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Fußball

19.10.2019

Angekommen in der ungeliebten Liga

Schwere Gegner und wenig Zuschauer: Dieses Szenario wurde vor dem Saisonstart bei den in die Kreisklasse Allgäu 1 umgesiedelten Vereine gerne an die Wand gemalt. Doch wie sieht es nach den ersten zehn Spieltagen wirklich aus?
Bild: Lenuweit

Plus Im Sommer war die Umgruppierung einiger Vereine in die Kreisklasse Allgäu 1 das große Thema. Nach zehn Spieltagen zeigt sich: Manche Befürchtungen bestätigen sich.

Dass die Kreisklasse Allgäu 1 kein Zuckerschlecken werden würde, war den umgruppierten Mannschaften aus dem Unterallgäu vor der Saison klar. Sportlich wurde die „Memminger“ Kreisklasse stärker eingeschätzt. Dazu hatte man die Sorge, dass die Zuschauerzahlen und damit die Einnahmen weniger werden. Haben sich diese Befürchtungen bestätigt?

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Ist die Kreisklasse Allgäu 1 stärker als die Kreisklasse Allgäu 2?

Zumindest scheint die sportliche Herausforderung eine andere zu sein. Denn nach zehn Spieltagen belegen mit dem SV Bedernau, FC Loppenhausen und Türkiyemspor Mindelheim gleich drei Mannschaften aus dem Mindelheimer Raum die letzten drei Plätze der Tabelle. Auch Kreisliga-Absteiger FSV Dirlewang tut sich schwer und ist aktuell nur Zehnter. Dass die Kreisklasse an sich für Aufsteiger Türkiyemspor Mindelheim eine Herausforderung sein wird, war abzusehen.

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Dass aber der SV Bedernau, in der Vorsaison immerhin noch Dritter der Kreisklasse Allgäu 2, und der FC Loppenhausen (2018/19: 6. Platz) die beiden direkten Abstiegsplätze belegen, ist etwas überraschend. So hat Schlusslicht SV Bedernau bereits sieben Niederlagen auf seinem Konto. Zwei Siege und ein Remis machen gerade einmal zehn Punkte aus zehn Spielen. Wie so oft bei Mannschaften in dieser Tabellenregion kommen mangelnde Durchschlagskraft im Sturm (nur elf Tore) und eine fehlerhafte Defensive (schon 28 Gegentore) zusammen und ergeben dieses Gesamtbild. Ein Grund ist sicher auch der Weggang von Thomas Hölzle. Der Mittelfeldspieler war in der Sommerpause zum SV Egg gewechselt und hinterlässt ein kreatives wie torgefährliches Vakuum im Bedernauer Spiel.

Geteiltes Leid, halbes Leid?

Zwei Punkte besser steht der FC Loppenhausen da. Größte Veränderung hier war im Sommer der Trainerwechsel. Für Besim Miroci, der den FCL von der B-Klasse in die Kreisklasse geführt hatte, sitzt seit Sommer Jürgen Deinhart auf der Bank. Der 43-Jährige hofft nun im Derby gegen den SV Schöneberg auf ein Ende der Sieglos-Serie (siehe Spiel der Woche). Auf Rang zwölf, dem Relegationsplatz, steht Aufsteiger Türkiyemspor Mindelheim. Auch hier gab es einen Trainerwechsel im Sommer: Für Aufstiegscoach Apo Özkarabacak ist nun Oktay Demirkiran für das Team verantwortlich. Gleich drei Spieler hatte er im Sommer von seinem vorigen Verein, dem SV Salamander Türkheim mit nach Mindelheim gebracht. Das Problem der Mindelheimer: Ihnen fehlt die Konstanz. In den vergangenen Wochen wechselten hohe Siege mit ähnlich hohen Niederlagen ab.

Auch der FSV Dirlewang tut sich noch schwer. Einem Zwischenhoch mit drei Siegen in Serie folgten zuletzt drei Spiele ohne Sieg. „Das ist aber eher eine Ergebnis-, denn spielerische Krise“, sagt Trainer Thomas Knerr. Seine Mannschaft habe die Spiele gegen Lachen (0:3) und Egg 2 (2:3) dominiert, aber unglücklich verloren. In Egg habe man den Gegner nach zwei Platzverweisen sogar zu neunt in dessen Hälfte eingeschnürt.

Knerr schätzt die Kreisklasse Allgäu 1 stärker ein, als die Kreisklasse Allgäu 2 – aus einem bestimmten Grund: „Hier profitieren viele Vereine von Spielern, die in Memmingen gut ausgebildet wurden, dann aber nicht so recht zum Zug kamen.“ Zwei, drei individuell starke Spieler reichten, um eine Mannschaft deutlich zu verbessern. „Steinheim etwa hat drei Spieler, die ohne Weiteres zwei Ligen höher spielen könnten“, ist sich Knerr sicher.

Für Benjamin Lippl, Abteilungsleiter des SV Schöneberg, ist der qualitative Unterschied zwischen den beiden Ligen dagegen nur marginal: „Ich hätte mit einem größeren Unterschied gerechnet. Es gibt drei richtig starke Teams mit Steinheim, Memmingerberg und Dickenreishausen. Aber solche gibt es mit Buchloe und Kirchheim in der Kreisklasse Allgäu 2 auch.“

Sind die Zuschauerzahlen bei den betreffenden Vereinen eingebrochen?

Auf den ersten Blick kann man das bei vier der fünf Vereine bejahen. So verzeichnen der FSV Dirlewang, Türkiyemspor Mindelheim, FC Loppenhausen und SV Schöneberg einen Rückgang der Zuschauerzahlen. Zählte etwa der SV Schöneberg in der Vorsaison im Schnitt 102 Fans pro Heimspiel, so sind es aktuell nur 78. Auch der FSV Dirlewang muss einen Schwund hinnehmen. Statt der 122 Fans pro Spiel zu Kreisliga-Zeiten sind es aktuell nur 96 Zuschauer pro Heimspiel.

Allerdings sind es in dieser Spielzeit nicht die Nachbarschaftsduelle, die für großen Zuschauer-Andrang sorgen, sondern eher Spiele gegen bisher „unbekannte“ Teams. Türkiyemspor Mindelheim begrüßte etwa 120 Zuschauer beim Heimspiel gegen den SV Memmingerberg und nur 50 als es gegen den SV Bedernau ging.

Was auffällig ist: Nach den Spielen kehren wenige Gästefans aus dem Memminger Raum im Sportheim ein. „Wenn wir auswärts nach dem Spiel noch ins Vereinsheim gehen, dann sind die Vereine meistens recht überrascht“, sagt Schönebergs Benjamin Lippl. Das sei in der Kreisklasse Allgäu 2 anders gewesen. „Da haben wir uns schon wohler gefühlt“, sagt Lippl.

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