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Eishockey

09.02.2020

Der ESV Türkheim macht es wieder spannend

„Das Quäntchen Glück hat vor dem Tor gefehlt.“ Türkheims Trainer Michael Fischer war mit dem Auftritt seiner Mannschaft (links: Fabian Guggemos) gegen den ESC Kempten 1b zwar zufrieden, musste aber dennoch eine Niederlage einstecken.
Bild: Georg Schoder

Plus Gegen den ESC Kempten 1b verpasst der ESV Türkheim eine Vorentscheidung um Platz zwei. Damit kommt es nächste Woche zu einem Fernduell um die Play-off-Qualifikation.

Das hatte man sich in Türkheim gänzlich anders vorgestellt. Im vorletzten Spiel der Saison war schließlich der Tabellenvorletzte aus Kempten zu Gast – und der ESV Türkheim rechnete natürlich mit einem Heimsieg, um dann im besten Fall, den zweiten Platz sicher zu haben. Doch weit gefehlt.

Zwar spielte die Konkurrenz mit: Der bereits als Meister feststehende ERC Lechbruck gewann sein Heimspiel gegen den Türkheimer Verfolger HC Maustadt und gab so praktisch die Steilvorlage für eine mögliche Vorentscheidung im Kampf um den Play-off-Platz zwei. Doch dann leisteten sich die Türkheimer am Freitagabend auf eigenem Eis eine 4:5-Niederlage gegen den ESC Kempten 1b.

Türkheim ist ersatzgeschwächt, bei Kempten läuft ein Ex-Profi auf

Die hatte ihre Gründe: So musste Türkheims Trainer Michael Fischer seine Sturmreihen umstellen, da mit Felix Ambos, Lucas Lerchner, Darius und Joel Sirch ein Quartett nicht zur Verfügung stand. Diese Probleme hatte Kemptens Trainer Helmut Wahl nicht. Er konnte eine äußerst erfahrene Mannschaft um die ehemaligen Landesligaspieler Pichler, Engler, Linnartz, Clermont und Strauss sowie den tschechischen Zweitligaspieler Filip Matejka und den Oberliga erfahrenen Markus Wartosch einsetzen.

Der ESV Türkheim macht es wieder spannend

So war es dann auch Matejka, der die Gäste in der zwölften Minute in Überzahl in Führung brachte. Kempten legte nur vier Minuten später nach, als Engler mit einem fulminanten Schlagschuss auf 2:0 erhöhte. Türkheim zeigte sich aber nicht geschockt: Andreas Pross traf zum 2:1 (17.) und glichen kurz vor der Pause durch Fabian Guggemos aus. Es war zugleich das 100. Tor für den ESV Türkheim in der laufenden Saison.

Im zweiten Drittel scheiterte Pross zunächst am Pfosten, in der 29. Minute aber gingen die Hausherren dann erstmals in Führung. Kempten hatte eben erst ein Unterzahlspiel überstanden, das beendete Tim Färber einen schönen Angriff der Türkheimer zum 3:2. Die Gäste glichen jedoch in der 35. Minute durch Matejka zum 3:3 aus und gingen zwei Minuten später erneut in Führung. „Bei den beiden Gegentreffern haben wir nicht gut ausgeschaut, da hat man die Abgeklärtheit der Kemptener Führungsspieler gesehen“, sagte Türkheims Sportlicher Leiter Franz Döring.

Im Schlussdrittel hat Türkheim Pech vor dem Tor

Im Schlussdrittel erhöhte Kempten in der 43. Minute durch Engler auf 5:3, was die Türkheimer nun gehörig unter Druck setzte. Erst in der 55. Minute gelang Pross per Abstauber der 4:5-Anschlusstreffer. Als zwei Minuten vor Schluss der ESC Kempten 1b in Unterzahl auf dem Eis stand, nahm Michael Fischer eine Auszeit, um seine Mannen auf die Schlussoffensive einzuschwören. So nahm er Torhüter Bernthaler vom Eis für einen weiteren Stürmer. Doch in der Folge scheiterten die Türkheimer mehrfach knapp, sodass der Ausgleich nicht mehr fallen wollte und es beim 5:4-Sieg des ESC Kempten 1b blieb.

„Mir war klar, dass das eine enge Kiste wird. So einfach konnten wir unsere fehlenden Spieler nicht kompensieren. Dazu kommen noch der eine oder andere Angeschlagene, Trainingsrückstände und dieser Gegner“, sagte Franz Döring. „Trotzdem bin ich mit der Leistung zufrieden, wir liegen immer noch auf Kurs und sind Tabellenzweiter.“ Türkheims Trainer Michael Fischer haderte etwas mit dem fehlenden Glück: „Heute hat uns die Durchschlagskraft und das Quäntchen Glück vor dem Kemptener Tor gefehlt. Die Einstellung hat bei meinem Team schon gepasst. Verloren haben wir das Spiel durch grobe Fehler im Abwehrverhalten. Das wusste Kempten sofort auszunutzen.“

So geht der Kampf um den zweiten Tabellenplatz, der zur Teilnahme an den Play-offs berechtigt, in die nächste Runde und wird erst am letzten Spieltag kommendes Wochenende entschieden. Dann haben die Türkheimer erneut Heimrecht – und erneut kommt ein Kellerkind. Das abgeschlagene Schlusslicht EV Königsbrunn gastiert dann am Sonntag, 16. Februar, um 16.30 Uhr in Türkheim. Zwei Stunden später stehen sich dann die beiden Verfolger HC Maustadt und SC Lindenberg gegenüber. „Es sollte für uns trotzdem reichen“, sagte ein optimistischer Franz Döring.


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