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Ulm

20.04.2019

Eine Ulmer Sängerin auf dem „Traumschiff“

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Seit Jahren das „Traumschiff“ im ZDF: die MS Amadea. Bei der nächsten Episode der Serie am Ostersonntag ist die Ulmer Mezzosopranistin Kinga Dobay dabei.
Bild: Dietmar Hasenpusch/dpa, Dagmar Hub, Alexander Schröder

Plus Musik an Bord der MS Amadea: Mezzosopran Kinga Dobay, früher am Theater beschäftigt, singt am Ostersonntag einen Billy-Joel-Song – begleitet von Harald Schmidt. Auftritte auf hoher See kennt sie gut.

Am Ostersonntag wird Kinga Dobay mit ihrem Mann Alexander Schröder und dem sechsjährigen Sohn Hugo im Urlaub sein. Fernsehzuschauer können die Mezzosopranistin, die 2011 bis 2014 am Theater Ulm Ensemblemitglied war und dort unter anderem für die Titelrollen in den Händel-Opern „Ariodante“ und „Serse“ oder in der Rolle der Fürstin in Puccinis „Il trittico“ gefeiert wurde, an diesem Ostersonntag wiedersehen: In der ZDF-Serie „Das Traumschiff“ singt Dobay Billy Joels „I Love You Just The Way You Are“. Am Klavier sitzt dazu der (in Neu-Ulm geborene) Entertainer und Schauspieler Harald Schmidt.

Seit Deutsch-Ungarin Dobay und ihr Mann, der als Tenor ebenfalls Mitglied des Opernensembles war, das Theater Ulm verließen, haben sie sich eine neue Existenz aufgebaut. Der studierte Sprachheilpädagoge Schröder kehrte in seinen Beruf zurück, die vielseitige Dobay singt auf Bühnen im In- und Ausland, unter anderem in diesem April im Leipziger Gewandhaus, sie arbeitet aber auch in der Region Ulm/Erbach als Gesangslehrerin und als Stimmbildnerin von Chören.

Engagements auf der MS Amadea gehören zum Leben von Kinga Dobay

Regelmäßige Engagements auf der MS Amadea, auf der das ZDF sein „Traumschiff“ dreht, gehören zum Leben von Dobay und Schröder seit 2016 dazu. Die Familie liebt diese Reise-Engagements, gerade auch, weil der kleine Sohn bislang immer dabei sein konnte. Sie haben sich ein gemeinsames und solistisches Repertoire an Bühnenprogrammen erarbeitet, Musical-, Chanson-, Operetten- und Opernabende. „Pro zweiwöchiger Reise steht man auf der Amadea ein- oder zweimal auf der Bühne“, erzählt Dobay. Man erlebe die Länder, wo das Schiff anlegt – das genieße sie. Die Amadea sei inzwischen ein zweites Zuhause. „Es ist ein kleines Schiff mit 600 Passagieren und einer recht intimen Atmosphäre.“ Die Passagiere kenne man natürlich nicht, sie wechseln. „Aber die Besatzung kennen wir inzwischen gut, und es ist immer ein herzliches Willkommen.“ Nachdem sie eines ihrer Programme auf dem Schiff gesungen hatte, klopfte vor einigen Monaten ein Regisseur an ihre Kabinentür. Ob sie für den „Traumschiff“-Dreh einer Reise von Dubai über Indien und Sri Lanka nach Myanmar zur Verfügung stehe?

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Kinga Dobay unterschrieb den Vertrag – und probte mit Harald Schmidt für den Dreh. Auch wenn die Mezzosopranistin vorher bereits über TV-Erfahrung verfügte, resümiert sie die Arbeit fürs ZDF als „eine tolle Geschichte“. „Ich war immer viel auf der Welt unterwegs“, erzählt die Mezzosopranistin, die 1999 ihre musikalische Laufbahn als Bundessiegerin in der Sparte „Gesang“ beim Musikwettbewerb „Jugend musiziert“ startete – im Bereich des Musicals. Sie studierte Musical-, Oratorien-, Lied- und Operngesang, und so sehr sie die Oper schätzt – ihre Liebe gehört immer auch dem Chanson und dem Musical, zumal sie ein auch ein komisches und schauspielerisches Talent hat. „Das TV-Engagement war im Grunde wieder ein Zurück zu den Wurzeln“, sagt die 43-Jährige und schmunzelt.

Derzeit bereitet sie sich auf "Brecht goes Weill" vor

Auf dem Klavier der Wohnung in Ulm, wo die Familie Dobay/Schröder lebt, liegt derzeit Literatur von Bert Brecht und Kurt Weill, dem in Dessau geborenen Komponisten, mit dem Brecht unter anderem für die „Dreigroschenoper“ und für „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ zusammenarbeitete. Am 1. Mai wird Kinga Dobay im Festspielhaus Recklinghausen den Abend „Brecht goes Weill“ singen. „Es macht mir gerade unheimlich viel Freude, die Nuancen bei Brecht herauszuarbeiten, aber es ist natürlich auch harte Arbeit, die Geschichten mit den Mitteln der Stimme zu erzählen“, berichtet sie.

Wie es weitergeht? Ihre Familie ist ihr das Allerwichtigste, sagt Dobay und spielt auf den Billy-Joel-Song an, den sie auf dem „Traumschiff“ singt. „I took the good times; I’ll take the bad times“, sagt sie. Das Leben annehmen, wie es kommt. „Denn die Zukunft kennen wir nicht.“ Die nahe Zukunft aber ist für sie auch die Teilnahme ihrer Ehinger Gesangsschülerin Franziska Geprägs am Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“. Diese hatte sich beim Regionalwettbewerb Neu-Ulm in der Sparte Musical für den Landeswettbewerb in Schorndorf qualifiziert und dort das Ticket für Halle gelöst. Dobay: „Ich freue mich riesig, dass sie beim Bundeswettbewerb dabei ist.“

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