem Schülergericht in Memmingen, werden jugendliche Straftäter von Gleichaltrigen befragt. Diese verhängen dann Auflagen.
3 Bilder
Im Teen Court, dem Schülergericht in Memmingen, werden jugendliche Straftäter von Gleichaltrigen befragt. Diese verhängen dann Auflagen.
Foto: Arne Dedert, dpa (Symbolbild)

Im Teen Court sind die Richter so jung wie die Beschuldigten. Wie ein solches Verfahren abläuft und welche Erfahrungen man damit in Memmingen gemacht hat.

Lippenstift oder Schokolade geklaut, Mofa frisiert oder erstmals mit Drogen in Kontakt gekommen: Die Fälle sind echt, aber die Richterinnen und Richter sind so jung wie die Beschuldigten. In Memmingen gibt es ein Schülergericht, einen so genannten Teen Court. Was dort „verhandelt“ wird, welche Schülerinnen und Schüler das Gericht bilden und welche Maßnahmen verhängt werden, erklären Thorsten Thamm, der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Memmingen, sowie Yvonne Bauschmid vom katholischen Verein für soziale Dienste Memmingen und Unterallgäu (SKM).

  • Der erste Schritt: Delikte wie Ladendiebstahl seien schnell begangen und könnten für Jugendliche der erste Schritt in die Kriminalität sein. Die Akten einer Polizeiermittlung landen zunächst bei der Staatsanwaltschaft. Dort wird entschieden, wie es weitergeht. Soll der Fall im Teen Court besprochen werden, wird dieser an Yvonne Bauschmid weitergeleitet, die das Schülergericht betreut.

  • Die Staatsanwaltschaft leitet die Fälle, die am Teen Court entschieden werden sollen, an Yvonne Bauschmid weiter.
    Foto: Theresa Osterried
  • Der Weg zum „Verfahren“ und die Maßnahme: „Wenn ich die Akte bekomme, dann schreibe ich die Beschuldigte oder den Beschuldigten zunächst an und erkläre das Prozedere. Dann gibt es einen Termin für ein Vorgespräch. Eltern können bei diesem dabei sein. Es wird erklärt, wie der Teen Court abläuft“, zeigt Bauschmid auf. Mit von der Partie im Vorgespräch sind auch drei Schüler, die dann im sogenannten Gremiumsgespräch vertreten sind. Für dieses Gremiumsgespräch braucht es die drei Schüler, den Beschuldigten sowie Bauschmid. Beim Termin selbst, der im SKM-Gruppenraum stattfindet, stellen sich die Teilnehmer vor. Der Beschuldigte wird zur Straftat befragt. „Bereust du es?“, „Würdest du es heute anders machen?“, „Wie stellst du dir deine Zukunft vor?“ oder „Kennst du die Auswirkungen deines Handelns?“: Gemeinsam würden dann die Auflagen besprochen. „Bei einer Auflage sollte berücksichtigt werden, was der Beschuldigte kann. Sie sollte im Verhältnis zur Straftat stehen“, sagt sie. So könnte beispielsweise eine Power-Point-Präsentation zu einem Thema erstellt oder ein Buch gelesen und präsentiert werden. Gibt das Schülergericht das OK, geht die Akte zurück an die Staatsanwaltschaft.

  • Das Ziel: „Es handelt sich bei den Verfahren um bis dahin nicht in Erscheinung getretene Jugendliche“, erklärt Thorsten Thamm. Also Ersttäter. Die Idee sei, jugendliche Straftäter ins Gespräch mit Gleichaltrigen zu bringen. Außerdem gehe es darum, das Handeln gemeinsam zu reflektieren und so Täterin oder Täter mit dem Fehlverhalten zu konfrontieren.

  • So kommt das Format an: Einmal im Jahr besucht Yvonne Bauschmid Realschulen und Gymnasien in Memmingen. Sie wirbt dort bei den Schülern für das Format. Derzeit sind 15 Schülerinnen und Schüler beim Teen Court dabei. Ab dem 16. Lebensjahr ist das möglich. „Es spricht sich dann auch gut rum“, erzählt Bauschmid. Im Sommer gebe es dann zumeist einen Workshop-Tag, bei dem beispielsweise über Kommunikation, Körpersprache, Verlauf und wichtige Dinge, die im Gespräch zu beachten sind, gesprochen wird. „Die meisten Schüler kommen, weil sie Interesse am Thema Recht haben, möglicherweise auch diese Berufsrichtung einschlagen wollen. Es ist dann spannend, mit Gleichaltrigen die Rechtsgrundlage zu erfahren“, sagt die 41-Jährige.

    Laut Thorsten Thamm geht es beim Teen Court darum, jugendliche Straftäter mit Gleichaltrigen ins Gespräch zu bringen.
    Foto: Thomas Schwarz

  • „Wir haben gute Erfahrungen gemacht. Vor allem ist die Akzeptanz bei den betroffenen Beschuldigten höher“, merkt Thorsten Thamm an. Allerdings handele es sich eben nicht um schwerwiegende Fälle. Die Jugendlichen bekämen außerdem die Chance, sich auszuprobieren und Erfahrungen zu machen, wie das Rechtssystem funktioniert. Seit August vergangenen Jahres wurden neun Fälle im Gremiumsgespräch behandelt.

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