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29.11.2011

Bitter für Uni: Spitzenforscher verlässt Ulm

Prof. Rudolph

Professor Rudolph wechselt nach Jena

Ulm Schmerzlicher Verlust für die Universität Ulm: Professor Karl Lenhard Rudolph, Stammzellforscher und einer der renommiertesten Wissenschaftler der Uni, hat ein Angebot des Leibniz-Instituts für Altersforschung (Fritz-Lipmann-Institut, FLI) in Jena angenommen und wird voraussichtlich Ende nächsten Jahres als Direktor an die nach dem Nobelpreisträger von 1953 (Physiologie und Medizin) benannte Einrichtung wechseln. Sie gilt als erstes nationales Forschungsinstitut, das sich der biomedizinischen Altersforschung widmet. Eben dem Gebiet also, auf dem sich Rudolph mit großem Erfolg profiliert hat.

„Die Hauptgründe hierfür sind die enormen Gestaltungsmöglichkeiten am Standort Jena“, begründete der 42-Jährige seine Entscheidung, die am Wochenende gefallen sei. „Durch gezielte Berufungspolitik und Einbindung der bestehenden Expertise ist es dort realistisch möglich, das FLI zu einem international führenden Institut auf dem Gebiet der Altersforschung weiterzuentwickeln.“

Der auch international angesehene Experte für die Alterung von Stammzellen war im Herbst 2007 von der Medizinischen Hochschule Hannover nach Ulm berufen und ein Jahr später mit dem Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft ausgezeichnet worden, neben weiteren hochkarätigen Ehrungen zuletzt am vergangenen Freitag auch mit dem Wilhelm-Vaillant-Preis.

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„Wir verstehen die Entscheidung, die wir gleichwohl sehr bedauern“, kommentierte Universitätspräsident Professor Karl Joachim Ebeling die Wechselabsicht Professor Rudolphs, in Ulm derzeit noch Direktor des Instituts für Molekulare Medizin und Leiter der Max-Planck-Forschungsgruppe für Stammzellalterung. „Mit ihm verlieren wir ohne Frage einen Top-Leistungsträger, der hier in den vergangenen Jahren durch exzellente Arbeit überzeugt und das Forschungsprofil im wichtigen Bereich der Lebenswissenschaften entscheidend geprägt hat.“

Präsident Ebeling sieht klaren Wettbewerbsnachteil

Letztendlich habe die Uni Ulm nicht mit den Möglichkeiten, die das Fritz-Lippmann-Institut als Einrichtung der Leibniz-Gemeinschaft bietet, konkurrieren können. Professor Ebeling: „Dies bestätigt einmal mehr, dass der Standort Ulm ohne die Ansiedlung großer außeruniversitärer Forschungsinstitute insbesondere auch in der Medizin einen klaren Wettbewerbsnachteil hat.“ (az)

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