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Medizin

30.06.2020

Elf Millionen Euro für Ulmer Krebsforschung

Die Krebsforscherinnen und -forscher setzen im Labor auf fortschrittliche Technologien wie Next Generation Sequencing.
Bild: Heiko Grandel

Jetzt wollen die Wissenschaftler herausfinden, warum manche Medikamente ihre Wirkung verlieren

Großer Erfolg für die Krebsforschung der Ulmer Universitätsmedizin: Der Leukämie-Sonderforschungsbereich wird in den kommenden vier Jahren weiterhin von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit rund elf Millionen Euro gefördert. Somit hat der hoch erfolgreiche Bereich „Experimentelle Modelle und Klinische Translation bei Leukämien“ die maximale Förderdauer erreicht. Hauptziele der Krebsforschenden um Professor Hartmut Döhner sind ein tieferes Verständnis der zellulären und molekularen Grundlagen der Leukämieentstehung sowie neue Ansätze für eine personalisierte Blutkrebstherapie.

Im Leukämie-Sonderforschungsbereich gehen erfahrene und junge Forschende in insgesamt 15 Teil- und zwei Zentralprojekten den Ursachen für die Entstehung verschiedener Blutkrebsformen auf den Grund. In den vergangenen beiden Förderperioden haben die Wissenschaftler der Universität und des Universitätsklinikums Ulm bedeutende neue Erkenntnisse gewonnen: Mithilfe experimenteller Modelle konnten sie beispielsweise für die häufigen Leukämieformen „Akute Myeloische Leukämie“ und „Chronische Lymphatische Leukämie“ je eine genetische „Mutations-Landkarte“ erstellen. Dadurch lässt sich die Prognose solcher Leukämiepatientinnen und -patienten genauer ermitteln.

Ergebnisse der Forschungsarbeiten sind in hochrangigen Zeitschriften wie dem „New England Journal of Medicine“, „Nature“ oder „Science“ veröffentlicht worden. Professor Hartmut Döhner zählt selbst zu den meistzitierten Leukämieforschern weltweit.

Elf Millionen Euro für Ulmer Krebsforschung

Die Bedingungen für die Leukämieforschung am Standort Ulm sind exzellent. So haben die Wissenschaftler Zugang zu zahlreichen Blut- und Knochenmarkproben von Patienten, die im Zuge von klinischen Studien mit neuen Medikamenten behandelt worden sind. Die Leukämie-Biobank der Ulmer Universitätsmedizin gehört sogar zu den größten weltweit. Patienten des Comprehensive Cancer Center Ulm (CCCU) des Universitätsklinikums und der Medizinischen Fakultät profitieren oft direkt von den Ergebnissen des Sonderforschungsbereichs.

Im Jahr 2019 ist das CCCU erneut von der Deutschen Krebshilfe als Onkologisches Spitzenzentrum ausgezeichnet worden.

Eines der Ziele der dritten Förderperiode ist es herauszufinden, warum auch die neuen, molekular-zielgerichteten Medikamente nach unterschiedlicher Behandlungsdauer oft nicht mehr ansprechen: Leukämien entwickeln Resistenzmechanismen gegen diese Substanzen. Hierzu sollen im Labor auch neue Technologien zum Einsatz kommen, wie beispielsweise die Sequenzierung auf Leukämie-Einzelzellebene. Erstmals können in der neuen Förderphase auch externe Forschungsgruppen aufgenommen werden. Insgesamt bündelt der Sonderforschungsbereich die Expertise renommierter Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen.

Die Erforschung des blutbildenden Systems und insbesondere der Leukämieerkrankungen haben in Ulm eine lange Tradition, die bis zur Universitätsgründung im Jahr 1967 zurückreicht. (az)

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