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Ay

11.12.2020

Die neue Rektorin der Grundschule in Ay hat viel vor

Dagmar Theurer leitet seit September die Grundschule in Ay. Die Rektorin fühlt sich in ihrem neuen Umfeld sehr wohl.
Bild: Angela Häusler

Plus Dagmar Theurer ist die neue Rektorin an der Grundschule in Ay. Sie beginnt ihre Aufgabe mitten in der Corona-Pandemie - und erzählt, wie der Alltag läuft.

Auch für die 132 Schüler der Grundschule Ay wird der Schulalltag derzeit von der Pandemie bestimmt. Doch sie haben sich an die neuen Regeln gewöhnt, sagt Schulleiterin Dagmar Theurer, die die Schule seit September leitet. Sie wurde vergangene Woche zur Rektorin ernannt und fühlt sich an der Ayer Schule sehr wohl.

An der Grundschule Ay, berichtet Theurer, habe sie besonders die Werteerziehung gereizt, die hier in Form der Zertifizierung als „Weltethos-Schule“ seit Jahren etabliert ist. Eine Auszeichnung, die erst in diesem Schuljahr wieder erneuert worden sei. Die Einigung auf bestimmte Normen und Werte, die für alle gleichermaßen gelten, sei hier besonders wichtig, so die Rektorin, weil die Ayer Grundschule einen Mix an unterschiedlichen Kulturen aufweist: 60 Prozent der Kinder haben Migrationshintergrund. In Arbeitsgemeinschaften und freiwilligen Kursen trainieren die Schüler gemeinsam ihre Sozialkompetenz, üben unter anderem Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft und Toleranz.

Theurer: Platz im Schulgebäude in Ay reicht bald nicht mehr

Gleichzeitig haben die Eltern ganz unterschiedliche Haltungen zum Thema Erziehung und Bildung, berichtet Theurer – während manche ihre Kinder bestmöglich fördern wollen, können andere Kinder daheim kaum auf Unterstützung zählen, etwa weil die Eltern selbst Sprachprobleme haben. „Mir ist aber wichtig, dass sich die ganze Schulfamilie von Schülern und Lehrern bis zu Eltern hier wohlfühlt und wiederfinden kann“, sagt Theurer. Das erfordere zwar manchmal einen Spagat, doch es sei zu schaffen. Und viele Eltern seien froh, dass die Ayer Schule jetzt wieder eine Schulleitung im eigenen Hause hat, denn zuletzt war die Schule provisorisch von Christine Kröner, Rektorin der Sendener Grundschule, mitgeleitet worden.

Ein Plus der Ayer Schule sei auch das runderneuerte und gepflegte Schulgebäude, „man merkt, dass in Senden viel für die Bildung getan wird“, sagt die 43-Jährige. Wenngleich auch dieses Gebäude für die wachsende Zahl an Schülern bald nicht mehr ausreicht. „Eine weitere Schule wäre definitiv notwendig“, kommentiert Theurer die Pläne der Stadt, an der Holsteinerstraße eine neue Grundschule zu errichten. Das Ayer Schulhaus stoße schon jetzt an seine Grenzen, „mehr können wir hier nicht mehr leisten“, so Theurer.

Bezüglich der Klassengröße herrschten in Ay, jedenfalls teilweise, noch entspannte Verhältnisse, so gibt es hier zwei Klassen mit nur 13 Schülern. Doch sind Kinder mit erhöhtem Förderbedarf dabei, erfordert das wiederum umfassendere Betreuung. Die im November beschlossene Einführung eines Schulverbunds aus drei Sendener Grundschulen werde in Zukunft mehr Flexibilität auch in der Betreuung erlauben, glaubt Theurer, und gleichzeitig bleibe mit der jetzigen Vereinbarung die Eigenständigkeit der beteiligten Schulen erhalten.

Dagmar Theurer bereut es nicht, nach Ay gekommen zu sein

Vor ihrem Wechsel nach Ay hat Theurer in Thalfingen und Tiefenbach unterrichtet. Trotz der aktuellen Herausforderungen bereut sie nicht, nun die Schulleitung übernommen zu haben. Sie könne sich auf das engagierte Lehrerkollegium und den Elternbeirat immer verlassen. Gerade auch in den schwierigen Corona-Zeiten habe sich gegenseitiges Vertrauen gebildet.

Die Pandemie schlägt sich im Schulalltag stark nieder. Zwei vierte Klassen sind derzeit in die Aula sowie in die Festhalle Ay ausgelagert worden, um die geforderten Abstände einhalten zu können, der Unterricht konzentriert sich auf die Kernfächer. Sport und Schwimmen oder geplante Kooperationen etwa mit der Musikschule fallen flach. Und auf dem Schulhof wechseln die Kinder im rotierenden Verfahren ihren Bereich, damit alle Zugang zu den Spielflächen haben. Auch Angebote für die Eltern wie Elterncafé und Schulversammlungen entfallen. Und die Zeit des Homeschoolings im Frühling habe bei manchen Schülern Spuren hinterlassen, erzählt die Schulleiterin – manche hatten zu Hause kaum weitergelernt und mussten erst wieder daran gewöhnt werden, sich länger zu konzentrieren.

Die Informationspolitik bezüglich der Pandemie-Regeln aber könne besser sein, meint Theurer zur Situation. Oft erführen auch die Schulleiter Neuerungen bezüglich des Unterrichts erst aus den Medien, genauere Instruktionen erfolgten im Nachgang. Für die nächste Zeit wünsche sie sich daher „mehr Planungssicherheit und natürlich, dass wir das alles gut überstehen“, sagt die Rektorin.

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