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Ulm

18.12.2019

Eine grüne Fahrradbrücke für Ulm

Die Wallstraßenbrücke führt vom Blaubeurer Ring aus über die Bahngleise stadtauswärts nach Norden.
Bild: Alexander Kaya (Archivfoto)

Die Projekte für die Landesgartenschau 2030 sollen dort enge Verbindungen schaffen, wo Bahn und B10 Ulm durchschneiden. Ein zentraler Baustein kommt voran.

Die B10 und die Bahngleise durchschneiden Ulm. Wer ohne Auto von der einen Seite zur anderen kommen will, muss die für Radfahrer und Fußgänger überwiegend mäßig attraktiven Brücken nutzen. Jetzt will die Stadt eine davon umgestalten und einen grünen Fuß- und Radweg ergänzen. Das Projekt ist Teil der Umgestaltungen für die Landesgartenschau 2030. Umgesetzt werden soll es optimalerweise aber schon davor – und bleiben soll es viel länger.

Ein grünes Band durch Ulm schaffen und die Bauwerke der Bundesfestung besser ins Bild der Stadt einbinden: Diese Ziele verknüpft die Stadt mit der Landesgartenschau. Viel vorgenommen haben sich die Verantwortlichen in erster Linie für die Wilhelmsburg und ihre Umgebung und das Areal rund um das Ehinger Tor. Die ersten konkreten Themen aber befassen sich mit einem eher schmalen Korridor, das diese beiden zentralen Bestandteile verbinden soll. Glacissteg nennen die Planer um Baubürgermeister Tim von Winning und Projektleiter Jochen Aminde diese Verbindung, für die auch eine komplett neue Brücke im Gespräch war. Zehn verschiedene Möglichkeiten, wo und wie dieser Überweg verlaufen könnte, hat ein Büro für die Stadt simuliert. Vier davon, so von Winning, haben Substanz. Eine bietet zwar keine perfekte Anbindung, ist aber vergleichsweise günstig und lässt sich vergleichsweise schnell umsetzen: ein Umbau der Wallstraßenbrücke, die vom Blaubeurer Ring aus über die Bahngleise stadtauswärts führt. Die Räte im Bauauschuss teilten diese Sicht und stimmten den weiteren Planungen für diese Variante einstimmig zu.

Ulm: Glacissteg an der Wallstraßenbrücke

Die Umsetzung soll fünfeinhalb Jahre dauern und eine knappe halbe Million Euro kosten. Bei den anderen realistischen Varianten gehen die Planungen von zwei- bis viermal so hohen Kosten und einem Zeitrahmen von mindestens sieben Jahren aus. Einen neuen Glacissteg zu errichten, wäre auch wegen dann nötiger Absprachen mit der Deutschen Bahn kompliziert geworden.

Eine grüne Fahrradbrücke für Ulm
Die Wallstraßenbrücke führt vom Blaubeurer Ring aus über die Bahngleise stadtauswärts nach Norden (oben). Nach den Plänen der Stadt soll sie auch für Radfahrer und Fußgänger zu einer wichtigen Verkehrsachse werden. Die Skizze der Planer zeigt, wie das aussehen könnte (unten).

Der untere Eselsberg, die Kienlesbergbastion und letztlich auch die Wilhelmsburg wären durch den Ausbau der Wallstraßenbrücke zumindest deutlich komfortabler an die Innenstadt angeschlossen, glauben die Planer. In die Skizzen ist auch die Überlegung eingeflossen, dass Radfahrer seltener die Straßenseite wechseln müssen, um von A nach B zu kommen. Die ersten groben Planungen sehen vor, die Auffahrt auf der Ostseite der Wallstraßenbrücke vom Blaubeurer Ring zu verringern. Derzeit gibt es zwei Fahrspuren, die aber ohnehin zusammengeführt werden. So soll Platz für einen breiteren Rad- und Fußweg entstehen, ohne dass die Leistungsfähigkeit der Straße eingeschränkt wird. Der neue Rad- und Fußweg auf der Ostseite der Wallstraßenbrücke soll vier bis sechs Meter breit sein – statt wie bisher zweieinhalb Meter. Nur an einer Stelle dürfte es enger werden: Dort befindet sich ein Oberleitungsmast der Deutschen Bahn, die laut Stadt aber Gesprächsbereitschaft für eventuelle Veränderungen signalisiert hat. Der Mast könnte also versetzt werden, der neue Weg könnte aber auch einfach daran vorbei geführt werden.

Ideen für die Landesgartenschau in Ulm sollen schon frühzeitig umgesetzt werden

In der ersten Skizze wird der Weg auf der Ostseite als promenadenartiger Glacissteg bezeichnet. Er soll mit einer bepflanzten Pergolakonstruktion überdacht sein – genauso wie der Weg auf der gegenüberliegenden Seite der Wallstraßenbrücke. Der Weg auf der Westseite könnte sogar noch breiter ausfallen und soll später den Großteil des Radverkehrs aufnehmen. Auch hier soll ein Teil der Auffahrt zu diesem Zweck umgebaut werden.

Baubürgermeister von Winning bezeichnete die Landesgartenschau einmal mehr als „Vehikel“, städtebauliche Ziele in Ulm umzusetzen. Die Nord-Süd-Verbindung für Radler und Fußgänger soll deshalb nach Möglichkeit schon vor 2030 in Betrieb genommen werden. Die Gemeinderäte pochten in der Ausschusssitzung darauf, auch die Ost-West-Verbindung zu verbessern. Die sei sogar fast noch wichtiger, fand Michael Joukov-Schwelling (Grüne). „Räder sollen mindestens genauso gut durchkommen wie Autos“, forderte Martin Rivoir (SPD). Reinhold Eichhorn (FWG) lobte die von der Stadt bevorzugte Variante als am machbarsten und am sinnvollsten. Winfried Walter (CDU) betonte, die Planungen müssten nachhaltig sein und dürften nicht nur der Landesgartenschau dienen.

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