Elchingen

19.01.2014

Bruderschaft 2.0

Seit Jahrhunderten bitten Menschen am Bruderschaftsaltar „Maria der Sieben Schmerzen“ in der Wallfahrtskirche Oberelchingen um Hilfe.

Seit genau 370 Jahren gibt es in Elchingen das Bündnis. Nun wird es mit Unterstützung aus Rom neu formiert.

Oberelchingen Seit Jahrhunderten kommen Menschen in die Wallfahrtskirche Oberelchingen, um dort zur „Maria der sieben Schmerzen“ zu beten. Der „Heilige Berg“ wurde im Volksmund zum Inbegriff für Pilger aus nah und fern. Vor genau 370 Jahren wurde die Bruderschaft der sieben Schmerzen Mariens gegründet. Dieses Jubiläum will das Kloster in diesem Jahr feiern. Doch wie und warum wurde die Bruderschaft gegründet?

Wie Quellenforscher Gerhard Flitsch schreibt, führte der Abt des Klosters Elchingen, Johannes Treu (1638-1657), die Bruderschaft im Jahre 1644 aus der Überzeugung ein, dass das Kloster ohne die Fürbitten Mariens (der es geweiht war) die schweren Jahre des 30-jährigen Krieges nicht überstanden hätte.

Weiter heißt es: „Zur Stärkung der Verkündigung des Evangeliums und um die Hilfe Marias für die Menschen ins Bewusstsein zu rücken“, wurde die Bruderschaft gegründet. Ihr konnten Männer und Frauen beitreten. Geführt wurde sie vom „Bruderschaftsrat“ der zwölf Konsultoren.

Bruderschaft 2.0

Elchingens Pfarrer Ralf Gührer berichtete jüngst über Aktivitäten des Klosters, die die Neuformierung und Registrierung der Bruderschaft und deren Mitglieder sowie die Stärkung der Elchinger Wallfahrt betreffen. Dafür bekommt er Unterstützung aus Rom: die hat Pater Gottfried Wolff, der im September 2013 gewählte Generalprior des „Servitenordens“ in Rom, jedenfalls zugesagt. Die Elchinger Bruderschaft der sieben Schmerzen ist den Serviten seit 1688 angegliedert. Wolff bestätigt in einem Schreiben, „dass die Teilhabe der Bruderschaft an den Privilegien und geistlichen Gütern des Ordens unverändert Bestand hat“.

Pfarrer Gührer hofft nun, dass bis zum „Hohen Umgang“, dem großen Wallfahrtsfest 2014, dem Jubiläumsjahr der Bruderschaft, auch die Bestätigung durch die römische Pönitentiarie (einer der drei obersten Gerichtshöfe der Katholischen Kirche) erwirkt werden kann. Er bezeichnete die Nachrichten als „weiteren Meilenstein für die Entwicklung der Elchinger Wallfahrt“.

Diese Entwicklung ist auch in der Neuformierung der bisher aus zwölf „Konsultoren“ bestehenden Elchinger Bruderschaft und die Überarbeitung ihrer Satzung begründet. Die Neustrukturierung der Pfarreiengemeinschaft Elchingen sieht „unter Berücksichtigung der Wallfahrt“ zwei Pfarrer für die Pfarreiengemeinschaft vor. Elchingens leitender Pfarrer, Pater Ulrich Keller übernimmt das Amt des „Protektors“ (Schirmherr, Förderer), das in Klosterzeiten der Abt innehatte. Pfarrer Ralf Gührer übernimmt als Wallfahrtsgeistlicher das Amt des „Präses“ (Leiter).

Der Bruderschaftsrat wird künftig um drei Frauen aus den drei Elchinger Ortsteilen erweitert. Diesen wird laut Satzung vor allem die Sorge um die caritativen und sozialen Aufgaben der Bruderschaft anvertraut.

Unzählige Votivtafeln in der Wallfahrtskirche in Oberelchingen berichten Wundersames über die Hilfe Mariens. Die Kapelle mit dem Bruderschaftsaltar, der „Schmerzensmutter Maria“ und das verbindende Deckengemälde zum Orden der Serviten befinden sich im linken Seitenschiff der Klosterkirche. Die Bruderschaft will künftig auch wieder ein Medaillon vergeben, wie dies früher üblich war. Dieses wurde nicht nur als Schmuck getragen, sondern auch zu Hause aufbewahrt oder im Feld vergraben, um Haus und Hof zu schützen und eine gute Ernte zu erbitten. Nachzulesen sind diese Dinge im „Bruderschaftsbuch“, von dem noch ein Original aus dem Jahre 1751 erhalten ist.

Anmeldekarten zum Bruderschaftsbeitritt liegen in den Kirchen aus oder werden im Pfarramt Elchingen unter Telefon (0731) 36 43 62 entgegengenommen.

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