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Landkreis Neu-Ulm

18.06.2020

Der Kreis will über 134 Millionen Euro in Schulen investieren

Das Kolleg der Schulbrüder Illertissen ist sanierungsbedürftig. Der Brüderbau wurde von 1923 bis 1930 errichtet, vor allem die Eingangspforte hat einen großen historischen Wert.

Plus Der Kreis will eine riesige Geldsumme in Baumaßnahmen für Schulen stecken. Außerdem steht das Illertisser Kolleg auf der Agenda: Abreißen oder sanieren?

Für einige Kreisräte war es die erste Ausschusssitzung für Bildung, Kultur und Sport am Mittwoch und zugleich eine, bei der über hohe Summen gesprochen wurde. Für die kommenden zehn bis 15 Jahre will der Kreis geschätzte 134 Millionen Euro in Baumaßnahmen für Schulen investieren. Die Summe könnte noch höher werden, zumal man nicht weiß, ob das Kolleg der Schulbrüder Illertissen für rund 60 Millionen Euro neu gebaut wird oder nicht. Die 134 Millionen-Euro-Schätzung beinhaltet keine Kosten für Schulen, die nicht dem Kreis gehören, er aber mitfinanziert. Das wäre neben dem Kolleg die Erweiterung der Städtischen Wirtschaftsschule Senden und die Generalsanierung der Lindenhofschule Senden.

Sechs Schulen sollen in den kommenden 15 Jahren saniert werden

Joachim Müller, Fachamtsleiter für Hochbau, stellte dem Ausschuss die Baumaßnahmen für die kommenden Jahre vor, wobei nicht klar sei, welche Schule zuerst angegangen wird: Das Nikolaus-Kopernikus-Gymnasium in Weißenhorn soll energetisch saniert werden, der Neubau des Lessing-Gymnasiums am Wiley Nord steht an, für die Wilhelm-Busch-Schule soll überprüft werden, ob möglicherweise ein Erweiterungsbau infrage komme, die Berufsschule Neu-Ulm muss saniert werden, ebenso die Christoph-Probst-Realschule und deren Turnhalle in Pfuhl. Doch wo fängt man bei der Liste an?

Die größte Unklarheit besteht beim Kolleg in Illertissen. Bei einer Machbarkeitsstudie wurde überprüft, ob das alte Gebäude saniert werden kann. Eine Sanierung würde 62,3 Millionen Euro kosten, dazu würden noch fünf Millionen Euro für Ausweich-Container kommen. Ein Neubau würde 64 Millionen Euro kosten: Das rechnete der Planer dem Stadtrat Illertissen vor wenigen Wochen vor.

Jetzt wurde das Thema im Bildungsausschuss behandelt. Obwohl die Schule in privater Hand ist, will der Kreis einen Großteil der Kosten für das Gymnasium übernehmen. „Das altehrwürdige Gebäude ist sehr besonders“, sagte Freudenberger am Mittwoch. Es gebe zum einen die wirtschaftlichen Faktoren, aber auf der anderen Seite historische Gründe, das Gebäude zu erhalten.

Regierung von Schwaben soll Statement zu Illertisser Kolleg abgeben

Derzeit liegt die Machbarkeitsstudie auf dem Schreibtisch der Regierung Schwaben, die ihre Favorisierung abgeben soll. „Die historische Fassade in Ehren, wir müssen schauen, was die Regierung von Schwaben sagt und dann das Beste daraus machen“, sagte der Landrat. Das Thema liege ihm am Herzen, auch wenn das Gebäude nicht dem Landkreis gehört. Ewald Ott ( CSU) berichtete über Kontroversen von ehemaligen Lehrern und Schülern des Kollegs, nachdem die Machbarkeitsstudie Ende Mai vorgestellt wurde: „Wir in Illertissen werden die Verlierer sein, egal, wie wir uns entscheiden.“ Über die Grundsatzfrage, wie man mit diesem historischen Gebäude umgeht, muss der Illertisser Rat befinden.

Das vorerst teuerste Projekt in Neu-Ulm wird der Neubau des Lessing-Gymnasiums am Standort Wiley Nord sein. „Seit Jahren beschäftigt uns das und leider ist das Projekt in die Mühle der Nuxit-Debatte geraten. Jetzt können wir endlich den Startschuss geben“, teilte Freudenberger den Kreisräten mit. Für so ein großes Projekt soll beschlossen werden, einen sogenannten Projektsteuerer zu beauftragen. Doch nicht alle stimmten dafür. „Wir haben ein Riesenproblem mit dem Beschlussvorschlag“, sagte Kurt Baiker (FW). Wenn man nicht vorher klären könne, was mit dem Grundstück an der Augsburger Straße passiere, auf dem die alte Schule steht, könnten die Freien Wähler nicht zustimmen.

Was passiert mit dem alten Grundstück an der Augsburger Straße?

2023 wird der Landkreis Eigentümer des Grundstücks an der Augsburger Straße, klärte Freudenberger auf. Was man mit dem Gebäude an dieser zentralen Stelle mache, dazu gebe es auf die Schnelle keine Lösung. Michael Obst (CSU) appellierte an die Freien Wähler, sich dem Beschluss anzuschließen und keinen Nebenkriegsschauplatz zu eröffnen. Baiker und sein Kollege Hermann Schiller (FW) stimmten als Einzige trotzdem dagegen.

Die Gesamtkosten für den Neubau des Gymnasiums und der Sechsfach-Turnhalle werden derzeit auf etwa 65 bis 70 Millionen Euro geschätzt, wobei etwa 17 Millionen Euro auf die Sechsfach-Turnhalle fallen, die in Zukunft auch Schüler der Mark-Twain-Schule nutzen können. Baubeginn soll im Januar 2024 sein, im Mai 2026 könnten das neue Gebäude und die Turnhalle fertig sein.

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