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Ulm

06.12.2019

Dascha Klimas: Das vielleicht größte Musiktalent Ulms

Dascha Klimas hat das Zeug zum größten Ulmer Musiktalent der vergangenen Jahrzehnte, sagt ihre Klavierlehrerin Susanne Lohwasser.
Bild: Dagmar Hub

Ins Finale der RTL-Show "Das Supertalent" hat es Dascha Klimas nicht geschafft. Die zwölfjährige Pianistin ist bei weit wichtigeren Wettbewerben im Rennen.

Oleksandr Klimas hat gerade die Nachricht bekommen, dass seine Tochter Dascha nicht zum Finale der RTL-Show „Das Supertalent“ reisen wird. Dascha hatte zwar von der Jury – Dieter Bohlen, Bruce Darnell und Sarah Lombardi – bei der am 26. Oktober ausgestrahlten Show einen „Supertalent-Stern“ bekommen, ins Finale am 21. Dezember wird sie aber nicht eingeladen – was Vater und Tochter mit gegensätzlichen Gefühlen hören: Oleksandr Klimas hätte eine Teilnahme der zwölfjährigen Dascha sowieso nicht befürwortet. „Die Show ist nur etwas für den Massengeschmack, sie ist ein Massenprodukt“, sagt er. Obwohl Dieter Bohlen – anders als es Oleksandr Klimas erwartet hatte – sehr freundlich mit Dascha umgegangen war. „Eigentlich hatte ich das Gefühl, dass er für klassische Musik nicht viel übrig hat.“ Dascha selbst, die ihren ersten Auftritt vor Fernsehkameras durchaus genossen hatte, wäre dagegen schon gern zum Finale gereist.

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Entstanden war die Idee einer Teilnahme am „Supertalent“-Casting völlig ungeplant. Vater Oleksandr hatte Dascha von der Schule abgeholt und vom Casting im Neu-Ulmer Orange Hotel gehört. Beide fuhren spontan hin. Und Dascha kam in die Show, doch Oleksandr Klimas war vom Niveau der Supertalentsuche recht enttäuscht. Zumal Dascha in der Show Franz Liszts Klavieretüde „Gnomenreigen“ hatte spielen wollen und man das Werk der Auftrittszeit der Show entsprechend gekürzt hatte – kurz vor dem Aufzeichnungstermin hatte das Fernsehteam dann aber Claude Debussys wohl bekanntestes Klavierstück „Clair de Lune“ verlangt, das oft schon für Filmmusik-Soundtracks Verwendung fand.

Dascha Klimas aus Ulm hat es bei "Das Supertalent" auf RTL nicht ins Finale geschafft

Dascha Klimas, Schülerin am Ulmer Humboldt-Gymnasium, gilt als absolutes Ausnahmetalent am Klavier. Ihre Klavierlehrerin Susanne Lohwasser, selbst eine erfahrene Pianistin, sagt, sie habe in ihrer Laufbahn weder unter ihren Schülern noch unter denen von Kollegen eine Begabung wie die Daschas erlebt. Dascha, die in Neu-Ulm geboren wurde, habe das Potenzial, das größte Musiktalent Ulms seit Jahrzehnten zu sein – wenn sie richtig geführt werde, was Aufgabe ihrer Eltern und Lehrer sei. „Bis jetzt ging da noch nichts schief“, sagt Dascha zu dieser Aussage und lacht. Ihr Ehrgeiz und ihr Arbeitswille sind groß. Daschas Vorbild ist die argentinisch-schweizerische Pianistin Martha Argerich, die für ihre temperamentvoll-impulsive, rasante und kraftvolle Spielweise berühmt ist. Dascha ist bereits Jungstudentin an der Münchner Hochschule für Musik und Theater, jeden Samstag hat sie dort Unterricht. Oleksandr Klimas, selbst Geiger mit einem Studium in der Ukraine, hat sein eigenes Engagement in einem Ensemble aufgegeben, um ganz für seine begabten Töchter Dascha und die Geigerin Sascha einsatzbereit zu sein; die jüngere Tochter Miroslava soll demnächst beginnen, Cello zu lernen.

Dascha Klimas: Das vielleicht größte Musiktalent Ulms

Vergangenes Wochenende reiste Dascha mit ihrem Vater zur ersten Runde des Klavierwettbewerbs der Gina Bachauer International Piano Foundation. Das eingesandte Video hatte die Jury überzeugt, sie wurde als eine von drei Teilnehmern in der Klasse der Junior Piano Competition nach Hamburg eingeladen; diese aktuelle Runde des Klavierwettbewerbs findet weltweit in fünf Städten statt, beginnend in Hamburg. Moskau, New York, Shanghai und Salt Lake City sind die weiteren Austragungsorte. Im Februar wird Dascha erfahren, ob sie zum Finale nach Salt Lake City reisen darf. Im Wettbewerb konkurriert Dascha mit Teilnehmern, die anders als sie täglich Klavierunterricht haben – ihre Familie kann der Zwölfjährigen nur 90 Minuten pro Woche und die Fahrten nach München finanzieren.

Wie er in diesem Fall die Reisekosten aufbringen soll, weiß Oleksandr Klimas noch nicht wirklich. Zwar hat Dascha auf nationaler wie auf internationaler Ebene schon eine ganze Reihe von Preisen gewonnen, doch finanziell ist die Hochbegabung der Töchter für die Familie Klimas nicht leicht zu stemmen, schlagen doch Ausbildung und Reisekosten sowie die Meldegebühren für Wettbewerbe ziemlich zu Buche. Doch Dascha, stimmt Oleksandr Klimas Susanne Lohwasser zu, ist stark, und sie hat eine klare Zukunftvision – ihre Energie dafür einzusetzen, ihre außergewöhnliche Begabung zur Blüte zu bringen.

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