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Ulm

22.07.2020

Ein Hauch von New York steht jetzt in Ulm

Ein Hingucker, der einen Hauch New York nach Ulm bringt: Der nun fertige zweite Bauabschnitt im Dichterviertel. Das echte „Flatiron Buliding“ in New York ist mit 91 Metern Höhe freilich weit, weit beeindruckender.

Plus Der zweite Bauabschnitt des Dichterviertels in Ulm ist fertig. Der 25-Millionen-Bau in Form eines Bügeleisens hat ein berühmtes Vorbild und unterschiedlichste Bewohner. Der Investor hat noch viel mehr vor.

Ein Haus wie ein Keil, das dadurch durchaus an ein überdimensionales Bügeleisen erinnert. In New York City hat es das „Flatiron-Gebäude“ damit zu Berühmtheit gebracht. Nun ist dieser architektonische Kniff auch in Ulm in der Kleiststraße zu bewundern.

Pro Invest mit dem Führungstrio um Chef Rainer Staiger (Mitte) und seinen Söhnen Nikolai (rechts) und Raphael.

Im Dichterviertel stellte nun Investor Pro Invest den zweiten Bauabschnitt fertig. 50 Millionen Euro investiert die Firma Pro Invest um den Unternehmer Rainer Staiger bereits in den ersten Bauabschnitt, der neben Mietwohnungen auch das vor zwei Jahren eröffnete „Leonardo Royal“-Hotel umfasst. Daneben entstand nun ein 25-Millionen-Euro-Bügeleisen.

Der Eingang zu den Appartements der Firma Brera.

Eingekeilt zwischen Verkehrsachsen wie dem Blaubeurer Ring und dem Ulmer Hauptbahnhof führte das Viertel lange ein Hinterhofdasein. Das ändert sich nun langsam. „Hier entsteht ein Stück europäische Stadt, das uns in ein paar Jahren ganz selbstverständlich erscheinen wird“, sagte Ulms Baubürgermeister Tim von Winning bei der Eröffnung. Durch die verschiedenen Nutzungen werde das Stadtviertel genau jene Qualitäten bekommen, die Stadtleben ausmachten. Oft würden Neubaugebiete unter der Gleichförmigkeit der Nutzung leiden: nur Wohnungen, nur Büros oder nur Einzelhandel. Im Dichterviertel sei das anders: Hier gibt es bereits ein Hotel sowie Mietwohnungen sämtlicher Kategorien.

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Neue Wohnungen für Senioren und Geschäftsleute in Ulm

Nun kommen seniorengerechte Wohnungen und „Serviced Appartements“ hinzu. Zielgruppe dafür sind Geschäftsreisende, die sich hier für eine Woche bis ein halbes Jahr auf 20 bis 42 Quadratmetern einmieten können. Während für die Architektur die größte Stadt der USA Pate steht, ist es für den Betreiber ein Stadtviertel von Mailand. Brera ist sowohl ein elegantes Quartier der Altstadt der lombardischen Metropole als auch der Name des italienisch geführten Anbieters. „Wir verzeichnen eine sehr hohe Nachfrage in Ulm“, sagt Matteo Ghedini, der Geschäftsführer der Firma Brera, die bereits Häuser in Frankfurt, München, Leipzig und Nürnberg betreibt. Die Entstehung des Dichterviertels mit seinen verschiedenen Nutzungen sei eine „tolle Vision“ und ein ideales Umfeld für Brera.

Das Konzept habe durch die Corona-Pandemie sogar gewonnen: Die Nachfrage nach Zimmern mit Kochgelegenheit habe zugenommen. Brera biete ist ein stylishes Zuhause weg von zu Hause inklusive Reinigungsservice und Wäschereiservice. Im Gegensatz zum Hotel werden alle Apartments nicht täglich, sondern wöchentlich gereinigt. Was das Ganze auch günstiger macht: Schon für 42 Euro kann man übernachten. Die Tarife schwanken allerdings je nach Buchungsdauer und Saison sehr stark.

Früher mal eine Gegend wie ein Hinterhof

Ein gänzlich anderes Klientel wird im hinteren Bereich des „Bügeleisens“ zu Hause sein. Die in Ulm bereits in der Friedensstraße vertretene „Seniorenresidenz“ Elisa betreibt hier bald weitere Angebote. Ab Herbst stehen 59 seniorengerechte Zwei-Zimmerwohnungen mit 32 bis 67 Quadratmetern zur Vermietung bereit. Dem schließen sich die Räumlichkeiten des Betreuungsdienstleisters Korian an, der etwa ambulante Pflege anbietet. Beide Einrichtungen teilen sich einen Dachgarten im 6. Obergeschoss.

Pro Invest ist noch nicht fertig

Die Firma Pro Invest ist mit der Fertigstellung dieses Projekts aber noch längst nicht fertig im Dichterviertel. Zwei weitere Grundstücke konnten sich die Staigers bereits in direkter Nachbarschaft sichern. Beides seien Projekte, die sich jeweils auf einem ähnlichen finanziellen Niveau bewegten, so Rainer Staiger. Die Planungen haben teilweise bereits begonnen, ein Architektenwettbewerb für eines der Grundstücke ist schon ausgeschrieben. Ein Preisgericht werde im Oktober entscheiden, welcher Entwurf auf der Fläche eines Autohauses realisiert wird. Der dritte Bauabschnitt östlich der Kleiststraße wird bereits geplant und wird im Oktober im städtischen Gestaltungsbeirat diskutiert.

Wie von Winning betonte, zahle sich nun der lange Atem der Stadt aus, diese „Hinterhofsituation“ zu beseitigen. Vor nunmehr 13 Jahren sei die erste „Sanierungssatzung“ im Ulmer Gemeinderat verabschiedet worden. Bis zur ersten Grundsteinlegung von Pro Invest habe es weitere elf Jahre gedauert. Am Ende sollen 800 neue Wohnungen entstanden sein. Die nächste Einweihung könnte 2022 sein.

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