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Ulm/Neu-Ulm

12.10.2018

Die marode Gänstorbrücke über der Donau wird jetzt überwacht

Die Gänstorbrücke über der Donau muss abgerissen und neu gebaut werden. Vorläufig wird sie über eine Monitoringanlage überwacht.
Bild: Alexander Kaya

Eine Monitoringanlage schlägt Alarm, wenn es irgendwo knackt. Im November ist ein Belastungstest mit richtig schwerem Gerät geplant.

Das Urteil ist längst gefallen: „Die Brücke hat ihr Lebensende erreicht.“ Das verdeutlichte Gerhard Fraidel, Leiter der Abteilung Verkehrsinfrastruktur bei der Stadt Ulm, bei seinem Bericht im Neu-Ulmer Stadtrat über den Zustand der Gänstorbrücke. Das 68 Jahre alte Bauwerk über der Donau ist schwer durch Korrosion beschädigt. Von manchen Bauteilen hat der Rost bis zu 30 Prozent weggefressen. Ein Teil der Schäden sei irreparabel, sagte Fraidel in der Sitzung am Donnerstag. Ein Neubau ist aus Sicht der Experten unumgänglich. Doch wie geht es jetzt weiter?

Die zwei Spuren in der Mitte der Brücke bleiben bis auf Weiteres gesperrt. Das heißt, in jede Fahrtrichtung gibt es nur eine Spur. Mehr ist aus Sicherheitsgründen nicht drin. Außerdem wollen die Fachleute das Bauwerk in nächster Zeit minutiös überwachen, um festzustellen, ob im Inneren weitere Schäden auftreten. „Wir sind dabei, eine Monitoringanlage zu installieren“, erläuterte Gerhard Fraidel. Diese zählt nicht nur die Autos, die drüber rollen, sondern stellt auch fest, welche Fahrzeuge es sind. Sie kann außerdem Verformungen und Temperaturunterschiede messen. Und sie registriert, wenn im Inneren der Brücke etwas passiert. Über ein Mikro werden Geräusche aufgenommen. Sollte ein Spannglied reißen, wissen die Experten dank der Anlage, wo genau dies passiert ist. Fraidel: „Das gibt ein sehr markantes Geräusch.“ In den nächsten Tagen werden an dem Bauwerk weitere Sensoren angebracht.

Voraussichtlich in der Nacht zum 18. November wird die Gänstorbrücke einem Belastungstest unterzogen. Dafür hat die Firma Liebherr drei Kranfahrzeuge zur Verfügung gestellt. Das schwerste davon wiegt 48 Tonnen. Es wird etwa 20 Mal mit 50 Stundenkilometern über die Brücke fahren und eine Vollbremsung hinlegen. Insgesamt werden die Fahrzeuge etwa 200 Mal das ungefähr 80 Meter lange Bauwerk überqueren. Die Experten erhoffen sich davon weitere wichtige Erkenntnisse über den Zustand der Brücke.

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Soll eine weitere Brücke über die Donau gebaut werden?

Am Tag darauf treffen sich der Ulmer Gemeinderat und der Neu-Ulmer Stadtrat zu einer Sondersitzung. Möglicherweise wird dann auch über die Notwendigkeit einer weiteren Donaubrücke diskutiert. Antje Esser (SPD) jedenfalls merkte bereits in der Sitzung am Donnerstag an: „Wir haben halt eine Brücke zu wenig.“ Deshalb müssten sich beide Städte überlegen, welche Möglichkeiten es in dieser Richtung gebe. Denn auch die Adenauerbrücke muss neu gebaut werden – aber erst, wenn die neue Gänstorbrücke fertig ist. Das soll möglichst in den nächsten fünf Jahren der Fall sein. Auf welcher Seite mit dem Neubau begonnen wird, soll der Belastungstest zeigen. Die Brücke besteht aus zwei Teilen. „Das kommt uns beim Neubau zugute“, sagte Fraidel.

Klar ist, dass es auch in den nächsten Jahren Einschränkungen geben wird. „Wer an einem ganz normalen Nachmittag auf der Reuttier Straße fährt und den Rückstau mitbekommt, kann nachvollziehen, wie problematisch das ist“, sagte Oberbürgermeister Gerold Noerenberg (CSU) über die derzeitige Lage. „Die Verkehrssituation ist schwierig.“

Mehr zum Brücken-Problem in Ulm und Neu-Ulm lesen Sie hier: Wie stabil sind unsere Brücken?

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