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Ulm

28.02.2019

Bleibt der Ulmer Marktplatz für Autos gesperrt?

Seit Dienstag dürfen Autos nicht mehr über den Ulmer Marktplatz fahren. Doch manchen Fahrern ist das noch nicht bewusst.
Bild: Alexander Kaya

Der Schleichweg nach Neu-Um ist probehalber eine Fußgängerzone. Doch kaum hat der Verkehrstest begonnen, gibt es Forderungen nach einer anderen Lösung.

Seit Dienstag ist der Marktplatz vor dem Ulmer Rathaus eine Fußgängerzone: Autos können nicht mehr von der Neuen Straße zur Herdbrücke fahren. Bemerkt hat das offenkundig noch nicht jeder: Am Dienstag und Mittwoch parkten und wendeten zahlreiche Autos in der Fußgängerzone – wohl, weil die neuen Schilder an der Einfahrt von der Neuen Straße für viele Fahrer nicht ausreichend erkennbar waren. Teilweise ging es vor den Pollern und Blumenkübeln chaotisch zu.

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Lesen Sie den Kommentar: Ulmer Marktplatz: Sperrung ist albern und nachvollziehbar

Der Stadtrat hatte sich nach Beschwerden von Anwohnern im November dazu entschieden, Autos probehalber auszusperren (Hier lesen Sie alles zur Entscheidung). Doch kaum läuft der Verkehrsversuch, soll er wieder eingestellt werden. Das fordert die CDU-Fraktion im Gemeinderat in einem Antrag, den die Politiker wenige Tage vor dem Start der Sperrung an Oberbürgermeister Gunter Czisch geschickt haben. In dem Schreiben heißt es, die Anlieger wünschten zwar eine Verkehrsberuhigung, nicht aber diese Lösung. Bei einer CDU-Veranstaltung vor zwei Wochen hatten Händler über drohende Umsatzeinbußen durch neue Fußgängerzonen geklagt und dabei auch die Herdbruckerstraße angesprochen.

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Neue Fußgängerzone vor dem Rathaus in Ulm

Der Versuch läuft seit Dienstag – obwohl die CDU um Aussetzung der Maßnahmen und um eine erneute Beratung im Bauausschuss gebeten hat. Bei der ursprünglichen Entscheidung hatten sich auch die Christsozialen, trotz Bedenken, für den Versuch ausgesprochen.

Eine erste Bilanz des Verkehrsversuchs soll frühestens nach einem halben Jahr gezogen werden (Hier lesen Sie, wie der Versuch laufen soll). Eine Verkehrszählung im Oktober 2018 hatte ergeben, dass die Route überwiegend als Schleichweg nach Neu-Ulm genutzt wird. Bisher war die Herdbruckerstraße zudem zwischen 22 Uhr und 6 Uhr morgens mit einer Schranke abgeschlossen. Denn die Strecke war eine beliebte Angeber-Route, auf der Fahrer nachts mit aufgemotzten Autos durch die Innenstadt rasten.

Durchfahrt gesperrt vom Marktplatz in die Herdbruckerstraße

Die SPD-Fraktion weist den Antrag der CDU in einer Mitteilung zurück: Die Herdbruckerstraße solle weiter vom Abkürzungsverkehr entlastet werden. Die Sozialdemokraten räumen aber ein, dass die Beschilderung noch optimiert werden könnte. Es solle deutlicher gemacht werden, dass Autofahrer über den Umweg durch die Schelergasse in die Herdbruckerstraße gelangen können. Dort gibt es etliche Geschäfte und Lokale, auch die Ulmer Musikschule ist nur auf diesem Weg mit dem Auto erreichbar.

In ihrer Mitteilung fordern die SPD-Politiker auch, dass Fahrer, die auf der Neuen Straße aus Richtung CCU kommen, nach links in die Donaustraße einbiegen dürfen. Das ist derzeit verboten. Viele Fahrer wichen daher über Marktplatz und Herdbruckerstraße aus – wo jetzt eine Fußgängerzone ist.

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