1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Die Gastro-Szene in Ulm ist attraktiv – wird sie langweilig?

Die Gastro-Szene in Ulm ist attraktiv – wird sie langweilig?

Sebastian Mayr.jpg
Kommentar Von Sebastian Mayr
06.09.2019

Starbucks, Vapiano & Co.: Dass derzeit viele Franchise-Ketten nach Ulm ziehen, ist ein Kompliment für die Stadt. Doch die Entwicklung birgt eine Gefahr.

Die Fußgängerzonen von Garmisch bis Flensburg sind austauschbar, lästern gehässige Menschen. Überall die gleichen Blumenkübel, Kaufhäuser, Textilketten – und seit einiger Zeit auch überall die gleichen Lokale. Systemgastronomie heißt das Stichwort. Überall gibt es die gleichen Salate, die gleichen Krabben-Baguettes und den gleichen Kaffee. In Ulm sind jetzt die gleichen Pizzen dazugekommen, die gleichen Burger sollen bald folgen. Dean & David, Nordsee, Starbucks, Vapiano und Hans im Glück sind nur Beispiele. Die Entwicklung ist ein Zeichen dafür, wie attraktiv die Ulmer Innenstadt ist. Und gleichzeitig birgt sie eine Gefahr.

Lesen Sie auch: Was sich Vapiano in Ulm erhofft

Die Gastro-Ketten haben erkannt, was Ulm ihnen bietet: Viele Tagestouristen, die auch gern mal auf eine vertraute Speisekarte setzen. Viele Geschäftsleute, die mal hier und mal da zum Mittagessen gehen. Viele junge Leute, auch dank Uni und Hochschulen, die Lust auf hippe Angebote haben. Und überhaupt viele Leute, die gern regelmäßig gut essen gehen. Sogar Vapiano hat sich jetzt in der Münsterstadt angesiedelt – der kriselnde Franchise-Italiener will Restaurants schließen und nur noch auf europaweite Top-Lagen setzen. Ein schönes Kompliment für Ulm.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Gastronomie in Ulm: Viele Wechsel in den Lokalen, viele Franchise-Ketten kommen

Doch mit Starbucks ist der Druck auf die Cafés gestiegen. Vapiano wird den Druck auf die eingesessenen Pizzerien erhöhen und die anderen System-Lokale können wieder anderen Restaurants die Gäste streitig machen. Mit den Ketten steigt das Risiko, dass Ulm etwas verliert, worauf die Einheimischen stolz sind und was die Auswärtigen anlockt: Eine hohe Restaurant- und Kneipen-Dichte und eine ungewöhnliche Gastro-Szene, die sich von der in anderen, ähnlich großen Städten abhebt. Langeweile droht.

Was Hoffnung gibt: Hirschstraße und Bahnhofstraße reihen sich zwar ein in die gesichtslosen Fußgängerzonen der Republik. Ein paar Eigenheiten wie das Kaufhaus Abt sind aber geblieben.

Auch interessant:

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren