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Mindelheim

02.05.2020

Sport-Ergebnisse: Schnöde Zahlen, die wir wegen Corona dennoch arg vermissen

Irina Gorr war heuer die drittschnellste Frau Bayerns über 400 m.
Bild: Axel Schmidt

Plus Der Sport lebt von Ergebnissen und Punkteständen. Zurzeit fehlen die Wettkämpfe jedoch. Grund genug für uns, einige Zahlen aus dem Unterallgäuer Sport vor Corona zu würdigen.

Der Fußball im Unterallgäu pausiert seit dem 24. November 2019. Also 158 Tage ohne Tore, ohne Siege und Niederlagen, ohne Punkte. Auch in anderen Sportarten warten Mannschaften wie Einzelsportler seit Wochen und Monaten auf das, nach dem sie auch im Amateurbereich immer streben: nach guten Ergebnissen. Wir haben uns auf die Suche gemacht nach den vermutlich letzten Resultaten vor der Corona-Pandemie.

Ein besonderes Tor in Breitenbrunn, ein Mini-Lewandowski in Markt Wald

7:0 Im letzten Spiel vor der Winterpause, am 24. November 2019, empfing der SV Breitenbrunn in der A-Klasse Allgäu 2 den SV Frechenrieden. In der 84. Minute kann Frechenriedens Torhüter Jona Roth einen Schuss abwehren, doch der Ball landet beim eingewechselten Breitenbrunner Jakob Dilba. Der 19-Jährige fackelt nicht lange und schießt den Abpraller Richtung Tor. Der Ball findet den Weg ins Netz, es ist das 7:0 für den SV Breitenbrunn – und zugleich das letzte Tor in der A-Klasse Allgäu 2 vor der Winter- und der anschließenden Corona-Pause. „Wow, das ist ja richtig cool“, sagt Jakob Dilba zu seinem „historischen“ Treffer. „Dann hab ich damit ja den Deckel drauf gemacht“, lacht er.

Dass die Saison noch bis mindestens Ende August pausiert, ist für ihn zurzeit verschmerzbar – im wahrsten Sinne des Wortes. (Lesen Sie hier: Fortsetzung ab September: Das sagen Unterallgäuer Fußballvereine)

Sport-Ergebnisse: Schnöde Zahlen, die wir wegen Corona dennoch arg vermissen

Der 19-Jährige erholt sich aktuell von einer Hand-Operation. Das Kahnbein hatte er sich gebrochen. An Fußball wäre für ihn somit eh nicht zu denken. Aber das Drumherum vermisst er dennoch: „Die legendären Sonntage nach einem Heimspiel im Sportheim – die fehlen mir schon.“

Auch in anderen Ligen gibt es Spieler, die das vorerst letzte Tor in dieser Spielzeit erzielt haben. Angefangen von Legaus Dominic Böswald und dessen 2:2-Ausgleichstor im Spiel gegen den TSV Kammlach in der 89. Minute ( Kreisliga Mitte) über Markus Zauzig (SV Dickenreishausen) und sein Tor zum 1:1 gegen den FC Loppenhausen (90.) in der Kreisklasse Allgäu 1 bis hin zu Fabian Pfanzelt (SV Pforzen), der im Spiel der Kreisklasse Allgäu 2 in der 88. Minute den 5:1-Endstand gegen den TSV Mittelneufnach erzielte. In der B-Klasse Allgäu 2 heißt der letzte Torschütze Michael Metz, der in der 90. Minute den 2:2-Ausgleich für die SG Rammingen/Kirchdorf 2 beim SV Oberrieden 2 erzielte. In der B-Klasse Allgäu 8 war es Mindelheims Gottfried-Hubert Wesseli, der mit seinem vierten Tor im Spiel gegen den TSV Kirchheim 2 zum 5:0-Endstand in der 89. Minute traf.

Niko Titz (vorn) erzielte vor der Zwangspause noch einen Fünferpack.
Bild: linde

5:0 Ein echtes Highlight am bisher letzten Spieltag der A-Klasse Allgäu 2 lieferte Markt Walds Stürmer Niko Titz. Der 23-Jährige erzielte beim 5:0-Heimsieg gegen die SG Wiedergeltingen/ Amberg 2 alle fünf Tore für seinen Klub. Seinen Fünferpack schnürte Titz zwischen der 13. und der 63. Spielminute. Nicht ganz so schnell wie Bayern-Star Robert Lewandowski einst bei seinem Bundesligarekord (fünf Tore in neun Minuten) gegen den VfL Wolfsburg zwar, aber dennoch äußerst eindrucksvoll.

