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Weißenhorn

13.10.2019

Ehrenvolles Gedenken in Attenhofen

Fahnenträger benachbarter Soldatenvereine beteiligten sich am Umzug zum 100-Jahr-Jubiläum des Attenhofer Veteranenvereins.
Bild: Margit Kühner

Mit einem Gottesdienst, Fahnenumzug und Festakt feiert die Veteranen- und Reservistenkameradschaft Attenhofen ihr 100-jähriges Bestehen.

Die Jubiläen häufen sich derzeit. Wie zuvor schon andere Soldaten- und Veteranenvereine im Landkreis, hat am Samstag auch die Veteranen- und Reservistenkameradschaft Attenhofen ihr 100-jähriges Bestehen gefeiert. Begangen wurde dieses Jubiläum mit einem kleinen Umzug mit Fahnenträgern der benachbarten Soldatenvereine zum Festgottesdienst in St. Laurentius und anschließendem Festakt im Saal des Gasthofs Hirsch.

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In seiner Festansprache thematiserte der Vorsitzende Reinhard Wenzel wahres Geschehen aus der Zeit des Ersten Weltkrieges. Nachbarn und Freunde seien über Nacht zu Feinden geworden. Dies solle heute eine Mahnung vor den dunklen Seiten des Krieges und für die Sinnhaftigkeit des Friedens sein. Wenzel betonte auch die Bedeutung des ehrenvollen Gedenkens aller gefallenen Soldaten.

Konstantin Bidell gab den 1919 Anstoß zur Vereinsgründung

Den Anstoß zur Gründung eines Soldatenvereins in Attenhofen hatte 1919 der damalige Bürgermeister Konstantin Bidell gegeben, der ein Jahr nach Ende des Ersten Weltkriegs mit patriotischen und sehr nachdenklichen Worten seine Erinnerungen über das Bekanntwerden des Kriegsausbruchs vortrug. „Ich kann mich noch gut erinnern an die schwülen und heißen Augusttage im Jahre 1914, als die traurige Kunde eintraf: Krieg“, sagte er damals. Ein Abschiednehmen von der Familie, Freunden und Bekannten begann. Trostlosigkeit machte sich breit, als dann die ersten Gefallenen beklagt werden mussten. Dennoch zogen mutig weitere rekrutierte Soldaten in den Krieg.

Ehrenvolles Gedenken in Attenhofen

Schätzungsweise zehn Millionen Soldaten der kriegführenden Parteien ließen in den Jahren 1914 bis 1918 ihr Leben auf den Schlachtfeldern, davon fast zwei Millionen Deutsche. Auch in Attenhofen wurden damals 19 Gefallene betrauert. Das schreckliche Leid des Krieges und auch die gefallenen Kameraden niemals zu vergessen, war mit ein Beweggrund für den Zusammenschluss unter den Soldaten.

2013 stand der Verein in Attenhofen kurz vor der Auflösung

Am 11. März 1919 fand die von Bürgermeister Bidell geleitete Gründungsversammlung statt. Bereits am 25. März 1919 konnte der Soldaten- und Veteranenverein aktiviert werden. Den Posten des Ersten Vorsitzenden übernahm damals Hermann Geßler. Zu den ersten Ehrenmitgliedern zählten die Veteranen des Deutsch-Französischen Feldzuges von 1870/71 Josef Säckler, Ludwig Geßler, Anton Günzer und Anton Sonderholzer.

Unter der Herrschaft des Nationalsozialismus ab dem Jahr 1933 musste sich der Attenhofer Veteranenverein dem Kyffhäuserbund der Deutschen Landeskriegerverbände anschließen. Im Zweiten Weltkrieg verloren 26 Attenhofer ihr Leben auf Kriegsschauplätzen. Erst im Jahr 1958 konnte auf Anregung von Ludwig Engelhard der Verein reaktiviert werden. Vorsitzender war damals Alfons Frey, Matthäus Reizle wurde sein Stellvertreter.

Weitere wichtige Daten für den Verein: 1960 wurde das neue Ehrenmal an der Kirche eingeweiht und 1992 erfolgte die Umbenennung von Krieger- und Soldatenverein in Veteranen- und Reservistenkameradschaft. Das 75-jährige Gründungsjubiläum wurde 1994 gefeiert. Eine schwierige Phase erlebte der Verein allerdings im Jahr 2013, als er kurz vor der Auflösung stand. Bei einer außerordentlichen Versammlung konnte dies jedoch abgewandt werden und der heutige Vorsitzende Reinhard Wenzel übernahm die Leitung. Aktuell zählt der Verein 104 Mitglieder und gehört damit zu einem der größten Veteranenvereine im Landkreis Neu-Ulm.

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