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Weißenhorn

31.05.2017

Anton H. Konrad stellt die Heimat in Büchern vor

An einigen Werken im Verlagsprogramm hat Anton H. Konrad selbst mitgeschrieben. Für unsere Zeitung hat er jüngst einen Beitrag zum 300. Geburtstag des Roggenburger Abts Georg Lienhardt verfasst. 
Bild: Andreas Brücken

Der Weißenhorner Verleger wird am Mittwoch 80 Jahre alt. Auf einige Werke aus seinem Haus ist er besonders stolz. Ein großes Projekt will er 2019 fertig haben.

Anton Hubert Konrad ist ein großer Freund von Kunst und Kultur. Das wird beim Gang durch sein Haus ersichtlich, in dem zahlreiche Gemälde hängen. Außergewöhnlich ist das Gebäude, in dem der Verleger wohnt und sein gleichnamiger Verlag untergebracht ist. Es ist das alte Schulhaus in Weißenhorn. „Das war eine Ruine, als ich es 1976 gekauft habe“, erzählt Konrad, der am Mittwoch 80. Geburtstag feiert.

Zu dem großen Tag lädt der Unternehmer und Kreisheimatpfleger seine Gäste nach Illertissen ein. Ein Besuch im Bienenmuseum steht unter anderem auf dem Programm. Konrad ist erfreut, wie sich seine Geburtsstadt entwickelt hat: „Illertissen hat jetzt seine Denkmäler im Griff“, sagt er. Bis 1973 habe ein Kreisheimatpfleger wenig Handhabe gehabt. Seit dem Jahr gibt es das bayerische Denkmalschutzgesetz.

Nach dem Abitur am Kolleg der Schulbrüder verließ Konrad zunächst für ein paar Jahre seine Heimat. Bei der Lehre im Verlag W. Kohlhammer in Stuttgart lernte er seine Frau Christl kennen, mit der inzwischen seit 53 Jahren verheiratet ist. Nach dem Abschluss lebte Konrad zunächst einige Monate in London. Anschließend studierte er Kunstgeschichte, Archäologie und Historische Hilfswissenschaften in München und Würzburg. 1961 gründete er seinen Verlag, der drei Jahre später von Neu-Ulm nach Weißenhorn zog. Erster Titel im Programm war ein Kunstführer zum Barock um Ulm. Es folgten viele Kirchenführer, für die der Verleger oft selbst Texte schrieb.

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Was Konrad nach eigener Aussage von anderen Verlegern unterscheidet: „Ich bin kein Manager. Ich kenne die Archive auch von innen.“ Blut geleckt hatte Konrad, als er 1955 das damals noch ziemlich verfallene Kloster Roggenburg entdeckt hatte. „Es hat mich gereizt, das zu erforschen“, erzählt er heute. Als Beamter wollte er sich aber nicht mit Kunstgeschichte befassen. So war ihm die Idee gekommen, den Verlag zu gründen. Dessen Publikationsradius reichte bald weit über Ulm und die Umgebung hinaus. Vom Bodensee bis Altbayern griffen die Bücher verschiedene Themen auf – unter anderem Ortsgeschichten und Literaturgeschichte. Hinzu kommen bis heute zahlreiche Bücher über Klöster und Monografien zu Künstlern des Barock und Rokoko. Für eine Reihe von Katalogen zu historischer Kartografie hat der Verlag mit den Staatsbibliotheken in München und Berlin zusammengearbeitet. Gedruckt werden die Bücher in Memmingen, verkauft werden sie auch in der eigenen Buchhandlung im alten Schulhaus.

Besonders stolz ist der Verleger auf ein üppiges Werk von Angelika Marsch. Auf fast 700 Seiten zeigt es historische Stadtansichten aus ganz Europa, gezeichnet von Friedrich Bernhard Werner (1690-1776). Beeindruckend ist auch das großformatige Reisebilderbuch des Pfalzgrafen Ottheinrich. Der ritt im Winter 1536/37 mit einem Tross von Neuburg/Donau nach Krakau und Berlin. Ein mitreisender Künstler zeichnete alle Städte auf dem Weg. „Von vielen Städten wie Berlin sind das die ältesten gemalten Ansichten“, sagt Christl Konrad.

Vor zwei Jahren hat das Ehepaar Konrad die Buchproduktion an seinen jüngeren Sohn Christoph übergeben. Im Geschäft ist der Verlagsgründer aber noch immer. Nun hat er aber Zeit, sich wieder dem Thema seiner Doktorarbeit zu widmen, die vor 50 Jahren in der Schublade verschwand. Zum 300. Geburtstag des Weißenhorner Rokokomalers Franz Martin Kuen im November 2019 will Konrad eine reich bebilderte Monografie herausbringen.

Ehrenamt und Ehrungen:

1964-1988: Anton Hubert Konrad ist Vorsitzender des Heimat- und Museumsvereins Weißenhorn

Seit 1970 Kreisheimatpfleger, zunächst im Landkreis Illertissen, später auch im Kreis Neu-Ulm.

1989: Konrad erhält die Kommunale Verdienstmedaille in Bronze des Freistaats Bayern.

2013: Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland

2014: Ehrennadel der Stadt Weißenhorn

2016: Konrad bekommt den Max-Spindler-Preis für sein herausragendes verlegerisches Werk.

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