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Glauben

23.10.2011

Ein neues Haus des Gebets

Bischof Konrad Zdarsa (links) gratuliert Clemens Maria Henkel, dem Direktor der Gebetsstätte Marienfried, zur gelungenen Neugestaltung und Erweiterung der Kirche, die gestern eingeweiht wurde.
Foto: Alexander Kaya (Archivfoto)

Erweiterte Kirche an der Gebetsstätte Marienfried feierlich eingeweiht

Trotz ungemütlichen Wetters sind die Gläubigen am Sonntagmorgen in Scharen gekommen, um an der Einweihung der neuen Kirche der Gebetsstätte Marienfried teilzuhaben. Nicht nur die neuen roten Kirchenbänke waren voll belegt, auch in den Gängen, dem Vorraum und sogar vor der Kirche versammelten sich die Menschen. Bischof Konrad Zdarsa weihte das neue Gotteshaus in einem feierlichen Pontifikalamt.

Rund 700 Besucher hatte Clemens Maria Henkel, Direktor der Gebetsstätte Marienfried erwartet, mindestens 1000 waren gekommen. Im Rahmen des beinahe dreistündigen feierlichen Gottesdienstes segnete der Bischof das gesamte Gotteshaus und salbte die Wände, indem er an verschiedenen Stellen das Kreuzzeichen aufbrachte. Auch der Altar wurde gesegnet und gesalbt, nachdem im Altar Reliquien der Heiligen Theresia vom Kinde Jesu beigesetzt worden waren. An fünf Punkten wurde danach Weihrauch auf dem Altar entzündet. Diese fünf Punkte symbolisierten die fünf Wunden Jesu und sollten sichtbare Zeichen für das Geheimnis Christi und der dreifaltigen Kirche sein.

Der Kirchenneubau begleitete als Thema auch die Lesungen und die Predigt des Bischofs. Er sprach von der Gemeinde als „lebendige Bausteine“, aus der die Kirche aufgebaut werde. Auch die Geschichte des Zöllners Zachäus, der Jesus als Gast in seinem Haus beherbergt und dabei zur Umkehr bewegt wird, floss in die Predigt ein. „Herr Gott, Dein Haus ist unser Haus, wir gehen in Freude ein und aus“, zitierte Bischof Zdarsa aus einem Lied und bezog den Text auf die Anwesenden: Die Gemeinde sei teilweise von weit her gekommen, um dabei zu sein, wenn Gott sein neues Haus des Gebetes, die neu erstrahlende Kirche in seinen Dienst nehmen wolle.

In Wachs gegossene Rosen

Nach dem Gottesdienst konnten vor der Kirche Erinnerungen an die feierliche Einweihung erworben werden. Der „Marienfriedtaler“ in Gold, Silber und Bronze war eigens als Andenken an die Einweihung geprägt worden. Auch die kunstvoll in Wachs gegossenen, voll erblühten roten Rosen waren als Andenken bei den Besuchern der Gebetsstätte sehr begehrt und folglich schnell ausverkauft. Nach dem Pontifikalamt präsentierten sich dem Bischof verschiedene religiöse Gruppen auf dem Kirchplatz. Die Musikflöhe, eine Jugendformation des Musikvereins Pfaffenhofen, spielten zwei Stücke. Auch die Vertreter der Öffentlichkeit würdigten das neue Gotteshaus mit ihren Grußworten. Landrat Erich Josef Geßner bedauerte in seiner Rede, dass die Menschen sich heutzutage so aufgeklärt fühlten, dass nur noch wenige Zugang zur Kirche fänden. Er selbst empfinde die Kirche als einen Ort der Geborgenheit und Freiheit. Jeder müsse sich selbst einbringen, forderte Geßner. Glaube brauche immer Gemeinschaft, könne aber Aufgaben gegen so manche Frustration setzen. In ihrer 2000-jährigen Geschichte sei die Kirche durch Höhen und Tiefen gegangen, „aber wo Gott ist, ist Zukunft“.

Geßner war auch nicht mit leeren Händen gekommen. Das Land könne die Gebetsstätte nicht unterstützen, bedauerte er. Als Landrat sei er jedoch Vorsitzender des Verwaltungsrats der regionalen Sparkasse und in dieser Funktion übergab er Direktor Henkel einen Scheck in Höhe von 5000 Euro. Die bisherige Notkirche habe mehr einer Turnhalle als einem Gotteshaus geglichen, erinnerte sich Pfaffenhofens Bürgermeister Josef Walz. Jetzt erstrahle die Kirche in neuem Glanz. Mit viel Initiative hätten die Verantwortlichen gezeigt, wie viel ihnen ihr Gotteshaus bedeute. Angesichts der herrschenden Religionsmüdigkeit sei eine Kircheneinweihung „quer zum Trend“. (uwt)

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