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Ulm

18.05.2015

Ein Held mit Gummihandschuhen

Der Tatortreiniger bei der Arbeit: Schauspieler Markus Hummel verkörpert „Schotty“ im Live-Hörspiel im Roxy.
Bild: Felix Oechsler

Im Roxy nimmt am Mittwoch „Der Tatortreiniger“ seine Arbeit auf. Das Live-Hörspiel ist in doppelter Hinsicht eine Premiere.

Mit dieser Produktion ist der Truppe von Sven Wisser ein Coup gelungen. Denn es ist das erste Mal überhaupt, dass „Der Tatortreiniger“ auf der Bühne zu sehen beziehungsweise hören ist. Und auch das erste Mal, dass im Roxy ein Live-Hörspiel gezeigt wird: Ein Format, das seit einigen Jahren in Deutschland einen Boom erlebt – das Sprecherensemble der Junior-Detektiv-Reihe „Die drei ???“ füllt regelmäßig ganze Arenen.

„Der Tatortreiniger“ eignet sich laut Theatermacher Wisser ideal für diese Art der Bearbeitung: „Als ich damals zum ersten Mal eine Folge gesehen habe, dachte ich mir: Das ist ja wie ein Kammerspiel geschrieben.“ Nach längeren Verhandlungen sei es schließlich gelungen, die Rechte zu bekommen. Die Wahl bei den Episoden fiel auf die erste Folge „Ganz normale Jobs“, in der Schotty beim Putzen in einer Hochhauswohnung Bekanntschaft mit einer verzweifelten Prostituierten macht, und auf „Schottys Kampf“, in welcher der Reinigungsfachmann bei einer Nazi-Vereinigung entrümpelt. Letztere wurde mit dem Grimme-Preis prämiert. Umgesetzt wird „Der Tatortreiniger“ im Roxy von einem Trio: Markus Hummel, Sina Baajour und Lea-Christin Garrelfs, die kurzfristig den Sprecherpart von einer erkrankten Kollegin übernehmen musste.

Die Fernsehserie lebt natürlich auch von ihrem Hauptdarsteller Bjarne Mädel, bekannt auch als Opfer Ernie in „Stromberg“ und Dorfbüttel Dietmar in „Mord mit Aussicht“. Doch Hummel, der im Roxy die Schotty-Rolle übernimmt, fürchtet die Herausforderung nicht: „Ein Live-Hörspiel ist etwas anderes als eine Fernsehsendung“, sagt er. „Wir werden einen eigenen Drive hineinbringen.“

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Der kommt zu einem guten Teil nicht nur von den bekannt gewitzten Dialogen aus der Serie, sondern vom Herstellen der Geräusche auf der Bühne. Da wird das Öffnen einer Tupperdose durch das Mikrofon zur Tür von Schottys Transporter, eine leere Spritze ploppt wie ein Sektkorken. Produziert werden die Laute von den Sprechern selbst – mit allerlei Zubehör, weshalb es auf der Bühne auch ein bisschen aussieht wie im Hobbykeller.

Schon eine Woche vor Premiere des „Tatortreinigers“ war die Hälfte der Karten weg, Sven Wisser rechnet mit einem vollen Haus: „Das ist ein toller Start für uns.“ Für September sind weitere Vorstellungen geplant. Und wenn das Interesse groß genug ist, könnte das Live-Hörspiel im Roxy in Serie gehen. Genug Auswahl gäbe es: Die TV-Vorlage hat mittlerweile 18 Folgen.

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