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Pfaffenhofen

07.02.2019

Bekommt der Bauhof einen Traktor oder einen Alleskönner?

Der 29 Jahre alte MB-Trac soll im Sommer ausgemustert werden.
Bild: Willi Baur

Ein Fahrzeug des Pfaffenhofer Bauhofs muss ersetzt werden. Doch dies scheint komplizierter zu sein, als es sich anhört - der Marktrat diskutiert schon lange darüber.

Gut Ding will Weile haben, weiß schon ein altes Sprichwort. So gesehen dürfte bei der Ersatzbeschaffung für ein angejahrtes Bauhof-Fahrzeug in Pfaffenhofen nichts schief laufen. Denn die Entscheidungsfindung zieht sich hin. Aber: Zur „unendlichen Geschichte“ soll sich die Hängepartie Bürgermeister Josef Walz zufolge nicht entwickeln. „Vermutlich im Februar kommt die Sache wieder auf die Tagesordnung. Dann muss der Gemeinderat entscheiden“, ließ der Rathauschef auf Nachfrage unserer Redaktion durchblicken.

Wie, mochte er nicht vorhersagen. Mit seinen eigenen Präferenzen allerdings hält er nicht hinterm Berg: „Ich plädiere nach wie vor für einen herkömmlichen Traktor“, so Walz. Dafür hatte er sich schon vergangenen Oktober ausgesprochen, als sich der Marktgemeinderat zum ersten Mal mit dem Thema beschäftigte. Nur: Die Meinungen im Gremium waren so gespalten, dass eine Vertagung opportun schien. Auch die Landwirte am Ratstisch, denen hier eine besondere Kompetenz beigemessen wird, waren sich nicht einig: Traktor oder System-Schlepper, eine Art Multifunktions-Fahrzeug? „Bis zur nächsten Sitzung“, so seinerzeit das Protokoll, sollte eine an jenem Abend berufene Arbeitsgruppe eine Lösung des vertrackten Problems vorschlagen. Daraus wurde nichts. Die Expertenrunde hat zwar inzwischen getagt, wie der Bürgermeister bestätigte, ein einheitliches Meinungsbild sei jedoch nicht zustande gekommen. „Selbst bei den Landwirten nicht“, so Walz.

Das alte Fahrzeug muss ausgemustert werden

Unstrittig ist offenbar nur, dass der 29 Jahre alte MB-Trac ausgemustert werden soll. Das imposante Fahrzeug, einst der ganze Stolz von Mercedes-Benz auf Deutschlands Äckern und Wiesen aber auch kommunalen Bauhöfen, ist störanfällig geworden und muss im Sommer zum „TÜV“. Und ein Ersatz sei „vor allem eine große Geldfrage“. Um die 110000 Euro würde das von Walz favorisierte Modell kosten, rund 255000 Euro dagegen ein „Unitrac“, der vielseitig verwendbare System-Schlepper samt Pritsche mit Ladekran und Greifer.

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Damit nicht genug: „Den Auftrag müssten wir neutral und europaweit ausschreiben“, sagt der Bürgermeister, dazu bräuchte es vermutlich die Hilfe eine Ingenieurbüros. Für eine sachgerechte Beschreibung der gewünschten Konfiguration nämlich. Und das sicher nicht zum Nulltarif, versteht sich. „Das ist irre“, sagt der Rathauschef.

Viel mehr ist über das nicht öffentliche Treffen der Findungsgruppe nicht bekannt. Aber: „Es gibt immer noch zwei Meinungen“, hat der Rathauschef berichtet. Das lässt indirekt zumindest auf ein Teilergebnis schließen. Demnach wäre die im Oktober im Gremium angeregte, allerdings nicht mehr vertieft diskutierte „dritte Variante“ vom Tisch: Ein gebrauchter Schlepper samt Mini-Bagger. Nur dann freilich, wenn sie im Februar nicht erneut aufgetischt werden sollte. Was gut möglich wäre. Denn deren Befürworter war in der Expertenrunde nicht dabei.

Kulturell ist in Pfaffenhofen auch einiges geboten:

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