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Neu-Ulm

22.01.2020

Claudia Roth in Neu-Ulm: Klare Kante gegen Hetze und Gewalt

Beim Neujahrsempfang der Grünen in Neu-Ulm (von links): Helmut Meisel, Mechthild Destruelle, Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth, OB-Kandidat Walter Zerb und Landratskandidat Ludwig Ott.
Foto: Alexander Kaya

Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth sieht die Grünen als die Partei, die auf der Seite der Schwachen und Bedrohten steht. Und verspricht: „Wir geben nicht klein bei“.

Die Grünen feiern dieses Jahr ihr 40-jähriges Bestehen – das war natürlich auch ein Thema beim Neujahrsempfang der Ökopartei in Neu-Ulm. Schließlich zählten zu den Gastgebern Gründungsmitglieder wie Helmut Meisel, der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Neu-Ulmer Kreistag. Doch wie sehr sich die Zeiten seit 1980 geändert haben, zeigt sich allein schon am Ort des Empfangs: Die Grünen im Jahr 2020 luden nicht etwa ins Hinterzimmer eines kleinen Lokals – sondern in die Business-Lounge der Ratiopharm-Arena.

Etwa 200 Gäste beim Neujahrsempfang der Grünen in der Ratiopharm-Arena

Etwa 200 Gäste kamen, unter ihnen Landrat Thorsten Freudenberger (CSU), Oberbürgermeister Gerold Noerenberg (CSU) und alle sechs Neu-Ulmer OB-Kandidaten. Prominente Rednerin war die Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth. Die gebürtige Ulmerin erinnerte daran, dass an der Stelle, wo heute die Arena steht, 1983 das Auftaktkonzert für die Menschenkette von Neu-Ulm nach Stuttgart stattfand. Damals protestierten Hunderttausende Menschen gegen die Stationierung von Pershing-Raketen – und die Grünen waren eine junge Protestpartei.

Heute sind sie in Wahlumfragen zur Bundestagswahl zweitstärkste Kraft, und auch für die Kommunalwahl in Bayern am 15. März haben sie sich viel vorgenommen. „Wir Grünen spüren den Rückenwind“, sagte Claudia Roth. Das liege auch an den jüngsten Erfolgen bei der Landtagswahl in Bayern und der Europawahl. Deshalb sagte Roth mit Blick auf die Entscheidungen in den Rathäusern und Landratsämtern: „Es wird ein Wahlkampf, eine Battle auf Augenhöhe.“ Und wandte sich ironisch an Ministerpräsident Söder mit den Worten: „Freu Dich, Markus!“ – nämlich auf die Grünen und all das, was aus Sicht Roths durch sie besser wird im Freistaat.

Die Grünen-Politikerin spricht über die verheerenden Brände in Australien

Dramatisch ist dagegen aus Sicht der Bundestagsvizepräsidentin die globale Lage durch die Auswirkungen der Klimakrise: „Die Erde, sie brennt, sprichwörtlich“, wandte sie sich an die Besucher. „So eine Katastrophe hat’s noch nicht gegeben. Und wir müssen alles dafür tun, dass das, was in Australien passiert, nicht zur Normalität wird auf unserem Planeten.“

Politiker sind Drohungen und Beschimpfungen ausgesetzt

Schwere Verwerfungen sieht Roth auch auf politischer Ebene, etwa durch den Konflikt zwischen den USA und dem Iran. „Aber auch Deutschland ist leicht entflammbar“, warnte die 64-Jährige. Politiker seien Drohungen und Beschimpfungen ausgesetzt. Von allen Demokraten seien hier Gegenreaktionen gefordert. „Für uns muss das bedeuten: volle, uneingeschränkte Solidarität, ohne Wenn und Aber.“ Rassismus und Sexismus seien für viele Menschen in Deutschland Alltag. Die Grünen stellten sich an die Seite der Menschen, die Angst haben müssten, seien es Juden oder Muslime, Menschen mit Behinderung oder Obdachlose. Und sie stünden ein für Pressefreiheit und Freiheit der Kunst. An alle, die Hetze betreiben, wandte sie sich mit den Worten: „Wir geben nicht klein bei.“

Grußworte von OB-Kandidat Walter Zerb und Landratskandidat Ludwig Ott

An dem von Ekin Deligöz moderierten Abend sprachen Landratskandidat Ludwig Ott und der Neu-Ulmer OB-Kandidat Walter Zerb Grußworte. In vielen Kommunen in Bayern könnten die Grünen zweitstärkste oder sogar stärkste Kraft werden, glaubt der 28-jährige Ott, der grüne Politik als „cool, bunt und richtig“ rüberbringen möchte. Walter Zerb träumt von Neu-Ulm als „verkehrsberuhigte Stadt mit moderner, urbaner Bebauung, mediterranem Flair und viel Grün.“ Parkraum in der Stadt solle Schritt für Schritt zugunsten von Fußgängern und Radfahrern umgenutzt werden. „Für die Straßenbahn bin ich natürlich auch.“

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