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Neu-Ulm

05.05.2020

Bekommt das Donaubad in Neu-Ulm eine neue Rutsche?

Die Rutschenanlage im Donaubad soll erneuert werden.
Bild: Alexander Kaya (Archivfoto)

Plus Das Neu-Ulmer Freizeitbad soll nach der Corona-Krise attraktiver werden. Doch ob die Stadt sich einen Umbau leisten kann, ist fraglich.

Als die Donaubad GmbH ihren Wirtschaftsplan für 2020 erstellte, war die Corona-Krise noch weit weg. Jetzt sind die Zahlen weitgehend hinfällig, denn das städtische Freizeitbad ist seit Wochen geschlossen, die Mitarbeiter sind in Kurzarbeit. Und was wird aus den Plänen für eine Sanierung und Erweiterung der Rutschenanlage?

Laut Plan sollten die Umsatzerlöse des Donaubads in diesem Jahr um knapp 200 000 Euro auf etwas mehr als fünf Millionen Euro klettern. Die Betreiber gingen davon aus, dass die Zahl der Besucher – im Jahr 2019 waren es 618 000 – weiter steigen würde. „Das war der Stand vom November, als wir in den Aufsichtsrat gegangen sind“, sagte Geschäftsführerin Sabine Gauß im Ferienausschuss des Neu-Ulmer Stadtrats.

Die Mitarbeiter des Neu-Ulmer Donaubads sind jetzt in Kurzarbeit

Seit 17. März ist das Donaubad aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen. Man habe versucht, das Personal dennoch zu beschäftigen, so Gauß. Beispielsweise wurde das Bad in den vergangenen Wochen gründlich gereinigt, Unterhaltsarbeiten wurden vorgezogen. Doch seit Anfang Mai sind die Beschäftigten in Kurzarbeit. Betroffen sind laut Gauß etwa 60 Mitarbeiter. Manche sind komplett in Kurzarbeit, andere nur zum Teil. Die Spanne beträgt 20 bis 100 Prozent. Mit dem Betriebsrat wurde eine entsprechende Vereinbarung getroffen.

Das Freizeitbad soll um eine Rutsche erweitert werden

Wann die Schwimmbäder wieder aufmachen können, ist derzeit unklar. Dennoch richtet sich der Blick in Neu-Ulm bereits in die Zukunft. Ziel ist es, die Attraktivität des Donaubads zu steigern, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Deshalb soll die Rutschenanlage saniert und erweitert werden. Die Zahl der Rutschen soll von drei auf vier erhöht werden. Durch die größere Auswahl soll das Angebot für die Badegäste attraktiver werden. Und es sollen mehr Besucher gleichzeitig rutschen können – denn in der Vergangenheit kam es öfter mal zu langen Warteschlangen an den Rutschen, vor allem am Wochenende.

Die Kosten für die geplante Erneuerung betragen 3,2 Millionen Euro

Mit der von der Donaubad GmbH vorgeschlagenen Variante soll zudem die Option offen gehalten werden, zu einem späteren Zeitpunkt noch eine weitere Rutsche einzubauen. Die Sanierung und Erweiterung wird ausgeschrieben. Nächstes Jahr könnte die erneuerte Rutschenanlage in Betrieb gehen. Geschätzte Kosten: 3,2 Millionen Euro. Die Finanzierung soll zu einem Drittel über eine Einzahlung in die Kapitalrücklage der Städte Ulm und Neu-Ulm sowie zu zwei Dritteln über ein Darlehen erfolgen. Neu-Ulm müsste im Haushalt 2021 etwa 320 000 Euro bereitstellen.

Die bestehenden Rutschen im Neu-Ulmer Bad sind 20 Jahre alt

„Die Maßnahme steht unter einem deutlichen Finanzierungsvorbehalt“, betonte Kämmerer Berthold Stier. Das heißt: Erst im Laufe des Jahres wird sich weisen, ob sich die Stadt die Sanierung des Freizeitbads leisten kann oder nicht. Wie berichtet, rechnet Stier mit Steuereinbußen in Millionenhöhe und weiteren Verlusten aufgrund der Corona-Krise. Wie der Kämmerer erläuterte, wollen sich die Städte aber die Möglichkeit einer Erneuerung der Rutschen offen halten. „Die reine Sanierung hätte über zwei Millionen Euro verschlungen, ohne dass wir einen Mehrwert gewinnen“, sagte Stier. Es gehe aber darum, die Attraktivität des Bades zu steigern. „Wir sehen das als den richtigen Schritt an.“ Wenn die Städte nichts machten, liefen sie Gefahr, die Anlage zu verlieren. Denn die Rutschen seien 20 Jahre alt, das Material drohe zu ermüden. „Es kann sein, dass wir die Rutschenanlage innerhalb von kurzer Zeit stilllegen müssen“, so Stier. Und es sei fraglich, ob ein Freizeitbad ohne Rutschen funktioniere.

„Die Rutschenanlage wird eher später realisiert werden als geplant“, vermutete Ulrich Schäufele (SPD). Reinhard Junginger (CSU) sprach von einer „Investition in die Zukunft“. OB Gerold Noerenberg (CSU) sagte in der letzten Sitzung seiner Amtszeit: „Wir haben das Schiffchen Donaubad wieder auf Kurs gebracht. Ich hoffe, dass wir ihn halten können.“

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