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Mindelheim
08.05.2022

Muttertag: Heute steht diese Mama besonders im Mittelpunkt

Christine Breitruck mal lässig in Jeans und weißer Bluse.
Foto: Naomi Fischer

Christine Breitruck ist das ganze Jahr für ihre Familie da. Für sie selbst bleibt da wenig Zeit. Das ändert sich gerade, und Mann und Kinder finden das richtig gut.

Bei Christine Breitruck sieht der Alltag nicht viel anders aus als bei vielen Hausfrauen und Müttern. Er spielt sich irgendwo zwischen Küche, Herd und Waschmaschine ab. Dazu kommen die zwei sieben und elf Jahre alten Kinder und ihr Mann, wo sie schaut, dass es allen gut geht. Aber für sich selbst, da nimmt sie sich kaum Zeit. Zumindest war das bis voriges Jahr so.

Im Beruf als Beamtin hat sie Dienstkleidung getragen, und wenn sie jetzt in der Elternzeit ihrer Freundin in einer Bäckerei in Bad Wörishofen zur Hand geht, streift sie sich ein Poloshirt über. Da braucht es kein großes Styling. Alltagsklamotten reichen. Und an den Füßen trägt sie flache Schuhe, am liebsten Turnschuhe.

Eigentlich hat Christine Breitruck gar keinen Spaß am Einkaufen

Dann hat sie diesen ominösen Gutschein geschenkt bekommen. Und der sollte ihre Einstellung nachhaltig verändern. Das war vor über einem Jahr. Ihre Chefin hatte ihr einen Einkaufsgutschein geschenkt. Christine Breitruck brauchte lange, bis sie sich durchrang, diesen einzulösen. Sie hat einfach keinen Spaß am Einkaufen. Verfallen lassen mochte sie ihn aber auch nicht. Und so stand sie eines Tages ohne Voranmeldung in der Tür des Geschäfts von Silvia Schromm in Bad Wörishofen, die Frauen in Sachen Mode berät.

Ihre ersten Worte waren: „Ich hasse einkaufen!“ Silvia Schromm war sich sicher, das wird so nicht bleiben, „wir finden was.“ Zwei Hosen hat sie ihr zum Anprobieren gegeben – und beide passten wie angegossen. Damit war das Eis gebrochen. Für eine Kreuzfahrt zum Kap, die Christine Breitruck mit ihrer Familie gebucht hatte, benötigte sie entsprechende Kleidung. Sie wollte nicht mehrere Koffer mitschleppen. Es sollte Kleidung sein, mit der man sich auch sehen lassen konnte, zum Beispiel beim Essen.

Zum Muttertag beschenkt sich Christine Breitruck selbst

Und tatsächlich: Zu dieser Reise nahm sie deutlich weniger mit als zu früheren Urlauben, fühlte sich umgekehrt aber deutlich besser. Silvia Schromm hat auch bei Breitrucks daheim vorbeigeschaut und den Kleiderschrank durchforstet. Da flogen dann alle Teile heraus, die zu eng geworden waren. „Zielhosen“ nennt sie das, wenn die Größe nicht mehr passt, man aber meint, irgendwann wieder hineinzupassen. Das wird meist nichts. Zurück bleibt eher Frust. Und den sollte man sich ersparen. Alles andere aber, was zeitlos kombinierbar ist, blieb im Schrank.

Das gefällt auch der 44-jährigen Breitruck. Und deshalb schaut sie wieder vorbei, um sich selbst zu beschenken – warum nicht gleich zum Muttertag? Ihr Mann hat sie ausdrücklich dazu ermuntert, und sogar der Breitruck’sche Osterhase hat einen Zuschuss im Garten versteckt.

Christine Breitruck mit Seidenbluse und dunkler Hose ...
Foto: Naomi Fischer

Mit dabei hat sie ihre siebenjährige Tochter Sara, die sichtlich Spaß an der kleinen Modenschau mit ihrer Mama hat. Die Erstklässlerin weiß auch selbst schon, auf was es ankommt. Beim Fotoshooting ist sie gleich auf ihre Mama zugelaufen und hat ihr erklärt, wie sie die Tasche richtig halten muss, damit es professionell aussieht.

Der Muttertag ist bei Familie Breitruck ein Familientag

Hose, Jacke, Kleid, Jeans bekommt die 44-Jährige zum Anprobieren und kombiniert die Sachen zusammen. Manches hat sie auch mitgebracht, um passende Ergänzungen zu finden. Da ist nichts Überkandideltes dabei. Dazu reicht ihr Silvia Schromm die passenden Schuhe, auch mal mit Absätzen, die Christine Breitruck eigentlich kaum trägt. Dieses Detail werde oft zu wenig beachtet, sagt Schromm.

... und nicht zuletzt im zeitlos schicken Kleid.
Foto: Naomi Fischer

So kann der Muttertag kommen, der bei Familie Breitruck, wie bei den meisten, wohl auch ein Familientag ist. Sara hat für ihre Mama natürlich auch schon ein Geschenk vorbereitet. Sie hat das dem Reporter schon mal verraten. Für Frau Breitruck heißt das aber: Ab hier sollte sie den Artikel erst am Sonntag weiterlesen.

In der ersten Klasse hat Sara nämlich fleißig mit ihrer Kunstlehrerin gebastelt. „Wir haben ein Bild gemacht“, erzählt sie strahlend. Verschiedenfarbige Fäden hat sie hineingewoben. Bei der Farbe hatte die Siebenjährige freie Auswahl. „Ich habe rot genommen, wegen der Liebe, weil ich Mama so mag.“

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