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Ulm/Altheim-Alb

19.02.2021

Arzt kommt mit dem Linienbus zu einem Notfall bei Ulm

Normalerweise kommt der Notarzt mit seinem Einsatzfahrzeug oder dem Rettungshubschrauber zum Notfallort. Doch in Altheim/Alb fuhr der Notarzt am Freitagvormittag mit dem Linienbus vor.
Bild: Matthias Heigl

Plus Weil der Rettungshubschrauber nur weit entfernt von einer Notfallstelle im Alb-Donau-Kreis landen konnte, griff der Notarzt zu einer ungewöhnlichen Beförderung.

Normalerweise kommt der Notarzt mit seinem Einsatzfahrzeug oder dem Rettungshubschrauber zum Notfallort. Doch in Altheim/Alb fuhr der Notarzt am Freitagvormittag mit dem Linienbus vor.

Wenn der Notarzt mit dem Auto unterwegs ist, kommt er auch innerorts schnell an jeden Punkt, braucht aber lange zu weiter außerhalb liegenden Ortschaften. Mit dem Rettungshubschrauber kommt der Notarzt zwar schnell auch zu entlegeneren Ortschaften, doch ist es nicht immer so einfach, nah an die Einsatzstelle zu kommen. Wenn die Gegend um den Notfallort dicht bebaut ist, muss der Hubschrauber am Ortsrand langen. Der Notarzt und der Notfallsanitäter müssen dann mitsamt Notfallrucksäcken, Sauerstoffflasche und EKG-Gerät zu Fuß zur Einsatzstelle kommen. Die medizinische Besatzung des Ulmer Rettungshubschraubers „Christoph 22“ besteht dabei aus durchtrainierten Soldaten, doch da das Gepäck mehrere Dutzend Kilo wiegt, ist die körperliche Beanspruchung hoch. Daher trampen der Notarzt und der Notfallsanitäter immer wieder in den Ort hinein, außerdem halten spontan Autofahrer am landenden Hubschrauber und bieten eine Mitfahrgelegenheit an.

Fahrer des Linienbus Langenau–Altheim machte eine Pause

Am Freitag war der hilfsbereite Fahrer jedoch der Fahrer des Linienbus Langenau – Altheim, der neben dem Rettungshubschrauber anhielt. Busfahrer Oliver Ridder hatte am Ortsrand von Altheim seine Pause verbracht und von dort den Rettungshubschrauber auf den Ort zufliegen sehen. Nachdem er ein paar Fotos vom fliegenden Hubschrauber gemacht hatte, bemerkte er, dass der Pilot einen geeigneten Landeort am Ortsrand suchen muss.

Auch wenn Ridder nur noch drei Minuten Pause hatte, ist er dann mit seinem Bus sofort losgefahren und hat an der Landestelle sein Fahrzeug angeboten, „weil sich das auch so gehört“. Für den Busfahrer ist das nach seinen Worten eine Selbstverständlichkeit und es war auch nicht das erste Mal. Vor einigen Jahren hat er auch schon einmal in Weidenstetten die Hubschrauberbesatzung zur Einsatzstelle gefahren.

Rettungshubschrauber „Christoph 22“ kam aus Ulm angeflogen

In dem geräumigen Bus konnte das medizinische Team mitsamt Gepäck bequem zum Notfallort reisen, Busfahrer Ridder von der Firma Klöpfer musste danach sofort weiter, denn mittlerweile warteten die Fahrgäste an den Haltestellen auf ihren Linienbus. Bereits an der dritten Haltestelle war der Bus wieder pünktlich unterwegs. Der Notarzt fuhr nach der Erstversorgung des Patienten mit dem Rettungswagen in das Krankenhaus mit. Der Rettungshubschrauber flog ohne Notarzt zum Krankenhaus. Am Ulmer Bundeswehrkrankenhaus ist ständig ein zweiter Notarzt verfügbar, der bei einem weiteren Einsatz zugestiegen wäre.

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