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Ulm

28.11.2017

Bei der Uni entsteht ein Millionenbau auf Luftfedern

Das Zentrum für Quanten- und Biowissenschaften gilt als weiterer wichtiger Baustein für die Entwicklung der Universität und Medikamente der Zukunft.

Im Jahr des 50. Geburtstags beschert der Bund die Universität Ulm nicht nur mit lobenden Worten: Am Montag wurde Richtfest für den Neubau des Zentrums für Quanten- und Biowissenschaften (ZQB) auf dem Campus am Oberen Eselsberg gefeiert. Der Neubau kostet rund 23 Millionen Euro. Die Investitionen kommen zur Hälfte aus Bundesmitteln und je zu einem Viertel von der Universität Ulm und dem Land Baden-Württemberg. „Mit dem neuen Zentrum machen wir den Oberen Eselsberg fit für die nächsten 50 Jahre“, sagte Finanzministerin Edith Sitzmann im Vorfeld, die sich jedoch beim Festakt vertreten ließ.

Zwischen Albert-Einstein-Allee und Meyerhofstraße wird die Universität in Richtung Osten um ein zukunftsträchtiges Feld erweitert. „Die Quantenwissenschaften ermöglichen uns völlig neue Einblicke in die Welt biologischer Systeme. Die innovative Technik im ZQB in Ulm schafft die Voraussetzung, dass Forscher aus Physik, Chemie und molekularer Medizin neue Ansätze für die Entwicklung von Medikamenten und Biomaterialien erforschen können“, betonte Ulrich Steinbach, Amtschef des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK) beim Richtfest.

Das Zentrum für Quanten- und Biowissenschaften gilt als wichtiger Baustein

Das Potenzial der Quantentechnologie sei noch nicht ausgeschöpft und die zweite Quantenrevolution stehe bevor. Ulmer Forscher hätten hierfür beste Voraussetzungen - nicht zuletzt durch den Bau des ZQB.

Universitätspräsident Professor Michael Weber bezog sich in seinem Grußwort auf die rege Bautätigkeit im Jubiläumsjahr der Universität: „Viele Baustellen auf dem Campus zeigen, dass die Universität lebt. Voraussetzung für den Bau des ZQB sind hervorragende Forschung und hohe Drittmitteleinwerbungen“ betonte Weber. Das neue Forschungsgebäude sei ein wichtiger Baustein des Masterplans Wissenschaftsstadt.

In dem viergeschossigen Gebäude werden ab Anfang 2019 etwa 115 Forscher in hochmodernen Laboren zusammenarbeiten. Gemeinsam wollen sie neue quantentechnologische Verfahren entwickeln und in die biomedizinische Forschung und Diagnostik tragen. Ihre Ziele sind hochleistungsfähige Sensoren und die Verbesserung bildgebender Verfahren – ein Beispiel ist die Magnetresonanztomographie (MRT).

Das Gebäude ist auf Luftfedern gelagert

Um Forschungsprojekte mit hochsensibler Messtechnik durchführen zu können, wurde das einzigartige Gebäude auf die Bedürfnisse der Wissenschaftler abgestimmt. Bauliche Besonderheiten betreffen beispielsweise die Laserlabore im Untergeschoss, die als „Raum im Raum“ errichtet werden. Auf Luftfedern gelagerte Sonderfundamente garantieren zudem eine Dämpfung von Schall, Erschütterungen und Elektromagnetismus.

Die Quantenwissenschaft ist ein Forschungsschwerpunkt der Universität Ulm. Gemeinsam mit Forschern der Universität Stuttgart und des Max-Planck-Instituts für Festkörperforschung Stuttgart haben die Ulmer Forscher wie berichtet die erste Hürde bei der Exzellenzstrategie des Bundes und der Ländern genommen und dürfen in diesem Forschungsfeld und in der Batterieforschung je einen Vollantrag für Exzellenzcluster stellen. (az/heo)

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