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Elchingen

27.10.2020

Elchingen will Autofahrer in der Bahnhofstraße einbremsen

Die Bahnhofstraße in Unterelchingen ist viel befahren. Anwohner ärgern sich über Lärm und Temposünder.
Bild: Stefan Kümmritz

Plus Anwohner in der Unterelchinger Bahnhofstraße leiden unter dem Lärm. Die Gemeinde will das ändern.

Am intensivsten wurde bei der jüngsten Elchinger Gemeinderatssitzung über die Forderung von Anwohnern bezüglich verkehrsberuhigender Maßnahmen in der Unterelchinger Bahnhofstraße diskutiert. Mit dem Ergebnis, dass der Rat einstimmig für das Auftragen von zwei zusätzlichen 30 km/h-Piktogrammen, eine Geschwindigkeitsanzeigetafel, eine weitere gemeindliche Zählung und Messung des Verkehrsaufkommens und der gefahrenen Geschwindigkeiten sowie die Bitte an die Polizei um regelmäßige Geschwindigkeitskontrollen votierte. Mehrheitlich abgelehnt wurde hingegen der Vorschlag der Verwaltung, zwei einseitige seitliche Einengungen im Abschnitt zwischen Einmündung Lange Straße und Sudetenstraße an geeigneten Stellen anzubringen.

Elchingens Bürgermeister Joachim Eisenkolb betonte, er verstehe die Klagen der Anwohner der Bahnhofstraße, zumal Messungen der Polizeiinspektion Neu-Ulm dort am 17. Juli in einem Zeitraum von eineinhalb Stunden 109 Fahrzeuge, darunter auch Busse, und am 3. August – ebenfalls innerhalb von 90 Minuten – 172 ergeben haben. Dabei wurden in der Tempo-30-Zone Spitzenwerte von 47 km/h gemessen. Eine Messung der Verwaltung ergab, dass am 30. September und 1. Oktober innerhalb von 24 Stunden 2087 Fahrzeuge mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 41 km/h gezählt wurden. „Wir wollen diverse Maßnahmen ausprobieren“, so Eisenkolb. „Wenn die nichts bringen, müssen wir weiter denken. Effektive Maßnahmen sind schwierig.“ Die CSU-Fraktion plädierte für mehr Blitzer und Geschwindigkeitskontrollen, denn die Einsicht der Fahrer käme am ehesten, wenn es ans Geld geht.

Die Unterelchinger Bahnhofstraße soll ruhiger werden

Als der Bürgermeister Schwellen auf der Straße ansprach, erhob sich gleich bei ihm wie den Gemeinderäten Widerspruch. „Da leiden die Anwohner noch mehr unter Lärm“, so Eisenkolb. Er meinte damit das tausendfache Rattern der Räder über die Schwellen. Die Idee der Freien Wähler, vorgetragen von Rudolf Niedermeier, feste Blitzgeräte zu installieren, fand zwar einigen Zuspruch, Joachim Eisenkolb wies aber auf die hohen Kosten für ein Gerät von etwa 100.000 Euro hin. Dass Blitzer etwas bringen, bezweifelte der Grüne Manfred Bittner etwas: „Über lokale Radiosender werden Blitzer schnell gemeldet.“ Und fingierte Blitzer-Meldungen seien so eine Sache. Letztlich einigte sich der Gemeinderat auf die oben angeführten Lösungsversuche.

Der Erhalt der eigenen Wasserversorgung war auch ein wichtiges Thema der Sitzung, ohne dass es einen Beschluss gegeben hätte. Im April 1999 erhielt Elchingen die gehobene wasserrechtliche Erlaubnis für die Entnahme von Grundwasser aus zwei Brunnen, um für seine Wasserversorgung zu sorgen. Die Erlaubnis galt bis Ende 2018 und wurde dann um zwei Jahre verlängert, obwohl das Wasserschutzgebiet eigentlich zu klein ist. „Die Eigenwasserversorgung soll erhalten bleiben“, sagte Ulrich Pühler vom Ingenieur-Büro Wassermüller Ulm, das von der Gemeinde mit der Erstellung eines Strukturgutachtens beauftragt wurde. Er berichtete dem Rat von den Bedingungen, die das Wasserwirtschaftsamt Donauwörth zusammen mit dem Landratsamt Neu-Ulm gestellt habe. Die seien schon erfüllt worden oder werden wie die Rohwasserbeprobungen gerade erfüllt. Pühler: „Das Wasser weist geringe Trübungen auf und ist von sehr guter Qualität.“ Und so rechnet die Gemeinde, wie Eisenkolb erklärte, mit einer weiteren Verlängerung der Erlaubnis um zwei Jahre. „Denn ein unbefristetes Wasserrecht gibt es nicht“, verwies Pühler auf die Sachlage.

Einstimmig beschloss der Gemeinderat, die Erstellung eines Fahrradkonzeptes seitens des Landkreises unter Einbeziehung der Landkreisgemeinden zu unterstützen. Zudem soll die Verwaltung die Vorfahrtsregelung für Radfahrer an der Einmündung Thalfinger Straße/Kreisstraße Neu-Ulm 8 überprüfen und dort eine flächendeckende Rotmarkierung anbringen.

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