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Ulm/Berlin

03.08.2020

Corona-Demo in Berlin: Ulmer Anwalt Markus Haintz festgenommen

Der Ulmer Anwalt Markus Haintz war bei der Querdenker-Demo in Berlin dabei.
Bild: Felix Oechsler

Plus Der Ulmer Corona-Anwalt Markus Haintz beteuert, er habe im Gegensatz zur Polizei am Samstag bei der Querdenker-Demo in Berlin deeskalieren wollen.

Die Großdemonstration gegen die Corona-Beschränkungen am Samstag in Berlin ist in diesen Tagen das bundesweite Aufreger-Thema. An führender Stelle dabei war der Anwalt Markus Haintz aus Ulm, der am Schwörmontag eine Wasser-Demo organisieren wollte. Er verbrachte in Berlin einige Zeit in Polizei-Gewahrsam.

Kundgetan wurde die kurzzeitige Festnahme über die „Querdenken“-Gruppe des Nachrichtendienstes Telegram. Sie geschah gegen Ende der Kundgebung auf der Straße des 17. Juni, als die Polizei verlangte, die Veranstaltung aufzulösen. Doch das Organisationsteam weigerte sich: „Der einzige, der jetzt diese Veranstaltung auflösen kann, ist Angela Merkel, wenn sie auf die Bühne kommt und zurücktritt“, heißt es in einem Post von „Anwälte-für-Aufklärung“. Dort ist weiter zu lesen, dass Markus Haintz gebeten habe, diese Botschaft zu verbreiten.

Markus Haintz forderte in Berlin die Menge auf zu gehen

Kurze Zeit später wurde er von der Polizei in Gewahrsam genommen. Gegenüber unserer Redaktion bestätigte Haintz die Festnahme. Er sei allerdings nach 20 Minuten wieder frei gewesen. Er habe per Megafon die Menge aufgefordert zu gehen, er habe im Gegensatz zur Polizei deeskaliert, beteuert er.

Doch den Satz, wonach die Veranstaltung erst aufgelöst werde, wenn die Kanzlerin auf offener Bühne ihren Rücktritt verkünde, den habe er nicht gesagt. Das habe er nach der Demonstration auch mehrfach richtiggestellt. Was seine Rolle bei der Kundgebung betrifft, so sagte Haintz, er gehöre zum Anwälteteam des Organisators.

Markus Haintz ist unzufrieden mit der Medienberichterstattung

Unzufrieden ist er mit der Medienberichterstattung über die Demonstration und die anschließende Kundgebung. Die angegebene Zahl der Teilnehmer sei mit 17.000 viel zu niedrig angegeben. Die Kundgebungsfläche habe 150.000 Quadratmeter betragen. Wenn man pro Quadratmeter nur zwei Personen annehme, komme man bereits auf 300.000.

 

„Es können auch 500.000 oder 800.000 gewesen sein, ich weiß es nicht“, sagte er. Was die Demos in Ulm betrifft, so wird im August eine Pause eingelegt. Doch danach gehe es weiter, so lange die Grundrechte eingeschränkt seien.

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