Neue Bestzeit für Sprinterin des TV Türkheim

57,64 sec. So schnell lief Irina Gorr vom TV Türkheim in diesem Jahr über die 400 Meter. Es war bei den bayerischen Hallenmeisterschaften der Leichtathleten, die Ende Februar in München stattfanden. Es war nicht nur eine neue persönliche Bestzeit für die junge Athletin, sondern auch die drittschnellste Zeit in jenem Wettbewerb. Die brachte ihr also die Bronzemedaille ein. (Ein Porträt über Irina Gorr lesen Sie hier: Läuferin des TV Türkheim ist in Bayerns Spitze angekommen)

Thorsten Albrecht entschied das letzte Punktspiel zugunsten des TTSC Warmisried in der Landesliga Westsüdwest. Zum Aufstieg reichte es knapp nicht.
Bild: linde

11:3 Im fünften Satz zwischen dem Warmisrieder Thorsten Albrecht und dem Königsbrunner Adrian Fischer stand es am 7. März 10:3 für Albrecht, als dieser den nächsten Ballwechsel für sich entschied. Damit holte sich Albrecht nicht nur den Einzelsieg gegen Fischer, sondern sorgte mit diesem Sieg auch dafür, dass der TTSC Warmisried sein Heimspiel in der Tischtennis-Landesliga Westsüdwest mit 9:3 gegen den TSV Königsbrunn 2 gewann.

Es sollte der letzte Warmisrieder Punkt in dieser Saison gewesen sein, denn am 1. April entschied der Deutsche Tischtennisverband zusammen mit den einzelnen Landesverbänden, dass die Saison abgebrochen wird. Der TTSC Warmisried beendete damit die Landesliga-Spielzeit auf Rang zwei. (Lesen Sie hier: Wegen Corona: Beim TTSC Warmisried bleibt das Happy-End aus)

Türkheims Volleyballer spielen weiter in der Regionalliga.
Bild: linde

25:19 Ebenfalls am 7. März sollten die Volleyballer des SVS Türkheim in der Regionalliga ihr letztes Spiel absolvieren. Doch als die Türkheimer in Bayreuth im dritten Satz den entscheidenden Punkt zum 25:19-Satzgewinn und damit dem 3:0-Sieg markierten, wusste das noch niemand. Vielmehr hofften die Mannen um Spielertrainer Robert Frey auf ein kleines Volleyball-Wunder am letzten Spieltag. Dann nämlich sollte am 21. März der bereits als Meister feststehende Meister VGF Marktredwitz in Türkheim gastieren.

Türkheimer Volleyballer profitieren vom Saisonabbruch

Um noch eine Chance auf den Klassenerhalt zu haben, hätten die Türkheimer einen ebenso glatten 3:0-Sieg benötigt, wie sie ihn gegen Bayreuth gefeiert hatten. Doch dazu kam es nicht mehr. Stattdessen entschied der Volleyballverband relativ schnell, dass aufgrund der Corona-Pandemie die Saison abgebrochen wird. Sämtliche Vereine, die rein rechnerisch noch eine Chance auf den Aufstieg oder den Klassenerhalt hatten, durften frei entscheiden, in welcher Liga sie in der nächsten Saison antreten wollen. Die Türkheimer haben sich für einen Verbleib in der Regionalliga entschieden. (Lesen Sie hier: Türkheim bleibt oben - dank der Corona-Krise)

In der Verlängerung des letzten Hauptrundenspiels erzielte der Mindelheimer Patrick Reimer seinen 357. und bislang letzten Treffer in der DEL.
Bild: linde

357 Dieser Wert ist einmalig, denn er bezeichnet die Anzahl der Tore, die Patrick Reimer in der höchsten deutschen Eishockey-Liga, der DEL, bislang erzielt hat. Der Mindelheimer, der seit der Saison 2003/04 in der DEL spielt (bis 2012 bei der Düsseldorfer EG, seit 2012 bei den Nürnberg Ice Tigers), hat am 8. März im letzten Hauptrundenspiel doppelt getroffen. Ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub Düsseldorf.

Den 3:2-Siegtreffer für die Ice Tigers erzielte Reimer in der Verlängerung (62.). Damit wären die Nürnberger als Tabellenachter in die Play-offs eingezogen und wären in der ersten Runde auf die Grizzlys aus Wolfsburg getroffen. Zwei Tage später jedoch, am 10. März, gibt die DEL bekannt, dass sie die Saison abbrechen wird. (Lesen Sie hier: Patrick Reimer: „Es tut weh, aber ich kann es nachvollziehen“)

Vinzenz Hörmann erzielte das letzte Tor für den TSV Mindelheim.
Bild: linde

27:25 Vinzenz Hörmann war es vorbehalten, das letzte Tor für die Mindelheimer Handball-Herren in der Bezirksliga Alpenvorland zu erzielen. Gebracht hat es nichts mehr, denn sein Treffer in der Schlussminute des Spiels beim TSV Murnau war nur eine Ergebnis-Kosmetik. Mit 25:27 mussten sich die Mindelheimer den Oberländern geschlagen geben und lagen nach dem 17. (und Corona-bedingt letzten) Spieltag auf dem neunten Platz.

