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Das kostenlose Wasser in Gaststätten wird nicht gratis sein

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Kommentar Von Christoph Lotter
23.04.2019

Die Idee hinter dem Konzept der EU ist grundsätzlich gut, nur die Umsetzung ist schlecht. Denn das Gratis-Wasser muss letztlich irgendjemand bezahlen.

Gerade Gurken, elektrisch leitfähiger Honig oder hochkomplexe Anleitungen zum Aufbau einer Leiter – die Liste der fragwürdigen EU-Richtlinien ist lang. Vielleicht kommt mit dem Gratis-Wasser in Gaststätten schon bald eine weitere dazu. Das Vorhaben mag auf den ersten Blick sinnvoll klingen. Die Intention dahinter ist richtig, nämlich Plastikmüll zu vermeiden. Aber die Idee ist nicht zu Ende gedacht.

Irgendjemand muss das Leitungswasser bezahlen

Zum einen wäre es erheblich effektiver, Plastikflaschen grundsätzlich zu verbieten oder den Verkauf zumindest einzuschränken. Zum anderen wird in vielen Wirtshäusern – auch im Landkreis Neu-Ulm – schon jetzt kostenloses Leitungswasser angeboten. Wirte, die das bislang nicht tun, werden auch künftig Wege finden, an (das ihnen zustehende) Geld zu kommen – EU-Richtlinie hin oder her. Etwas anderes zu glauben, wäre schlicht naiv. Bezahlen muss das „kostenlose“ Leitungswasser irgendjemand, in welcher Form auch immer. Und die Gastronomen werden es wohl nicht sein – da bleiben letztlich nur ihre zahlenden Gäste.

Eine mögliche Lösung wäre, das kostenlose Leitungswasser nicht nur für Gaststätten, sondern für alle Einrichtungen im öffentlichen Raum vorzuschreiben. Gäbe es das Gratis-Wasser auch in Apotheken, Supermärkten, Tankstellen und bei Ärzten, würden sich die Kosten auf viele Schultern verteilen und niemand müsste sich über eine unfaire Behandlung ärgern.

Lesen Sie dazu auch den Artikel: "Das sagen Gastwirte aus dem Landkreis zum Gratis-Wasser"

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