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30.01.2020

Aktien statt Sparbuch: Die Börsen-Oma gibt Finanztipps

Beate Sander begann vor 20 Jahren an der Börse mit Aktien zu handeln. Ihr Startkapital: 30000 Euro. Heute besitzt die 82-Jährige rund zwei Millionen Euro. Ihre Geheimnisse hat sie 350 interessierten Zuhörern im Bürgerhaus in Senden verraten.
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Beate Sander begann vor 20 Jahren an der Börse mit Aktien zu handeln. Ihr Startkapital: 30000 Euro. Heute besitzt die 82-Jährige rund zwei Millionen Euro. Ihre Geheimnisse hat sie 350 interessierten Zuhörern im Bürgerhaus in Senden verraten.
Foto: Ursula Katharina Balken

Börsenkennerin Beate Sander gibt im rappelvollen Bürgerhaus in Senden Ratschläge. Die 82-Jährige ermuntert ihre Zuhörer dabei vor allem zu mehr Mut in Sachen Kapitalanlagen.

Man ist nie zu alt, um Neues zu lernen. Eine Weisheit, die sich Beate Sander zunutze gemacht hat. Vor 20 Jahren begann sie, sich mit Aktien zu beschäftigen. Sie stieg mit 30000 Euro ein. Daraus wurden zwei Millionen. Jetzt mit 82 Jahren gilt sie als gewiefte Börserianerin, ist gefragter Gast bei TV-Interviews, Talk-Runden und nun auch bei der Sparkasse Neu-Ulm-Illertissen. Die Faszination der Geldvermehrung führte 350 Besucher in den großen Saal des Bürgerhauses in Senden. Kein Platz war mehr frei.

Wer sie sieht, wie sie in schlichter Bluse und dunkler Hose auf der Bühne Wirtschaftsjournalistin Angelika Hensold gegenüber sitzt, käme kaum auf den Gedanken, eine Frau vor sich zu haben, deren Kenntnisse manchen Banker erblassen lassen. Sie spricht Klartext, für jeden verständlich und versucht erst gar nicht mit dem Vokabular eines Aktiengurus zu imponieren. Mutig sein, heißt ihre Devise, auch wenn man sich auf unbekanntes Parkett begibt. Allerdings sollte man einen Berater einer Bank an seiner Seite haben und sich mit Hilfe von Literatur in die Welt der Aktien einlesen. Vielleicht auch als vorsichtig formulierte Werbung auf die von ihr verfassten Fachbücher.

Beate Sander: "Kursrückgänge gehören zum Alltag"

Wie ist ihre Strategie? Man muss Begeisterung für eine Sache aufbringen, einen kühlen Kopf bewahren, Disziplin walten lassen, langfristig planen, denn an der Börse reich zu werden erfordert eine Strategie und viel Geduld. Bahnt sich ein Crash an, dann nicht in Hektik geraten, alle vom augenblicklichen Niedergang betroffenen Papiere auf den Markt werfen. Die Praxis, so sagt Sander, habe gezeigt, dass nach Überwindung der Talsohle, es wieder aufwärts geht und dann diese Aktien im Wert wieder steigen. Den Markt kontinuierlich verfolgen, sie habe schon Aktien preiswert erworben, was sich im Nachhinein mehr als gelohnt hat. Und ganz wichtig – sich nicht durch Kursschwankungen irritieren lassen. „Kursrückgänge gehören zum Alltag.“

Was sie empfiehlt? Sich in Zukunftstechnologien zu engagieren, dazu gehört auch, sich kundig zu machen, was sich wirtschaftlich auf dem Markt tut. Sich auf eine oder zwei Aktien zu konzentrieren, hält sie für falsch. Das Portfolio sollte breit gestreut sein. Und immer darauf achten, dass man die besten Rennpferde im Stall behält. Beate Sander überlässt nichts dem Zufall. Aus dem Internet holt sie sich Informationen über die verschiedenen Branchen. Einer ihrer gern gebrauchten Kernsätze „wer mit Aktien umgeht, sollte daran denken, dass man wie im Garten erst richtig säen muss, bevor man ernten kann.“ Mit Aktien zu handeln, sei heute wesentlich leichter. Früher brauchte man einen Termin bei der Bank, heute setzt man sich an den Laptop, die neuen Kommunikationstechnologien machten die Sache einfacher. Angefangen habe sie übrigens mit der Telekom-Aktie, dazu wurde der Einstieg leicht gemacht, zum Beispiel, wenn man das Papier ein Jahr hielt. Dann gab’s einen Zusatzbonus.

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Die Fragen aus den Zuhörerreihen waren vielschichtig. Ein Besucher wollte wissen, was tut man mit Aktien, die keinen Wert mehr hätten und nannte die Papiere der Deutschen Bank die einen Schrotthaufen darstellten. Dem widersprach Sander. „Die Deutsche Bank ist kein Schrotthaufen, nachdem es eine neue Führungsspitze gebe, sei Optimismus durchaus angebracht.

Zum Schluss fragte Moderatorin Angelika Hensold den Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Neu-Ulm-Illertissen, Armin Brugger, nach seiner Meinung über den Abend. Er sieht sich, wie er sagte, voll bestätigt, das gute, alte Sparbuch habe ausgedient. Der Markt gehöre der Aktie. Und er riet zur fachkundigen Beratung.

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