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Festival

24.01.2020

Beim Tanzfestival "Ulm Moves" bewegt sich die Stadt mit vereinten Kräften

Mit vereinten Kräften am Programm für Ulm Moves: (von links) Carmen Mark, Thomas Colditz, Karla Nieraad, Jan Ilg, und Domenico Strazzeri.
Foto: Andreas Brücken

„Ulm Moves“ geht im Juni 2020 in die vierte Runde. Ein hochkarätiges Programm mit viel Tanz erwartet die Besucher.

Mit der vierten Auflage wollen die Macher des Tanzfestivals „Ulm Moves“ die Erfolgsgeschichte der Veranstaltung in diesem Jahr fortsetzen. Rund 7000 Besucher kamen vor zwei Jahren zum Festival, das in zweijährigen Abständen stattfindet – rund doppelt so viele als davor. Zur Vorstellung des Programms bekannte sich die Kulturbürgermeisterin Iris Mann als Fan der Veranstaltung: „Es ist großartig, wenn man erlebt, wie sich Hunderte Menschen von der Bewegung in der Stadt anstecken lassen.“

Die Stadt investiert 50.000 Euro in die vierte Auflage von "Ulm Moves"

Etwa 50.000 Euro hat die Stadt Ulm für das Tanzfestival in diesem Jahr zur Verfügung gestellt. „Das ist noch immer extrem wenig in Betracht dessen, was von den Veranstaltern daraus gemacht wird“, sagt die Bürgermeisterin. Zehn Events an neun Tagen mit hochkarätigen Künstlern bekommen die Besucher geboten. Mit dem Parcours soll auch in diesem Jahr wieder die lokale Tanzszene in den öffentlichen Raum gerückt werden. Mit dieser Aktion sollen auch die Zuschauer durch akrobatische Einlagen und mittels pantomimischer Poesie sprichwörtlich in Bewegung gebracht werden, wenn Tanzgruppen aus der Region durch die Stadt ziehen. „Deine Stadt tanzt – tanz deine Stadt“, lautet dann das Motto am Dienstag, 16., bis Freitag, 19. Juni.

Der Startschuss für das Festival wird am Freitag, 12. Juni, mit einer Vernissage des Fotografen Andreas Weidmann im Ulmer Roxy fallen, wo im Anschluss die surreale Tragikkomödie „Prosthesis“ mit der Schwedischen Tanztruppe „Jus de la Vie“ folgt. Mit kraftvoller Bewegungssprache entsteht eine Mischung aus Tiefsinn, Ironie, Brutalität und Humor. Mittelpunkt der Aufführung ist Charlotta Öfverholm, die trotz Hüft- und Sprunggelenkprothese demonstriert, dass körperliche Einschränkungen nicht zwangsläufig als Behinderung betrachtet werden müssen. Damit liegt die Künstlerin ganz im Geiste des diesjährigen Berblinger-Jubiläums. Der gescheiterte Ulmer Flugpionier aus dem 18. Jahrhundert entwickelte nach seinem Absturz die ersten Beinprothesen.

"Ulm Moves" findet im Roxy, im Stadthaus und im Ulmer Zelt statt

Die Strado Compagnia Danza zeigt einen getanzten Einblick in das Leben der mexikanischen Malerin Frida Kahlo, die sich als emanzipierte Kämpfernatur von den Folgen ihrer Kinderlähmung in ihrer künstlerischen Tätigkeit nicht beeinträchtigen lassen wollte: „Wozu brauche ich Beine, wenn ich Flügel habe“, lautet die Überschrift des Abends im Roxy, am Samstag, 13. Juli.

Am Montag, 15. Juni, erleben die Besucher im Stadthaus um 20 Uhr, die Choreografin und Tänzerin Susanna Curtis auf der Suche nach Antworten für das Leben: Philosophisch, poetisch und fast humoristisch erzählt die Künstlerin von ihrer jahrelangen Recherche im zeitgenössischen Tanz. Zerbrechlich zeigt sich die Inszenierung der Compagnie Marion Sparber mit dem Tanzstück „Porzellan-Haus“ im Roxy. Gemeinsam mit Alan Fuentes Guerra wagt sie den Versuch, die Komplexität einer Beziehung zwischen Mann und Frau zu versinnbildlichen. Domenico Strazzeri, der künstlerische Leiter des Festivals, erklärt dazu, dass in diesem Stück die fragilen Lebensträume gleich einem Porzellangebilde zum Ausdruck gebracht werden. Wie bei allen Künstlern des Festivals hat Strazzeri auch die deutsch-italienische Produktion persönlich im Vorfeld besucht.

Das Ensemble "Ultima Vez" aus Belgien tanzt bei "Ulm Moves"

Im Ulmer Zelt ist am Mittwoch, 17. Juli, das Mainfranken Theater Würzburg zu sehen. Mit Chansons, wie auch der Titel des Abends lautet, entführt das Ensemble in die Sinnlichkeit der französischen Lebensart. Als „sarkastische Darstellung eines zerbrechlichen Superhelden“ beschreibt Strazzeri den Soloabend des Tänzers Evandro Pedroni, bei dem sich alles um die neuen Identitäten dreht, die durch Hashtags, Profilen und Posts angenommen werden können. Das Stück ist am Donnerstag, 18. Juni, im Stadthaus zu sehen. Die Tanzcompagnie Gießen setzt am Freitag, 19. Juni, die Emotionen sowie das Umwerben zwischen den Geschlechtern, im Spannungsfeld von Konkurrenz und Lebenslust auf der Bühne des Roxy um.

Den Höhepunkt des Festivals soll, so Strazzeri, das Ensemble Ultima Vez aus Belgien setzen. Ein Tanz um die innere Geschichte, das Drama der Triebe und Instinkte versprechen die Künstler mit ihrem Stück „Traces“. Im Theater Ulm ist die Aufführung am Samstag, 20. Juli, zu sehen. Karten sind im Roxy und im Theater Ulm oder online zu haben.

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Mehr dazu lesen Sie hier: Tanz im Stadthaus Ulm: Aus Worten wird Bewegung

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