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Weißenhorn

10.02.2018

Diebstahl: Eschagore sind mächtig sauer

Die Eschagore und die Weißahoarer Giggalesbronzer haben Ministerin Beate Merk (Mitte) in der Bayerischen Staatskanzlei besucht.
Bild: Bruno Simmnacher

Die Weißenhorner Narrenzunft fürchtet um ihren guten Ruf. Das Lösegeld für die Figur wollen die Faschingsfreunde trotzdem nicht bezahlen.

Die Eschagore sind mächtig sauer. Nicht unbedingt deswegen, weil jemand ihre Figur vom Narrenbaum gestohlen hat, sondern vor allem wegen der Art und Weise des Diebstahls.

Wie berichtet, haben Unbekannte den Eschagore gestohlen und fordern eine Spende an das Illertisser Hospiz als Lösegeld. Die Puppen-Diebe haben die Aktion als närrischen Scherz gesehen und sie mit einem im Fasching geltenden Brauch begründet. Ähnlich eines Maibaums, so sagten sie, müsse der Narrenbaum laut eines Paragrafen bewacht werden. Da die Eschagore ihre Figur nicht im Auge gehabt haben, nutzten die Unbekannten ihre Chance und stahlen die urige Gestalt. Doch was als Scherz mit sozialem Hintergrund – der Spende ans Hospiz – gedacht war, kam bei der Narrenzunft D’r Eschagore gar nicht spaßig an.

In der Satzung stehe nichts von Bewachen

Florian Kull, der erste Zunftmeister der Eschagore, zeigt sich ziemlich genervt. „Ich habe mein Leben lang noch nichts von diesem Brauchtum gehört“, sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Und wird deutlicher: Auch in der Narrensatzung der Eschagore stehe nichts davon, dass der Baum bewacht werden müsse. „Und ich weiß ganz genau, was da drin steht, ich lese sie schließlich jedes Jahr öffentlich vor.“ Selbst wenn, wäre das nicht zu leisten, „sonst müssten wir fünf Wochen dort schlafen“, sagt er.

Kull bemängelt, dass die Diebe unbekannt bleiben wollen. „Wenn ich schon etwas anstelle, dann sollte ich auch dazu stehen“, schimpft er. So etwas heimlich zu machen, gehöre sich nicht. Auch, dass die Narrenzunft aufgrund der Anonymität keinen Kontakt für Verhandlungen zu den Dieben aufbauen konnte, stößt ihm sauer auf. „Man hat uns zu lange im Ahnungslosen gelassen.“ Beim vergangenen Mal, als die Figur gestohlen worden sei, habe die Zunft gleich gewusst, wer es war. Dann habe man verhandelt und der Eschagore sei einen Tag später wieder da gewesen – im Tausch gegen ein paar Kästen Bier.

Die Eschagore engagieren sich sozial

Um das „Lösegeld“ gehe es ihm auch gar nicht. Das Hospiz sei eine wichtige Einrichtung. Ihn stört vielmehr, dass die Diebe den guten Ruf der Eschagore ein Stück weit zerstört haben. „Uns zu unterstellen, wir seien eine böse Figur, ist gelogen.“ Kull weist auf das soziale Engagement hin: „Wir spenden jedes Jahr 150 Euro an die Palliativstation in Weißenhorn – und die arbeitet mit Illertissen zusammen.“ Deswegen gehe auch kein extra Lösegeld nach Illertissen – das Hospiz bekomme ja ohnehin eine Spende. Den Eschagore hat die Narrenzunft trotzdem bekommen. Und so kann er am heutigen Samstag wieder auf dem Narrenbaum thronen.

Obwohl die Diebstahl-Aktion der Zunft in den vergangenen Tagen Sorgen bereitet hat, zog sie ihr Programm durch. Am Gumpigen Donnerstag stürmten sie mit Narren aus ganz Bayern die Staatskanzlei in München. Empfangen wurden sie von Europaministerin Beate Merk. Dabei waren die Narrenzunft Eschagore und die Weißahoarer Giggalesbronzer.

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