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Stadtpolitik

13.05.2015

Bissige Töne

Anton Leger und Herbert Ruf sind sich bei der Hauptversammlung auch über Umgehungsstraße uneins

BiSS ist ein Verein und keine Partei, betonen die Vertreter der Bürgerinteressen Stadt Senden immer wieder. Und dass da nicht alle mit dem Strom schwimmen, war in der Hauptversammlung zu spüren: Ex-Vereinschef Herbert Ruf und Fraktionsvorsitzender Anton Leger waren sich in Sachen Umgehungsstraße alles andere als einig.

„Leute wie Du sind Bedenkenträger – da wird künftig nichts vorangehen!“, so beschwerte sich Herbert Ruf, bis zum vergangenen Jahr Vorsitzender von BiSS, über Anton Leger. Die Vorgeschichte: Ruf stellte in der Versammlung seine Idee einer Umgehungsstraße samt Kreisverkehren vor, die bei Witzighausen beginnt, an Hittistetten vorbei führt und nahe Aufheim in die B28 mündet. Anhand von Landkarten und selbst gezeichneten Entwürfen hatte er sich zum Thema Umgehung Gedanken gemacht und die Vorteile aufgelistet, die eine Entlastung von Durchfahrtsverkehr brächte.

Doch Fraktionschef Anton Leger räumte mit solchen Ideen flugs auf: Die Umgehung sei schon vor Jahrzehnten diskutiert worden, viele der Vorschläge nicht mehrheitsfähig oder hätten bei übergeordneten Behörden keine Chance auf Genehmigung. „Wir müssen realistische Vorschläge machen, alles andere bringt nichts“, war Leger überzeugt. Und auch den von Ruf geäußerten Vorwurf, er habe vor Kurzem im Umgang mit dem Fraktionskollegen Arne Sandberg „Führungsfehler“ gemacht, wollte Leger nicht auf sich sitzen lassen.

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Sandberg hatte nach der letzten Bauausschusssitzung zum Thema Junkeräcker Hittistetten seine eigene Meinung schriftlich im Rat kundgetan – was mit der Fraktion offenbar nicht abgestimmt war.

Das Vorgehen hatte zuvor auch Leger angeschnitten, in seinem Bericht aus der Kommunalpolitik. Er hoffe, dass die Sache „ein einmaliger Ausrutscher“ war, so Leger, es gehe nicht, dass ohne sein Wissen Informationen weitergegeben würden, so etwas „zeugt nicht von Geschlossenheit“.

Es sei ihm aber klar, dass es für die drei neuen BiSS-Räte nicht leicht sei, sich in die ungewohnte Situation einzufinden, zumal im Stadtrat Veränderungen vor sich gehen. So habe sich seit den Kommunalwahlen viel bewegt und im Gremium „geht vieles quer, weil einige nicht mehr in gewohnter Form agieren können“.

Doch er übte auch Kritik an den eigenen Kollegen: „Es wäre schön, wenn unsere Mitglieder in den Sitzungen etwas redefreudiger wären“, so Leger, dann müsse er selbst „nicht immer stänkern“.

Vor allem die Diskussion um Bahnübergang und Bahnhof sorge derzeit in Senden für Wirbel, so Leger, und manche hätten große Angst vor einem diesbezüglichen Bürgerentscheid. BiSS hat derzeit 46 Mitglieder, so viele wie im vergangenen Jahr, so Vereinschef Dietmar Roschkar.

Auch er fände es wünschenswert, „wenn sich die Stadträte von BiSS etwas mehr profilieren würden – das würde unseren Wiedererkennungswert steigern“.

Verein bereitet sich auf sein Jubiläum vor

Er hob hervor, dass sich die BiSS-Mitglieder aktiv zeigten und bei den städtischen Gestaltungsworkshops gut vertreten waren. BiSS bereite sich nun sowohl aufs Stadtjubiläum als auch auf eine eigene Feier vor – der Verein wird heuer 20 Jahre alt.

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