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Fasnacht

17.02.2019

Erfindermesse in Weißenhorn: Wo aus Hundekot Gold wird

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4 Bilder
Die Schelmenschinder haben eine Maschine entwickelt, die nicht nur Hundekot einsammelt, sondern daraus Gold macht. „Einstein“ Michael Riedel begutachtet das außergewöhnliche Gerät.
Bild: Stefan Kümmritz

Bei der Weißenhorner Erfindermesse setzt sich der Sieger nur knapp durch. Bürgermeister Wolfgang Fendt wird zur Zielscheibe von Spott.

Sind die in der Fastnachtszeit so närrischen Weißenhorner Hundehasser, weil sie sich vehement über den Kot der Vierbeiner in den städtischen Grünanlagen aufregen? Dann werden sie vielleicht schon bald die größten Hundeliebhaber sein. Denn die Schelmenschinder haben eine fantastische Maschine namens „Kot-Fix 08-15 entwickelt, die erst den Hundekot einsammelt und ihn dann in Gold verwandelt. Mit diesem Gerät holten die Schelmenschinder am Samstagabend am Ende der vierstündigen Erfindermesse den ersten Preis. Die vier Konkurrenten landeten allesamt knapp geschlagen auf dem zweiten Platz.

Die Besucher in der voll besetzten Stadthalle brauchten einige Geduld, bis das Ergebnis feststand und vom Vorsitzenden der Interessengemeinschaft Weißenhorner Fasnacht (IWF), Michael Riedel, der als Einstein auftrat, bekannt gegeben wurde. Die meisten nahmen es gelassen hin, amüsierten sie sich doch in ihren teils originellen Kostümen beim Tanz oder gaben sich, wie von Riedel angeregt, dem fleißigen Konsum von Speisen und Getränken hin, damit die Bedienungen ständig außer Atem blieben. Als feststand, dass die Jury die Kotmaschine am gelungensten, originellsten und besten präsentiert fand, brach bei den Schelmenschindern großer Jubel aus. Die Konkurrenz hatte es den Siegern nicht leicht gemacht. Bernd Ruszetzky hatte an die armen Narren gedacht, die plötzlich bei einer Fasnachtsveranstaltung landeten, aber nicht stilgerecht gekleidet waren. Also baute er einen Kasten mit mehreren Fächern, der einem Schließfachcontainer glich. In den Fächern sind diverse Häs aufbewahrt. Nach dem Einwurf eines geringen Geldbetrags öffnet sich die Tür und schon kann der Benutzer ein schönes Kostüm anlegen.

Wer beim Weißenhorner Faschingsumzug geizig ist, bekommt die Nicht-Zahler-Brille aufgesetzt. Oder die "Geizi-Brille".

Originell war die Erfindung von Beppi Tiefenbrunner und Christoph Findler. Die beiden hatten festgestellt, dass beim Fasnachtumzug in Weißenhorn immer wieder Schaulustige am Wegesrand stehen, die die gewünschten drei Euro für das Abzeichen einfach nicht bezahlen wollten oder nur einen oder zwei Euro, weil sie angeblich nicht mehr dabei haben. Diese Nicht-Zahler sollen nun zum einen Kopfhörer aufgesetzt bekommen, damit sie beim Umzug nichts hören können, und zum anderen eine Brille. Bei der Nicht-Zahler-Brille kann das „Opfer“ gar nichts sehen, bei der Geizi-Brille sieht der Betreffende nur ein bisschen was, je nachdem, wie viel er gelöhnt hat. „Wir haben uns drei Monate lang auf heute Abend vorbereitet“, berichtete Tiefenbrunner. „So ein Umzug verursacht eine Menge Kosten und wenn dann manche nichts oder nur wenig zahlen wollen...“

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D'r Eschagore und Karola Dirr-Simons ziehen vom Leder

Die Mitglieder der Narrenzunft D’r Eschagore beklagten, Bürgermeister Wolfgang Fendt und die Stadtverwaltung nähmen die Fasnacht nicht ernst genug, und überreichten seinem närrischen Stellvertreter auf der Bühne – Fendt selbst wurde nicht gesichtet – zwei Tafeln mit jeweils zehn Fasnachtsgeboten (unter anderem das Gebot, jedes Jahr zur Erfindermesse zu gehen). Im Zusammenhang damit war der kabarettistische Auftritt von Karola Dirr-Simons zu sehen. Sie prangerte vor allem an, dass die Weißenhorner Fasnachter quasi „auf der Straße stehen“ und kein ordentliches Zuhause angeboten bekommen hätten. Dafür erhielt Dirr-Simons mächtig Applaus.

Am Ende hatten alle gewonnen, die bei der Erfindermesse teilnahmen, aber die Kotmaschine ist schon eine Wucht. Man stelle sich vor, sie würde wirklich Hundedreck in Gold verwandeln – es gäbe dann wohl mehr Hunde als Menschen auf der Welt. Das wäre vielleicht auch kein Schaden – siehe Geizis.

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