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Neu-Ulm/Ulm

01.01.2019

Auf die gute Nachbarschaft der zwei Städte

Beim Neujahrsempfang priesen Ulms OB Gunther Czisch (links) und Neu-Ulms OB Gerold Noerenberg die Gemeinsamkeit beider Städte.
Bild: Alexander Kaya

Neu-Ulm und Ulm betonen beim Neujahrsempfang das Zusammengehörigkeitsgefühl, allerdings nur das der Städte

In Zeiten, in denen Spaltung, Trennung und Konfrontation die Debatten bestimmen, haben Neu-Ulm und Ulm die Gemeinsamkeit und das Miteinander betont. Das betraf vor allem das Verhältnis der beiden Städte, die ihre Bürgerinnen und Bürger traditionell zum gemeinsamen Neujahrsempfang bitten. Diesmal war wieder die bayerische Seite dran. Oberbürgermeister Gerold Noerenberg beschwor im Edwin-Scharff-Haus die „freundschaftliche, gutnachbarliche Zusammenarbeit“ mit den Ulmern. Das sei einer Politik der Vernunft zu verdanken, die „immer wieder zum Konsens bereit ist und die auf beiden Seiten der Donau den gesamten Lebensraum Ulm und Neu-Ulm im Auge hat“. Noerenberg sprach vom „Brücken bauern“ und „Grenzen überwinden“. Wörtlich sagte er: „Unsere funktionierende Stadtlandschaft ist die Voraussetzung für den gegenseitigen Umgang mit Respekt, für gute Nachbarschaft, innergesellschaftlichen Frieden und ein Vertrauen in die Politik.“

Den Nuxit streift der OB nur am Rande

Zusammenführen sollen die Neu-Ulmer auch die Feierlichkeiten zu 150 Jahren Stadterhebung. Sie sollen nach den Worten von Noerenberg „ein Fest der Bürger werden“ und auch den Zusammenhalt unter den Stadtteilen fördern, der bekanntlich nicht sehr ausgeprägt ist. Auch am Stolz auf die Heimatstadt mangelt es zuweilen. „Immer noch sagt der Neu-Ulmer, der am anderen Ende der Welt gefragt wird, woher er komme: aus Ulm! Dagegen sagt der Pfuhler, er komme aus Pfuhl“, so Noerenberg. Dabei werde Neu-Ulm in den vergangenen zwei Jahrzehnten von einem dramatischen, aber geordneten Wachstumsprozess geprägt. Etwa tausend Menschen ziehen alljährlich in die Große Kreisstadt – was sie möglicherweise bald nicht mehr ist. Das Thema Nuxit streifte Noerenberg nur am Rande, indem er auf das alte Athen zurückgriff. In besonders heiklen Fällen habe der oberste Rat der Stadt den Juristen empfohlen, nicht zu urteilen, vielmehr sollten sie die Beteiligten auffordern, nach 100 Jahren wieder vor den Schranken des Gerichts zu erscheinen. Noerenbergs Fazit: „Wird die Kreisfreiheit Neu-Ulms in 100 Jahren noch ein Thema sein? Ich glaube nein.“ Die längst fällige Entscheidung werde sich vielmehr einreihen „als Wegmarke in der konsequenten Entwicklung der jungen Stadt.“

Jammern auf hohem Niveau

Das Ulmer Stadtoberhaupt Gunther Czisch betonte ebenfalls besonders stark das Miteinander in der Stadtgesellschaft. Es sei schon immer der Ulmer Weg gewesen, einfach die beste Lösung für die Stadt zu suchen. Er rief die Menschen auf, „weniger zu bruddla“ und mehr Zuversicht zu verbreiten. Zudem stehe Ulm sehr gut da: „Wir jammern auf hohem Niveau.“

Was die Veränderungen in der Stadt betrifft, so hob er vor allem die Eröffnung der Straßenbahnlinie 2 hervor, das größte Verkehrsprojekt der Stadtgeschichte. Besonders gefreut habe ihn, dass die Tram und die Feierlichkeiten zur Inbetriebnahme der Strecke so viele Emotionen geweckt haben: „Das war nicht zu erwarten.“ Und auf die Straßenbahnbrücke über die Bahngleise, könne man richtig stolz sein.

Ein zentrales Thema der Zukunft wird nach den Worten von Czisch der Bau von Wohnungen sein, die für alle erschwinglich sind. Und auch er sprach von Brücken: Die nach Neu-Ulm seien ganz besonders wichtig – und sie müssen für viel Geld erneuert werden.

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