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Ulm

17.03.2020

Drive-in für Corona-Test kommt, strenge Regeln für Lokale

Bild: LRA ADK

Nach Neu-Ulm schränkt auch die Stadt Ulm den Betrieb der Lokale ein, die Regeln unterscheiden sich aber. Zudem kommen Drive-in-Stationen für Testabstriche.

Am Montagnachmittag hat die Stadt Neu-Ulm weitgehende Einschränkungen für das öffentliche Leben verfügt, um 19.29 Uhr verschickt eine Mitarbeiterin der Stadt Ulm einen Hinweis: Auch das Land Baden-Württemberg verbietet nun den Betrieb von Bildungseinrichtungen jeglicher Art sowie von Gastronomiebetrieben aller Art, insbesondere Diskotheken, Clubs, Bars und Tanzlokalen. Das gilt ab Dienstag, 17. März. Für Speisegaststätten gibt es Ausnahmen, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind: Stühle und Stehplätze für die Gäste müssen so angeordnet werden, dass ein Abstand von mindestens eineinhalb Metern zwischen den Tischen beziehungsweise zwischen den Gästen gewährleistet ist. Darüber hinaus müssen die Wirte in geeigneter Weise sicherstellen, dass im Falle von Infektionen für einen Zeitraum von jeweils einem Monat mögliche Kontaktpersonen nachverfolgbar bleiben.

Wie die Regelungen umgesetzt werden, ist noch offen. Die Stadt erwartet im Lauf des Montag Erkenntnisse des Landes Baden-Württemberg. Dann könnte es eine neue Allgemeinverfügung geben. Erst am Sonntag waren auf diesem Weg Einschränkungen für Versammlungen, Aufzüge, Veranstaltungen, Einrichtungen und Lokale verfügt worden, die die Infektionsgefahr eindämmen sollen.

Derweil werden die Möglickeiten für Testabstriche in Ulm und im Alb-Donau-Kreis erweitert - und zwar mit Hilfe von Drive-in-Stationen, die in Ulm und Ehingen eingerichtet werden. Sie sollen im Lauf der Woche in Betrieb genommen und von Ärzten betreut werden. Das geht aus einer Mitteilung des Landratsamts Alb-Donau-Kreis hervor.

Drive-in für Corona-Test kommt, strenge Regeln für Lokale

Testabstriche auf das Coronavirus werden auch an diesen Stationen nur in begründeten Verdachtsfällen auf ärztliche Weisung vorgenommen. Bislang fuhr ein speziell ausgerüsteter Rettungswagen als Test-Mobil durch Kreis und Stadt. Auf die Ausweitung des bestehenden Verfahrens haben sich die Teilnehmer eines Runden Tisches verständigt, zu dem Landrat Heiner Scheffold am vergangenen Freitag die Leitungen des Universitätsklinikums Ulm, des Bundeswehrkrankenhauses (Bwk), des Alb-Donau Klinikums, die Vorsitzenden der Kreisärzteschaft, Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung und des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) ins Landratsamt eingeladen hatte. Erste Vorbereitungen für die Einrichtung der Stationen hatte der Krisenstab im Landratsamt bereits vorher auf den Weg gebracht.

Man erweitere die Möglichkeiten, um den steigenden Fallzahlen Rechnung zu tragen, heißt es. Das bewährte Verfahren mit dem Test-Mobil wird parallel fortgeführt. Die Drive-in Stationen werden in Ulm auf dem Messegelände und in Ehingen am Festplatz beim Stadion errichtet. Sie sind öffentlich nicht zugänglich und dürfen nur von Personen, die dafür eine ärztliche Weisung bekommen, mit dem eigenen Auto angefahren werden.

Die Infrastruktur der Drive-in Stationen, wie beispielsweise Container, Ausschilderungen und Sicherheitspersonal, stellt das Landratsamt. Der laufende Betrieb und die Personalausstattung für die Abstriche werden von der Kassenärztlichen Vereinigung und der Kreisärzteschaft in Kooperation mit dem DRK organisiert. Mit dem Test-Mobil sollen vorrangig die Personen in häuslicher Isolierung angefahren werden, die nicht zu einer Drive-in Abstrichstation fahren dürfen.

Seit Dienstag gelten am Universitätsklinikum Ulm verschärfte Zugangsregeln: Patienten und Mitarbeiter, die auf das Coronavirus getestet werden müssen, dürfen die Gebäude zunächst nicht betreten, sondern müssen sich zuerst in eigens aufgestellten Containern testen lassen. Das soll verhindern, dass das Virus im Klinikum verbreitet wird. Eine Sprecherin betont, dass sich dort keinesfalls jeder, der Symptome habe, testen lassen solle. Die Sicherheitsmaßnahmen seien nur für den Klinikbetrieb vorgesehen.

Die Betreibergesellschaft der Gesundheitsbetriebe im Alb-Donau-Kreis schließt ihre Tagespflegeeinrichtungen an den Seniorenzentren Blaustein, Dietenheim, Erbach, Schelklingen und Laichingen sowie alle Cafés, Restaurants und Fitnesstudios. Für das Alb-Donau Klinikum an seinen drei Standorten Blaubeuren, Ehingen und Langenau sowie in der Geriatrischen Rehabilitationsklinik Ehingen gilt Besuchsverbot.

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