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Pfaffenhofen

13.05.2015

Alle Augen auf die alte Schule

Die Alte Schule ist für Pfaffenhofen wichtig – dort treffen sich die Vereine und es finden Kurse zur Schulvorbereitung statt. Demnächst soll das Gebäude saniert werden, dafür steht laut Haushaltsplan ab 2015 Geld zur Verfügung.
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Die Alte Schule ist für Pfaffenhofen wichtig – dort treffen sich die Vereine und es finden Kurse zur Schulvorbereitung statt. Demnächst soll das Gebäude saniert werden, dafür steht laut Haushaltsplan ab 2015 Geld zur Verfügung.
Bild: Andreas Brücken

Pfaffenhofen will bald sein Vereinshaus sanieren. Gleichzeitig gibt es 2015 viele andere Wünsche – das alles soll ohne Kredite gelingen. Doch 2016 sieht das schon wieder anders aus

Die Einwohner vermehren sich, die Steuereinnahmen sprudeln und in diesem Jahr will die Marktgemeinde keine neue Schulden machen: Finanziell steht Pfaffenhofen aktuell recht gut da – das war bei der Präsentation des Haushaltsplans im Haupt- und Bauausschuss zu erfahren. Nachdem die neue Mehrzweckhalle bei der Hermann-Köhl-Schule nahezu bezahlt ist, wird der Markt heuer insgesamt 3,5 Millionen Euro investieren und damit „nur“ etwas mehr als die Hälfte des Betrags von 2014 (6,3 Millionen). Bürgermeister Josef Walz sprach trotzdem von einer „stolzen Summe“. So soll sich in diesem Jahr einiges tun: Der von vielen lang ersehnte Zapfensteg wird gebaut (100000 Euro), der Ortsgarten beim Rathaus angelegt (120000) und für die Sanierung der Alte Schule in Pfaffenhofen stehen 300000 Euro im Plan.

Um das alles zu bezahlen, muss Pfaffenhofen ins Ersparte greifen: Etwas mehr als zwei Millionen Euro wollen Kämmerer Erich Spann und seine Nachfolgerin Katrin Müller-Gau aus den Rücklagen nehmen – insofern alle Vorhaben auch wirklich umgesetzt werden sollen. Mehrere Projekte hat sich der Markt auch für 2016 vorgenommen – falls auch dann noch fleißig umgesetzt wird, ist ein Kredit fällig. Laut Plan muss sich Pfaffenhofen eine Million Euro leihen.

Der Ausschuss stimmte dem Budgetentwurf zu, allerdings gab es hier und da Nachfragen. Dabei brach im Ausschuss ein alter Konflikt wieder auf – als es um die Personalkosten der Gemeinde ging, machte Andreas Wöhrle (FWG) die umstrittene Zeiterfassung für Bauhofmitarbeiter zum Thema. Wie berichtet, hatte jener Vorschlag im März im Rat zu einer emotionalen Debatte geführt, aufgrund der Ratsmitglied Klaus Vidal schließlich seinen Rücktritt einreichte.

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„Es ist nicht so, dass wir nichts erfassen“, betonte Walz jetzt. Außerdem werde demnächst ein Organisationsgutachten in Auftrag gegeben. Wöhrle blieb dabei: „Es wäre schön, wenn man das mal dargelegt hätte.“ So wäre wohl viel „Zinnober“ erspart geblieben.

Einwohner: Aktuell wohnen rund 7000 Bürger im Markt und seinen Ortsteilen. Das sind einige mehr als noch im Vorjahr – und 200 mehr, als eine Studie noch vor einigen Jahren vorhergesagt hatte. „Die Prognose war falsch“, sagte Walz mit Blick in die Zahlen. Mit neuem Bauland sei man dem Negativtrend erfolgreich begegnet.

Steuern: Viele Pfaffenhofer haben Arbeit – und bezahlen brav ihre Steuern. Das bekommt die Gemeinde zu spüren. So rechnen die Kämmerer mit Einnahmen von 3,65 Millionen Euro aus der Einkommensteuer (2014: 3,4). Die ansässigen Betriebe werden 1,5 Millionen abführen und damit 100000 Euro mehr als im Vorjahr.

Alte Schule: Für einen Ausbau der Alten Schule in der Hauptstraße in Pfaffenhofen sind dieses Jahr 300000 Euro vorgesehen, für 2016 und 2017 noch einmal Summen in gleicher Höhe. Darin sind Vereine und die Arbeiterwohlfahrt untergebracht, in einem Anbau außerdem der Kindergarten St. Monika. Was hier bautechnisch geschehen soll, ist noch nicht klar, betonte Bürgermeister Walz. Aktuell sei man dabei, den Bestand zu erfassen – dann werde der Rat entscheiden. Der Kindergarten sei vor 27 Jahren als Übergangslösung eingerichtet und seither einige male umgebaut worden. Rolf Gaßner (SPD) sagte, es handelte sich um eine „ganze wichtige Einrichtung“ für den Markt, da dort auch schulvorbereitende Kurse stattfinden.

Hauptstraße: Für den Ausbau der Gehwege und der Hauptstraße Pfaffenhofens stehen insgesamt 1,37 Millionen Euro im Plan. Ein „stolzer Posten“, fand Rätin Hildegard Mack. Sie fragte, wie „realistisch“ die Summe sei, wo doch das neue Verkehrskonzept samt angedachtem Umbau der Tavernekreuzung noch nicht feststehe. Kämmerer Spann meinte, er habe hier mit Zahlen „aus grauer Vorzeit“ operiert. Und Walz bestätigte, die Werte aus dem Jahr 2007 stimmten heute nicht mehr, es komme viel mehr darauf an, wie ein aktuell zu erstellendes Verkehrsgutachten ausfalle. Für den bereits ausgebauten, südlichen Teil der Straße seien zwischen 800000 und 900000 Euro angefallen – von daher werde die im Plan stehende Zahl von 1,37 Millionen wohl ohnehin nicht reichen. Walz: „Aber da wissen wir noch rein gar nichts.“

Im kommenden Jahr stehen Geh- und Radwege zwischen Remmeltshofen und Steinheim, zwischen Biberberg und Balmertshofen und zwischen Balmertshofen und Beuren auf dem Wunschzettel, sagte Bürgermeister Walz. Falls dann alle anvisierten Vorhaben gestemmt werden sollen, muss der Markt sich aber Geld leihen.

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