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Landkreis Neu-Ulm

03.07.2020

Auch die Sauberkeit im Landkreis Neu-Ulm ist ein Corona-Opfer

Der Containerstandort am Sendener Festplatz ist oft zugemüllt – wie hier zu sehen. Das Foto entstand am gestrigen Donnerstag.
Bild: Alexander Kaya

Plus Während der Lockdown-Phase haben die Menschen im Landkreis Neu-Ulm die Container-Standorte zugemüllt, vor allem mit Pappe. Jetzt wird wieder für Ordnung gesorgt.

Die Corona-Krise zwingt die Menschen zu mehr Disziplin, vor allem beim Gesundheitsschutz. Doch das scheint für andere Bereiche nicht zu gelten, etwa bei der Sauberkeit: Während der Zeit des verschärften Lockdowns registrierte der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises (AWB) deutlich mehr Müll an den Containerstandorten. Dort sah es nicht selten verheerend aus. An einem Platz geht es ganz besonders chaotisch zu.

Pappe am Container: Das hat zugenommen

Es sind vor allem die Kartonagen, die in jüngster Zeit die Containerstandorte zumüllen. Das berichtete AWB-Chef Thomas Moritz jetzt den Mitgliedern des Kreis-Werkausschusses. Während des Lockdowns kauften die Menschen verstärk in Online-Shops ein und ließen sich die Waren nach Hause liefern. Das geht jedoch stets mit einer mal größeren, mal kleineren Menge Papp-Abfalls einher. Der verstopft zunehmend die Papiercontainer. „Das hat massiv zugenommen“, sagt Moritz, „früher kam das ab und zu vor, doch jetzt ist das richtig augenfällig“. Dabei kämen die Menschen auf die wahnsinnigsten Ideen: „Die Verpackung einer Waschmaschine passt nicht in den Container, der ist dann verstopft und es geht nichts anderes mehr hinein.“ Und wenn nichts mehr reingeht, dann landet der Karton eben neben dem Behältnis.

Pappe gehört in den Wertstoffhof

Wie Moritz gegenüber unserer Redaktion sagte, sei das während des Lockdowns noch deutlich stärker gewesen als jetzt. Allerdings glaubt er nicht, dass die Bürgerinnen und Bürger nach den schrittweisen Lockerungen der coronabedingten Beschränkungen wieder zu völliger Müll-Disziplin zurückkehren, denn der Trend zum Online-Einkauf habe sich eher verstärkt. Und damit bleibt für viele die Frage: Wohin mit der Pappe? Ganz einfach: Sie gehört auf den Wertstoffhof. Das betonte Moritz ausdrücklich. Dort könne sie problemlos abgegeben werden.

Größtes Container-Problem in Senden

Allerdings landet nicht nur Pappe zwischen den Recycling-Behältern, sondern so ziemlich alles, was sich nicht in eine Mülltonne oder durch einen Containerschlitz stopfen lässt. Moritz berichtet von Wohnungseinrichtungen und Matratzen, die dort entsorgt würden. Besonders schlimm geht es beim Containerstandort am Sendener Volksfestplatz zu: „Der ist wirklich schwierig.“ Dort stellen die Menschen so ziemlich alles ab, was sich transportieren lässt. Auch an anderen Containerplätzen im Sendener Stadtgebiet hat die Entsorgungsdisziplin wieder deutlich nachgelassen. Dort wurde nach massiven Beschwerden verschärft kontrolliert, was dann auch zu größerer Sauberkeit führte, doch mittlerweile sind nach Darstellung von Moritz wieder die alten Sitten eingerissen. Doch seiner Ansicht nach bringt es nichts, deswegen die Containerplätze aufzulösen, denn dann lande der Müll eben woanders. Zumindest für den Volksfestplatz will der AWB zusammen mit der Stadt und dem zuständigen Entsorgungsunternehmen nach einer Lösung suchen, die möglicherweise heißt: mehr Überwachung. Allerdings müssten alle Maßnahmen noch verhältnismäßig sein.

Nach Beobachtung des AWB gibt es in Sachen Sauberkeit ein gewisses Stadt-Land-Gefälle: Wo mehr Menschen zusammen leben, herrscht eine größere Laxheit im Umgang mit dem Müll. Moritz bittet in diesem Zusammenhang die Kommunen, sich an den AWB zu wenden, wenn ein Standort besonders auffällt. Während der Lockdown-Phase wurden die Containerstandorte auch nicht geputzt, das will der AWB nun nachholen lassen. Moritz kündigte an, dass nun gereinigt werde, auch unter den Behältern. Außerdem will der Abfallwirtschaftsbetrieb alte gegen neue tauschen lassen.

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