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Landkreis Neu-Ulm

15.10.2015

Elchinger Asyl-Hilferuf: So reagiert der Landrat

Symbolbild
Bild: Alexander Kaya

Thorsten Freudenberger verspricht Ehrenamtlichen, „vorläufig“ keine Flüchtlings-Unterkünfte mehr in Unterelchingen anzumieten

Nach einem Hilferuf Elchinger Asylhelfer (wir berichteten) hat nun Landrat Thorsten Freudenberger in einem über vier Seiten langen Brief Stellung bezogen und der Gemeinde Unterstützung zugesagt. So plane das Landratsamt zwar in der Tat, weitere 60 Asylbewerber in Unterelchingen unterzubringen, doch danach soll Schluss sein.

„Nachdem Sie zu Recht auf die Belastungsgrenze Unterelchingens hinweisen, habe ich intern veranlasst, dass dort vorläufig keine weiteren Anmietungen für die dezentrale Unterbringung von Asylsuchenden erfolgen“, schreibt Freudenberger, fügt aber hinzu: „Vorläufig“ deshalb, da niemand wissen und ermessen kann, wie sich eine Krise weiterentwickelt. Ich sage Ihnen zu, dass weitere Schritte nur in Abstimmung mit der Gemeinde und dem Helferkreis erfolgen werden. Ich hoffe aber und gehe fest davon aus, dass diese nicht notwendig sein werden.“

Der Elchinger Helferkreis hatte vergangene Woche einen Brief mit deutlichen Worten an den Landrat geschickt und Befürchtungen geäußert, dass der soziale Frieden in der Gemeinde gefährdet sei, wenn noch mehr Flüchtlinge kämen. „Schon jetzt gibt es erste Anzeichen für fundamentalen Unmut, der sich uns gegenüber in verbalen Ausfällen auf offener Straße ankündigt“, schrieben die ehrenamtlichen Helfer. Derzeit leben 80 Asylbewerber in dem 2800 Einwohner großen Elchinger Gemeindeteil, bald sollen es rund 140 sein.

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„Die Aussage einiger Bürger, das Landratsamt würde dort Asylsuchende unterbringen, wo es besonders aktive Helferkreise gibt, ist abstrus und falsch, vielleicht sogar eine bewusst gestreute Lüge“, betont Landrat Freudenberger. Seine Behörde sei angesichts der momentanen Krisenlagen vielmehr gezwungen, „alle Objekte anzumieten, die wir zur Verfügung gestellt bekommen.“ Dabei werde es immer wichtiger, die Balance zu halten, so Freudenberger, der das zum Anlass nimmt, zum wiederholten Male für eine gerechtere Verteilung der Flüchtlinge im Landkreis zu plädieren: „Da ich immer skeptischer werde, dass der Gesetzgeber zeitnah tätig wird, führe ich derzeit intensive Gespräche, welche Maßnahmen wir selbst ergreifen können, um uns einer Verteilungsgerechtigkeit anzunähern.“

Auch, weil sich viele Kommunen weiterhin weigerten, „im Sinne der interkommunalen Solidarität“ selbst für Unterbringungsmöglichkeiten zu sorgen. „Ich kann Ihnen versichern, dass die besondere Lage Unterelchingens wie einiger anderer Orte, an denen überproportional viele Menschen auf der Flucht eine Bleibe gefunden haben, bei den Überlegungen für landkreisinterne Maßnahmen eine entscheidende Rolle spielen werden“, schreibt Freudenberger. (bmi)

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