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Schießen

13.11.2019

Schützin aus Dillishausen erzielt Weltklasse-Ergebnis

Michaela Kögel führte die Bundesligaschützen des SV Pfeil Vöhringen am vergangenen Wettkampfwochenende nicht nur zu einem weiteren Sieg, sondern knackte als erste Schützin in dieser Saison die magische 400-Ringe-Marke.  	„Ich musste nicht unbedingt gewinnen. Das hat es vielleicht leichter gemacht.“
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Michaela Kögel führte die Bundesligaschützen des SV Pfeil Vöhringen am vergangenen Wettkampfwochenende nicht nur zu einem weiteren Sieg, sondern knackte als erste Schützin in dieser Saison die magische 400-Ringe-Marke. „Ich musste nicht unbedingt gewinnen. Das hat es vielleicht leichter gemacht.“
Bild: Stefan Kümmritz

Plus In Mittelneufnach hat Michaela Kögel den Schießsport erlernt. Mittlerweile ist sie in der Luftgewehr-Bundesliga angekommen – und sorgt dort nun für Furore.

Einmal die 100 Meter unter zehn Sekunden laufen, einmal ein Hole-in-one schlagen oder einmal die Streif unfallfrei und unter zwei Minuten auf Skiern bezwingen – allesamt Ergebnisse, wie sie sich Sprinter, Golfer oder Skirennfahrer erträumen. Für Sportschützen gibt es diese eine Marke, die einen perfekten Wettkampf illustriert: 400 Ringe.

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Genau diese 400 Ringe hat nun am vergangenen Bundesliga-Wochenende Michaela Kögel (vormals Egger) aus Dillishausen erzielt. Die 26-jährige Verwaltungsfachangestellte schießt seit zehn Jahren für den SV Pfeil Vöhringen, stieg mit der Luftgewehrmannschaft in die Bundesliga auf und stand vor zwei Jahren schon im Meisterfinale. Aber 400 Ringe? „Das habe ich noch nie geschafft, weder in einem Wettkampf noch im Training“, sagt Kögel.

Und das will etwas heißen, immerhin steht die 26-Jährige seitdem sie zehn Jahre alt ist am Schießstand. Mit einer Ausnahmegenehmigung durfte sie damals bei ihrem Heimatverein Frisch Auf Mittelneufnach mit dem Luftgewehr anlegen. Schnell wurde ihr Talent sichtbar. Es gab kaum einen Rundenwettkampf, den sie nicht dominierte.

Schützin aus Dillishausen erzielt Weltklasse-Ergebnis

Vor zehn Jahren wechselt sie nach Vöhringen

Vor zehn Jahren wagte sie dann den Schritt zum SV Pfeil Vöhringen, einem der besten Schützenvereine Bayerns – und einem Hort Unterallgäuer Spitzenschützen. Erich Huber, der heuer Senioren-Weltmeister wurde, schoss ebenso für die Vöhringer wie aktuell Florian Krumm aus Dirlewang. Er wurde in diesem Jahr Dritter bei der deutschen Meisterschaft und ist stolz auf seine Teamkollegin: „400 Ringe hat in Vöhringen noch nie einer gehabt. Auch ich hab’ es nur mal im Training geschafft“, sagt Krumm.

Das Ergebnis von Michaela Kögel ist das Sahnehäubchen auf eine bislang eindrucksvolle Saison der Vöhringer Bundesligaschützen. „Wir schießen qualitativ sehr gut zurzeit“, sagt Krumm. Nach sechs Wettkämpfen steht das Team von Trainer Sven Martini noch ohne Punktverlust auf dem ersten Platz.

Am vergangenen Wochenende war man beim SV Petersaurach (Mittelfranken) für zwei Wettkämpfe zu Gast.

Dezimiert

Und das gänzlich ohne die starken ausländischen Schützen wie die Inderin Elavenil Valarivan, den Ukrainer Oleg Tsarkov oder den russischen Weltmeister Sergey Kamenskiy.

Als Nummer eins gesetzt in den Wettkampf

Deshalb stand Michaela Kögel auch in den beiden Wettkämpfen gegen Gastgeber SV Petersaurach und den SV Niederlauterbach auf Position eins. Eine Aufstellung, die ihr den Druck nahm. „Auf der eins tritt man gegen Weltklasse-Schützen an, die einen Schnitt von 398 Ringen und mehr haben“, sagt Michaela Kögel. Zwar hatte sie mit 395 Ringen bis dato auch einen guten Schnitt, „aber es war nicht klar, dass ich den Punkt holen würde. Ich musste nicht unbedingt gewinnen. Das hat es vielleicht leichter gemacht“, sagt sie.

Ihre Gegnerin vom SV Petersaurach war Ayonika Paul, eine Inderin, deren Schnitt bei 399 Ringen liegt. Auch gegen Michaela Kögel gelangen ihr 399 Ringe, zum Sieg reichte es aber eben nicht. „Die waren alle ganz schön überrascht“, sagt Kögel über ihren Coup. Während des Wettkampfs habe sie keinen Gedanken daran verschwendet, dass sie auf dem Weg zu einem derart herausragenden Ergebnis sein könnte. „Trotz einer 200er-Serie denkt man da nicht dran“, sagt sie. Das gesamte Team zeigte an diesem Tag eine starke Leistung: Beim 5:0-Sieg mit 1982:1965 Ringen erzielten sie ihr bestes Bundesliga-Ergebnis. Tags darauf gewannen die Vöhringer mit 5:0 (1975:1960) gegen den SV Niederlauterbach.

Mittlerweile muss es die perfekte Zehn sein

Doch woran liegt es, dass die Vöhringer im Allgemeinen und Michaela Kögel im Speziellen in diesem Jahr so stark sind? „Vor zwei Jahren waren wir als Aufsteiger noch Außenseiter. Jetzt haben wir uns gut reingekämpft“, sagt Kögel. „Die Erfahrung macht natürlich viel aus. Und die haben wir mittlerweile gesammelt.“ Auch ihr Trainer bereitet sie gut vor und nicht zu vergessen der Ausstatter. „Wir werden alle von Walther super ausgestattet. Die Gewehre werden auf uns abgestimmt, da haben wir schon Vorteile“, sagt Kögel.

Pfeil-Schützen mit Traumstart in der Bundesliga

Und noch eine Sache habe sich in ihren Augen verändert. Weil die meisten Bundesligaschützen auch bei internationalen Wettkämpfen antreten, bei denen nach Zehntel Ringen gewertet wird, habe sich diese Denkweise auch auf die Bundesliga übertragen. „Es reicht nicht mehr nur der Zehner, es muss die perfekte Zehn sein“, sagt sie. Dadurch sei das Niveau nochmals angestiegen. Dass ihr nun, nach der Geburt ihres Sohnes und der einjährigen Wettkampfpause, dieses Fabelergebnis gelang, damit hat Michaela Kögel nicht gerechnet: „Nochmal so ein Wochenende wird es eher nicht geben.“

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