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Wirtschaft

18.11.2017

Ein Areal wie ein Doppelwhopper

Der Herr über 40 Burger-King-Filialen: Daniele Ianniciello mit der Restaurantleiterin in Nersingen, Nguyen Phuong. 450000 Euro kostete die Innenausstattung sowie die Küchentechnik.
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Der Herr über 40 Burger-King-Filialen: Daniele Ianniciello mit der Restaurantleiterin in Nersingen, Nguyen Phuong. 450000 Euro kostete die Innenausstattung sowie die Küchentechnik.
Bild: Alexander Kaya

An der B10 in Nersingen folgt ein Millionenprojekt dem anderen. Nach der Eröffnung von Burger King kommen ein Hotel, ein Weltmarktführer und zwei Pilotprojekte

Exakt 21 Gramm Mayonnaise, 21 Gramm Eisbergsalat, zwei Tomatenscheiben, 14 Gramm Zwiebeln, 14 Gramm Ketchup, sechs Gurkenscheiben und ein zwei Minuten auf Gasflamme gegrillter Hackfleisch-Rundling gehört zwischen die Buns genannten Semmelhälften eines echten Whoppers. So steht es zumindest auf der internen Zutatenliste im neuen Burger-King-Lokal, das am Freitag nach einer zweiwöchigen Probephase in Nersingen nun auch offiziell eröffnete. Etwas komplexer sind die Ingredienzien des Umfelds, in dem die US-amerikanische Kette ihr inzwischen viertes Lokal in der Region eröffnet: Ein „verkehrsorientiertes Dienstleistungszentrum“ nennt der Ingenieur Alfons Lehner jenes 4,5 Hektar große Gewerbegebiet an der Kreuzung von B10 und der Autobahn 7. Diese Lage mache den Grund besonders wertvoll: „Das ist einer der süddeutschen Hotspots“, sagt Lehner. Es gebe wenige Orte wie diesen: Hier träfen bedeutende Verkehrsadern und wirtschaftliche Prosperität in seltener Art und Weise aufeinander.

Stolze Summen investierte deswegen der Bauherr und Projektentwickler Bernhard Golsner aus Eppishausen im Landkreis Unterallgäu, seitdem er Mitte 2015 auf dem Gelände loslegte: 2,5 Millionen Euro für die Erschließung, 2,1 Millionen für die Tankstelle und 1,6 Millionen für das Gebäude, in dem nun der Bulettenbrater eröffnete. Andere zum Gewerbegebiet gehörige Grundstücke verkaufte Golsner. Dort werden ebenfalls Millionen verbaut: So errichtet die Firma Badeca Bau- und Grundbesitz aus Illertissen für drei bis dreieinhalb Millionen Euro bis 2019 ein Drei-Sterne-Hotel in Sichtweite von Burger King. Und für 3,5 Millionen Euro baut ein Investor für die Firma Biesse, dem nach eigenen Angaben Weltmarktführer für professionelle Holzbearbeitungsmaschinen, einen Ausstellungsraum mit Büroflächen.

Im kommenden Jahr entstehen zudem zwei „Pilotprojekte“ auf Nersingens neuem Verkehrszentrum, wie Planer Lehner erläutert. So soll bis Oktober kommenden Jahres die erste Stromtankstelle einer neuen Generation neben der Total-Station ans Netz gehen. Zunächst acht, später einmal zwölf Elektroautos könnten dann in zehn Minuten für 500 Kilometer Reichweite aufgeladen werden. Diese 150-Kilowatt-Anlage sei etwa 15-fach leistungsfähiger als gängige Modelle. Und noch bei einem anderen Verkehrsthema schreitet das Gewerbegebiet voran: In Zusammenarbeit mit Bosch werde in Nersingen ein Pilotversuch gestartet. Elf Laster-Parkplätze sollen ab Januar kommenden Jahres per Smartphone-App von den Fernfahrern gebucht werden können. Das Programm zeige dem Lkw-Piloten per Sensor an, ob ein Parkplatz frei ist. Das helfe, Parkplatzsuchverkehr zu vermeiden. Ein Stellplatz koste acht Euro, ein Fünf-Euro-Verzehrgutschein sei enthalten.

Den können die Fernfahrer im neuen Burger King einlösen. 450000 Euro steckte Daniele Ianniciello in Einrichtung und Küchentechnik. Für den Pfullendorfer bekanntes Terrain: Bei zwölf Burger-King-Restaurants ist er selbst Franchise-Nehmer, bei insgesamt 40 zumindest Teilhaber. Ganz vorne dabei ist Ianniciello nach eigenen Angaben in Sachen Getränke: Nur in 100 der bundesweit über 700 Burger Kings steht bereits ein neuartiger Coca-Cola-Automat. Freestyle heißt das rote und ziemlich runde Gerät im Pininfarina-Design, das die Kunden zu kreativen Spielereien anregt. 100 verschiedene Getränke sind möglich. Von „Fanta Traube“ über „Coke Vanilla Zero“ bis hin zu „Mezzo-Mix Limette“. Bald schon sollen auch – wie beim Konkurrenten McDonalds – mannshohe Bildschirme eigene Burger-Kreationen ermöglichen. „Self Order Terminals“ heißen die berührungsempfindlichen Bildschirme, die sich bei Burger King noch in der Testphase befinden.

Nersingens Bürgermeister Erich Winkler outet sich bei der Eröffnung als McDonald’s-Stammgast. Doch nach einem herzhaften Biss in den Whopper verkündet der Bürgermeister, dass er Burger künftig in seiner Heimatstadt verzehren werde. „Ein wichtiger Baustein“ sei das Lokal. Und Winkler wird in den kommenden Monaten noch zu zahlreichen Spatenstichen und Eröffnungen in der Gegend sein. Wohl auch für ein weiteres Restaurant.

Das Thema Gastronomie habe sich mit Burger King nicht erledigt. Wie Projektentwickler Lehner sagt, suche er zusammen mit Grundstücksbesitzer Golsner einen Betreiber für ein klassisches Gasthaus-Konzept. Neben Whoppern soll es auch Kässpätzle an der B10 geben.

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