Die Mindelheimer Frauen lagen in der Bezirksoberliga-Saison nach der 13:28-Niederlage gegen die HSG Würm-Mitte 2 am 18. Spieltag ebenfalls auf Rang neun. (Lesen Sie hier: Maristenkolleg Mindelheim sperrt seine Sporthallen)

185,7 Der Deutsche Handball-Bund (DHB) reagierte auf die Corona-Pandemie mit einem vorzeitigen Saisonende in allen Ligen sowie einer neuen Berechnung der Tabellen. Diese Quotientenregelung ermöglicht es den Landesverbänden, die mitunter schiefen Tabellenstände in eine möglichst faire Endtabelle umzuwandeln.

Mindelheimer B-Juniorinnen feiern Handball-Meisterschaft

Jubeln durften damit die Mädchen der Handball-B-Jugend des TSV Mindelheim. Die Mannschaft von Trainerin Sonja Schimkat hatte bis zum Zeitpunkt der Saisonunterbrechung den ersten Platz in der Bezirksliga Südwest inne. Nach der Quotientenregelung (Punkte geteilt durch die Anzahl der Spiele, anschließend mit 100 multipliziert) behalten die Mindelheimer mit 185,7 Punkten den Platz an der Sonne deutlich vor dem TV Immenstadt auf Rang zwei (150,0 Punkte) und dürfen sich damit Meister der Bezirksliga Südwest nennen.

Christoph Bischlager holte sich Titel Nummer 146.
Bild: linde

42,95 m So weit warf Christoph Bischlager den Diskus bei der deutschen Leichtathletik-Meisterschaft der Senioren am 29. Februar in Erfurt. Der gebürtige Warmisrieder, der als Gehörloser in der Altersklasse M35 an den Start ging, gewann mit dieser Weite den Titel. Im Kugelstoßen wurde er zwei Tage später mit einer Weite von 13,79 Metern Vizemeister. „Diskus war gut, mit der Kugel ist es nicht so gut gelaufen“, sagt Bischlager.

Doch eine Woche später wurde es besser. Dann stand er bei der deutschen Gehörlosen-Meisterschaft der Leichtathleten in Hamburg erneut im Ring. Mit einer Weite von 14,71 Metern sicherte er sich hier den deutschen Meistertitel – seinen insgesamt 146. „Damit bin ich seit zehn Jahren in der Halle ungeschlagen“, sagt er stolz.

Bischlager hat noch Hoffnung für die WM in Polen

Bischlager war also eigentlich gut in die Saison gestartet, die im Juli mit der Gehörlosen-WM in Polen im Juli einen echten Höhepunkt hätte. „Eigentlich beginnen jetzt die Freiluft-Wettkämpfe, aber alles wurde abgesagt oder verschoben. Erst ab September können, zum jetzigen Stand, einige Wettkämpfe nachgeholt werden“, so Bischlager. „Die WM in Polen ist bis jetzt aber noch nicht abgesagt oder verschoben worden. Ich warte also ab.“ Und wie hält sich ein Leichtathlet in einer Zeit ohne Wettkämpfe fit? „Ich halte mich fit, indem ich jogge, Fahrrad fahre und Home-Work-out mache. Täglich trinke ich einen selbst gemachten Ingwer-Shot. Ich hoffe, dass ich ab übernächster Woche wieder ins Krafttraining einsteigen kann“, sagt Bischlager. (Lesen Sie hier: Christoph Bischlager sammelt Medaillen)

Das Schachfestival in Bad Wörishofen war das letzte Sportevent.
Bild: linde

53,5 Mit dieser Buchholz-Zahl sicherte sich der russische Großmeister Evgeny Vorobiov den Sieg beim diesjährigen Schachfestival in Bad Wörishofen. Weil Verfolger Yago Santiago aus Brasilien nach der neunten und letzten Spielrunde wie Vorobiov 7,5 Punkte auf dem Konto hatte, musste die Buchholzwertung entscheiden. Und die schlug mit eben jenen 53,5 Punkten (gegenüber Santiagos 51 Punkte) zugunsten des Russen aus. Am 14. März ging dieses Turnier im Kursaal in Bad Wörishofen zu Ende und stellt damit den letzten großen Sportwettkampf im Unterallgäu vor den Corona-Beschränkungen dar. (Lesen Sie hier: Schachturnier: Diese Frau hat ein großes Ziel)

176 Bei der Sportlerehrung des Landkreises Unterallgäu wären heuer 176 Einzelsportler und 46 Mannschaften eingeladen gewesen. Zum letzten Mal in seiner Amtszeit hätte Landrat Hans-Joachim Weirather den Geehrten im Mindelheimer Forum die Landkreismedaille überreicht. Stattdessen wurden die Medaillen und Glückwünsche per Post verschickt. (Lesen Sie hier: Unterallgäuer Sportler bekommen ihre Medaillen heuer per Post)

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