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Roggenburg

04.06.2015

Ameisen im Trinkwasser

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Die Keime gelangten wohl über Ameisen ins Trinkwasser.
Bild: Seidl-Cesare (Symbol)

Keime wurden in Schießen, Schleebuch und Unteregg entdeckt – Chlor muss ins Netz

Rote Zettel in ihren Briefkästen haben die Bürger in den Roggenburger Ortsteilen Schießen, Schleebuch und Unteregg gefunden. „Achtung“, heißt es darauf. Und: „Desinfektion des Trinkwassers.“ Weil bei Messungen sogenannte coliforme Keime gefunden worden seien, werde Chlor beigefügt. Für die Zubereitung von Nahrung, das Zähneputzen und zum Reinigen offener Wunden solle ausschließlich abgekochtes Wasser verwendet werden, ist auf den Papieren zu lesen. Bei einigen Adressaten sorgten die Wurfsendungen offenbar für Unbehagen. Sie hätte sich mehr Informationen zu der Hygieneaktion gewünscht, machte eine Frau gegenüber unserer Zeitung deutlich.

Grund zur Sorge bestehe nicht, bekräftigte der zuständige Wasserversorgungsverband auf Anfrage. Nachdem man in Wasserproben einige Keime entdeckt hatte, sei sofort die Desinfektion mit Chlor veranlasst worden. Betroffen davon waren rund 400 Haushalte in den Ortsteilen. Eine Suche habe die Ursache für die Verunreinigung zutage gefördert: Offenbar waren Ameisen durch eine undichte Stelle in den Hochbehälter in Schießen gelangt. Diese sei in Absprache mit dem öffentlichen Gesundheitsdienst am Landratsamt Neu-Ulm umgehend repariert, der ganze Hochbehälter gereinigt worden.

Die Ergebnisse der danach entnommenen Proben lagen gestern im Gesundheitsamt vor – es gibt keinen Grund mehr zur Beanstandung, bestätigte Martin Küfer, Geschäftsbereichsleiter des Gesundheitsdienstes. „Es ist alles in Ordnung.“ Darüber werde der private Versorger seine Kunden erneut mit Postwurfsendungen in Kenntnis setzen. Die Information ist aus Küfers Sicht vorbildlich gelaufen. Die Bürger hätten durch die Zettel Bescheid gewusst, zudem war eine Telefonnummer für Rückfragen angeben.

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Man habe sehr genau hingeschaut, betont der Mediziner. Fürs Trinkwasser gelten strenge Schutzanforderungen. „Da sind wir sensibel.“ Allerdings sei es mitunter nicht zu vermeiden, dass das Wasser mit der Umwelt in Kontakt komme und Bakterien hineingelangten. „Das kann passieren.“

Coliforme Keime kämen überall in der Natur vor, etwa auf Blättern oder Bäumen. Viele der dazugehörigen Bakteriengattungen seien für den Menschen harmlos, andere hingegen nicht hinnehmbar, so Küfer. Sobald das Wasser gechlort werde, komme beim Verbraucher allerdings „nichts mehr an“.

Wenn solche Keime gefunden werden, gibt es aus Sicht des Gesundheitsdiensts stets Grund zur Nachforschung, dann steht eine Suche nach Rissen oder Rohrbrüchen an – „ohne in Panik zu geraten“, wie der Leiter des Gesundheitsdiensts sagt. Die coliformen Keime seien nicht so schädlich wie die ähnlich klingenden Kolibakterien. Jene gelangten über Kot ins Wasser und könnten schwere Krankheiten auslösen.

Nicht immer lasse sich die Ursache für Keime im Wasser ergründen – anders in Roggenburg, wo der Einfluss recht schnell entdeckt werden konnte. „Wir sind zufrieden“, sagt Küfer. (caj)

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